Metal-CD-Review: EDGUY – Hellfire Club (2004)

Alben-Titel: Hellfire Club
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. März 2004
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Tobias Exxel – Bass
Felix Bohnke – Drums

Track-Liste:

1. Mysteria (05:45)
2. The Piper Never Dies (10:07)
3. We Don’t Need a Hero (05:31)
4. Down to the Devil (05:28)
5. King of Fools (04:22)
6. Forever (05:41)
7. Under the Moon (05:05)
8. Lavatory Love Machine (04:26)
9. Rise of the Morning Glory (04:40)
10. Lucifer in Love (00:32)
11. Navigator (05:23)
12. The Spirit Will Remain (04:13)

Es gilt, den Bogen nicht zu überspannen.

Wenn man schon nicht das 2001 erschienene MANDRAKE (siehe Review) als Wendepunkt oder zumindest den Auftakt einer neuen Gangart innerhalb der Diskografie von EDGUY bezeichnen würde, dann doch das 2004 nachgeschobene siebte Studioalbum HELLFIRE CLUB – das erstmals wesentlich deutlicher aus dem damals für die Band neuen Repertoire eines komödiantischen Slapsticks schöpfte. Damit markiert das Album automatisch einen der markanteren Gründe, weshalb sich die hiesige Fangemeinde nicht immer einig war und ist – und vielleicht auch, weshalb Frontmann Tobias Sammet das Projekt AVANTASIA ins Leben rief. Schließlich konnte er hier ziemlich genau da weitermachen, wo er auf früheren EDGUY-Alben wie VAIN GLORY OPERA (Review) oder THEATER OF SALVATION (Review) aufgehört hatte – während seine Arbeit bei EDGUY eine immer wildere und spaßigere Angelegenheit wurde. Eine, die in Titeln wie LAVATORY LOVE MACHINE ihren vorläufigen Höhepunkt fand – und die Band von einer bis dato noch nicht bekannten Seite zeigte. Immerhin: ihre handwerklichen Fähigkeiten hatten EDGUY auch auf HELLFIRE CLUB nicht vernachlässigt.

Ob das allerdings ausreicht, um die einstweilen merkwürdige bis ganz und gar krude Atmosphäre des äußerst wechselhaften Albums zu retten, ist eine andere Frage. Tatsächlich erscheinen in diesem Zusammenhang nicht nur stellvertretende Nummern wie eben LAVATORY LOVE MACHINE als kurzweilige gute-Laune-Nummern gewöhnungsbedürftig – auch der Einzug einiger Elemente, die man am ehesten im Bereich des Rock oder gar Pop verorten würde; sowie eine relative beliebig wirkende Aneinanderreihung einiger höchst unterschiedlicher und nicht wirklich miteinander harmonierender Nummern erweist sich als dezent problematisch. Bis es soweit kommt, steht der Hörerschaft allerdings erst einmal ein überraschend solider Alben-Auftakt ins Haus: der knackige Opener MYSTERIA, das klassisch-minimalistische THE PIPER NEVER DIES, das flotte WE DONT NEED A HERO und eventuell auch noch das stampfende DOWN TO THE DEVIL machen eine gute bis ganz und gar hervorragende Figur. So gesehen wäre es also durchaus von Vorteil gewesen, hätte das Album nach eben jenen vier Nummern geendet – und ein Dasein als EP gefristet.

Doch dem ist bekanntlich nicht so – womit es kein großes Geheimnis ist, dass grundsätzlich keine der noch auf HELLFIRE CLUB folgenden Nummern mit dem früh auf dem Album etablierten Qualitätsstandard mithalten kann. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: schon KING OF FOOLS erweist sich als relativer Langweiler ohne viel Biss, und das eigentlich recht annehmbare UNDER THE MOON kann dem Album ebenfalls nicht mehr viel neues hinzufügen. Richtig arg wird es aber erst mit RISE OF THE MORNING GLORY als Höhepunkt des nicht unbedingt niveauvollen komödiantischen Schwerpunkts des Albums, LUCIFER IN LOVE als nervigstem Interlude das je auf einem Genre-Album veröffentlicht wurde; sowie weiteren relativ nichtssagenden und vergleichsweise uninspirierten Titeln wie NAVIGATOR. Dass sich dann auch die auf dem Album enthaltenen Balladen FOREVER und THE SPIRIT WILL REMAIN als dezent problematisch herausstellen, mindestens aber ungünstiger wirken und klingen als die bis dato von EDGUY und AVANTASIA präsentierten; rundet die Sache ab.

Schlussendlich haben sich EDGUY mit ihrem HELLFIRE CLUB nicht den größten Gefallen getan. Und das, obwohl der enorm starke Alben-Auftakt und der hier und da anberaumte Spaßfaktor eigentlich für das Album sprechen sollten. Doch es gilt eben, den Bogen nicht zu überspannen – was bei HELLFIRE CLUB dann doch etwas zu oft vorkommt.

Absolute Anspieltipps: MYSTERIA, THE PIPER NEVER DIES, WE DONT NEED A HERO, DOWN TO THE DEVIL


„Weder Fisch noch Fleisch, leider.“

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