Metal-CD-Review: EDGUY – Mandrake (2001)

Alben-Titel: Mandrake
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. September 2001
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Tobias Exxel – Bass
Felix Bohnke – Drums

Track-Liste:

1. Tears of a Mandrake (07:11)
2. Golden Dawn (06:08)
3. Jerusalem (05:27)
4. All the Clowns (04:49)
5. Nailed to the Wheel (05:41)
6. The Pharaoh (10:37)
7. Wash Away the Poison (04:40)
8. Fallen Angels (05:15)
9. Painting on the Wall (04:38)
10. Save Us Now (04:37)

Ein bisschen Spaß muss sein ?

Man erinnert sich: um die Jahrtausendwende herum hat es nicht nur in Bezug auf etwaige Feuerwerksspektakel gekracht. Denn auch und gerade in den musikalischen Gefilden des europäischen Power Metals ging es verdammt heiß her. Im Kampf um die potentielle Genre-Krone der aus Deutschland stammenden Combos war die Rechnung in jedem Fall nicht ohne die Jungs von EDGUY zu machen – die mit ihrem auffällig starken Alben-Trio aus VAIN GLORY OPERA (siehe Review), THATER OF SALVATION (Review) und THE SAVAGE POETRY (Review) sicher einen der markanteren Soundtracks zum Millenniums-Übergang ablieferten. Darauf ruhten sich die Fulderaner indes nicht aus – schließlich stand der hiesigen Power Metal-Welt schon 2001 das nächste EDGUY-Album ins Haus. Selbiges horcht auf den Namen MANDRAKE, beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von einer guten Stunde – und markierte eventuell einen dezenten Umbruch in der stilistischen Ausrichtung der Band, der mit dem 2004 erschienenen HELLFIRE CLUB noch expliziter ausgeführt wurde.

Ein Umbruch, der sich indes weniger auf die feucht-fröhliche und für das Genre typische Spielart, das nach wie vor perfekte Handwerk oder potentiell einschneidende Besetzungswechsel bezog. Nein, vielmehr spielte der hier gemeinte frische Wind auf die von EDGUY angestrebte inhaltliche und damit auch atmosphärische Komponente an – schließlich sollte die auf MANDRAKE erstmals auftauchende Frage nach etwaigen musikalischen Clowns nicht von ungefähr gestellt werden. Wenn man so will, markierte das auch als Videosingle ausgekoppelte ALL THE CLOWNS (und selbstverständlich auch Titel wie SAVE US NOW) so den Auftakt einer neuen EDGUY-Ära – einer Ära, in der sich die Band etwas weniger ernst nehmen und mit einer entsprechenden Lockerheit auftreten würde. Allerdings immer, und das gilt es in jedem Fall hochzuhalten; ohne dabei ihre tatsächlichen musikalischen Fähigkeiten zu vernachlässigen. Von einer wie-auch-immer gearteten Blödelei war und ist das hier vertretene Material jedenfalls weit entfernt – sodass MANDRAKE grundsätzlich alle ansprechen sollte, die auch schon mit den vorherigen EDGUY-Releases warm werden konnten.

Immerhin gibt es mit Titeln wie NAILED TO THE WHEEL auch auf diesem EDGUY-Album den ein oder anderen deutlich zünftigeren Moment, während aussagekräftige Brecher vom Schlage eines FALLEN ANGELS auch genauso gut auf dem seinerzeit erschienenen AVANTASIA-Debütalbum (Review) hätten erscheinen können. Dies gepaart mit einigen für die Band neuen Eindrücken – wie etwa dem bereits erwähnten ALL THE CLOWNS oder auch dem alles andere als alltäglichen, aber doch angenehm hymnischen PAINTING ON THE WALL – macht MANDRAKE erst perfekt, oder zumindest zu einer höchst zufriedenstellenden Angelegenheit. Einer, die durch wunderbar funktionierende Uptempo-Hymnen wie GOLDEN DAWN oder kräftigen Stampfern a’la JERUSALEM abgerundet wird – und lediglich einige wenige Momente bereithält, die sich als etwas zäher erweisen. In diesem Zusammenhang wären wohl am ehesten das gute, aber eben nicht nur in Bezug auf seine Spieldauer vergleichsweise überlange THE PHARAOH zu nennen – oder aber die Ballade WASH AWAY THE POISON, die gefühlt doch etwas zu sehr über das Ziel hinausschießt. Und auch der Rausschmeißer THE DEVIL & THE SERVANT schneidet nicht unbedingt gut ab, trotz des guten Handwerks und des ausnahmsweise mal stärker hervorgehobenen Basses – vor allem, da EDGUY hier ein wenig zu sehr nach einer Kopie der DESTINY-Ära von STRATOVARIUS klingen.

Schlussendlich kann, sollte oder muss man in diesem Fall aber von einem der gelungeneren EDGUY-Alben sprechen. MANDRAKE mag nicht perfekt sein und seine schwächeren Momente haben – doch die für das Album passend erscheinende klare Produktion, das von Band an den Tag gelegte Handwerk; das gut aufgehende Songwriting und der der teils enorme Hymnen-Faktor im Wechselspiel mit mal getrageneren, mal deutlich zupackenderen Elementen lassen einfach keinen Zweifel daran, dass EDGUY hier mehr als ordentlich abgeliefert haben.

Absolute Anspieltipps: JERUSALEM, NAILED TO THE WHEEL, FALLEN ANGELS, SAVE US NOW


„Ein höchst solides Album aus der bunten EDGUY-Diskografie.“

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