Metal-CD-Review: EDGUY – The Savage Poetry (2000)

Alben-Titel: The Savage Poetry
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 125. Juni 2000
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Tobias Exxel – Bass
Felix Bohnke – Drums

Track-Liste:

1. Hallowed (06:14)
2. Misguiding Your Life (04:05)
3. Key to My Fate (04:34)
4. Sands of Time (04:40)
5. Sacred Hell (05:38)
6. Eyes of the Tyrant (10:01)
7. Frozen Candle (07:15)
8. Roses to No One (05:43)
9. Power and Majesty (04:53)

Aus alt mach neu.

Je nachdem, ob man das bereits 1995 erschienene SAVAGE POETRY von EDGUY (siehe Review) nun als vollwertiges Debütalbum oder aber als Demo betrachtet; handelt es sich im Falle des im Jahre 2000 nachgeschobenen Werks THE SAVAGE POETRY entweder um eine Neuaufnahme oder um endlich in eine reguläre Albenform gebrachtes Material. Beiden Varianten gemein ist, dass EDGUY hier nicht weniger anstrebten als die größtmögliche Perfektion zu erreichen – und den einst doch recht ungeschliffenen Sound ihres ersten Langspielers entgültig der Vergangenheit angehören zu lassen. Die Frage die sich dabei stellt ist nur, ob es die Fulderaner auch wirklich geschafft haben; und das in einer möglichst nachvollziehbaren Art und Weise – oder ob THE SAVAGE POETRY als potentiell überproduzierte, moderne Neuaufnahme sogar hinter dem Original zurückstecken muss.

Lange dauert es dann auch nicht, bis das Pendel in die entsprechende Richtung ausschlägt; denn: schon damals konnte das der geneigten Hörerschaft auf SAVAGE POETRY zur Verfügung gestellt Material weitestgehend überzeugen. Nur, und das konnte man unter Umständen als problematisch erachten; haperte es innerhalb der damals noch (sehr) jungen Band klar in Bezug auf das nötige Feingefühl, die Erfahrung und viele den Klangeindruck im Gesamten betreffende Faktoren. Umso treffender erscheint es, dass EDGUY die Neufassung THE SAVAGE POETRY ausgerechnet nach ihrem bis dato kräftigsten Studioalbum überhaupt auf den Markt brachten (dem kongenialen THEATER OF SALVATION, siehe Review) – und damit auch zu ihrem vermutlichen Höhepunkt ihrer Karriere. Und tatsächlich: THE SAVAGE POETRY kann wie schon das Original mit einigen guten Ideen und einem angenehmen Songwriting punkten, und – was neu ist – auch mit einem rundum satten Sound.

Das fällt natürlich schon beim einst recht flach präsentierten Opener HALLOWED auf: die Gitarren nehmen endlich den ihnen zugedachten Raum ein, der Bass geht (auch wenn er nicht mehr ganz so vordergründig agiert wie ursprünglich) nicht in der nunmehr wesentlich pompöseren; aber eben auch nicht übertrieben inszenierten Klangkulisse unter – und speziell der Refrain entfaltet in der finalen Version eine wesentlich beeindruckendere Wirkung. Das wichtigste Element, oder vielleicht auch der wichtigste Grund für eine Neuaufnahme wurde dabei aber noch gar nicht genannt: Frontmann Tobias Sammet, den man entweder lieben oder hassen wird – hier aber in jedem Fall eine prägnantere, (stil-)sicherere und kultverdächtigere Performance abliefert als auf dem 1995’er SAVAGE POETRY. Anders gesagt: gerade wenn man bedenkt, dass das originale SVAGE POETRY zum Erscheinen der Neufassung gerade einmal 5 Jahre zurücklag; ist EDGUY in vielerlei Hinsicht eine Hausnummer gelungen.

Und das so sehr, dass man eventuell doch noch geneigt ist das Original in der Versenkung verschwinden zu lassen – auch wenn es immer interessant ist, auch die potentiell raueren und weitaus ungeschliffeneren Ursprünge diverser europäischer Genre-Combos zu entdecken. Zumindest in diesem Fall überwiegt aber klar die schiere, pünktlich zur Jahrtausendwende neu entdeckte EDGUY-Urkraft – analog zum allgemein perfektionierten Soundeindruck versteht sich – die die Band entgültig auf einen gleichwertigen Rang mit anderen Genre-Pionieren wie HAMMERFALL, HELLOWEEN oder GAMMA RAY hievte. Die einzigen bei THE SAVAGE POETRY einzukalkulierenden Abstriche beziehen sich daher auch auf Nummern und Momente, die schon auf dem Original weniger hergaben – wie etwa die recht spannungsarme Ballade SANDS OF TIME, oder das ebenfalls eher langatmige ROSES TO NO ONE. Glücklicherweise überwiegt aber der gute Rest – sodass man endlich mal wieder von einer Alben-Neufassung sprechen kann; die sich auch wirklich gelohnt hat.

Absolute Anspieltipps: HALLOWED, MISGUIDING YOUR LIFE, SACRED HELL, EYES OF THE TYRANT, FROZEN CANDLE, POWER AND MAJESTY


„Erst im zweiten Anlauf kracht’s so richtig.“

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