Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – Tales Of Mystery And Imagination (1998)

Alben-Titel: Tales Of Mystery And Imagination
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Februar 1998
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Century Media Records

Alben-Lineup:

Anders Zackrisson – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Nils Norberg – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Ulf Andersson – Drums

Track-Liste:

1. Ring of Steel (06:42)
2. Dark Secret (05:04)
3. Test of Time (05:01)
4. Lost in Time (03:01)
5. The Vision (04:21)
6. Warrior’s Return (04:43)
7. Change the World (03:46)
8. Pentagram (03:48)
9. Eye of the Demon (04:42)
10. End of the World (03:24)
11. The Curse (04:03)
12. Burn in Hell (03:38)

Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Ja, die 90er waren eine gute Zeit – und das auch oder gerade für den europäischen Power Metal, der mit den fulminanten Werdegängen von auch heute noch aktiven Bands wie RUNNING WILD, GRAVE DIGGER, HELLOWEEN, GAMMA RAY oder EDGUY ein für allemal aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen ist. Eine potentiell wichtige Zutat, die nicht zuletzt durch eine Deutsche Band wie BLIND GUARDIAN populär geworden ist und mit den Italienern von RHAPSODY OF FIRE auf eine erfreuliche Spitze getrieben wurde; erfreute sich dabei einer immer größeren Beliebtheit – und die beschreibt nicht weniger als das Bestreben, möglichst umfassende Geschichten zu erzählen oder im besten Fall gleich komplett erdachte Handlungs-Universen zu erschaffen. Und das des öfteren mit einem entsprechenden Fantasy-Einschlag, wobei die eher TOLKIEN-orientierte Herangehensweise von BLIND GUARDIAN nur eine der vielen diesbezüglichen Möglichkeiten war. Eine Band, die sich in den späten 90ern erstmals auf diesem Gebiet ausprobierte – dabei aber eine ganz andere Vergangenheit an den Tag legte als etwa BLIND GUARDIAN, und auch nicht plante in eine ähnlich symphonische Richtung zu gehen wie RHAPSODY OF FIRE – waren die NOCTURNAL RITES.

Und das war so nicht unbedingt zu erwarten, erst Recht nicht nach dem eher rauen Start der aus Schweden stammenden Combo – die sich zunächst im Bereich des Death Metal verdingte, und erst mit dem Debütalbum IN A TIME OF BLOOD AND FIRE (siehe Review) den ersten handfesten Schritt in Richtung eines ebenso griffigen wie melodischen Power Metals unternahm. Wobei, und das steht heute fest – es sich durchaus um eine gute und nachvollziehbare Entscheidung gehandelt hat. Schließlich folgte bereits 1998 das heute vorliegende TALES OF MYSTERY AND IMAGINATION – und das sowohl als Untermauerung der von der Band getroffenen Entscheidung, als auch als erstes NOCTURNAL RITES-Album mit einem deutlicheren Fantasy-Kontext und dem Gefühl einer zusammenhängenden Geschichte. Und tatsächlich: schon der Opener RING OF STEEL beinhaltet grundsätzlich alles, was man sich von einem Konzeptalbum wie diesem gewünscht hätte – was in erster Linie eine zum Schneiden dichte, einzigartige Atmosphäre nach sich zieht.

Fest steht: nachdem die Schweden schon auf ihrem Debütalbum gezeigt hatten, dass sie ihr Handwerk problemlos verstehen; bewiesen sie sich nun auch noch als grandiose Geschichten-Erzähler. Solchen, denen man einfach gerne zuhört – und die durch den stets hörbaren klassischen Genre-Einschlag im Sinne der frühen 80er-Metaljahre auch nicht allzu kitschig oder übertrieben bombastisch klingen. Allerdings zeigt sich, dass selbst ein auf den ersten Blick bestens funktionierendes; ja wenn nicht gar unantastbar klassisches Genre-Album wie dieses die ein oder andere Schwäche offenbart. Ob es sich dabei um kleinere oder größere handelt muss ein jeder für sich selbst entscheiden, aber: gerade der grundsätzlich höchst angenehme, aber eben auch nicht besonders variable Leadgesang von Anders Zackrisson sowie die alles andere als perfekte Abmischung und Produktion verhindern hier noch größeres. Sicher, wenn man so will könnte man diese Nachteile oder auch Nicht-Perfektion zumindest teilweise abschwächen – eben ganz im Sinne eines ebenso klassischen wie zeitlosen Genre-Albums, das noch echte Ecken und Kanten hat.

Und überhaupt: gerade das von der Band an den Tag gelegte Handwerk ist zu so gut wie jeder Zeit ansprechend, und die Mixtur aus schieren Hymnen wie dem Opener RING OF STEEL und wunderbar klassisch-voranpreschenden Stampfern a’la DARK SECRET, TEST OF TIME oder dem flotten CHANGE THE WORLD angenehm. Sieht man über schwächere Momente wie dem in Bezug auf die Gitarren etwas zu mächtig dröhnenden LOST IN TIME oder dem vergleichsweise einfach gehaltenen WARRIOR’S RETURN hinweg, kann man mit TALES OF MYSTERY AND IMAGINATION ein sich in fast jeder Hinsicht lohnenswertes Genre-Album entdecken.

Absolute Anspieltipps: RING OF STEEL, TEST OF TIME, CHANGE THE WORLD, PENTAGRAM, EYE OF THE DEMON


„Die NOCTURNAL RITES und ihr Weg zur Krone.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.