Metal-CD-Review: ECLIPSE HUNTER – Unlimited Edition (2011)

Alben-Titel: Unlimited Edition
Künstler / Band: Eclipse Hunter (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2011
Land: Russland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metalism Records

Alben-Lineup:

Andrey Osokin – Keyboards
Alexander Yurov – Vocals
Sergey Isaenko – Guitars
Dmitry Trofimov – Bass
Alexandra Popova – Vocals

Track-Liste:

1. Overture (04:18)
2. The Story Begins (04:42)
3. Heartbreaker (06:10)
4. Changes (07:01)
5. Denied (10:16)
6. Lullaby (06:00)
7. Decisions (02:28)
8. A Happy Ending? (03:33)
9. Someday (07:29)

Experimente sind eine schöne Sache, aber…

ECLIPSE HUNTER ist eine bereits im Jahre 2004 gegründete Power Metal-Formation aus dem Herzen Russlands. Eine, die sich über die Jahre hinweg vergleichsweise ruhig verhalten und dementsprechend auch nur eine recht übersichtliche Diskografie vorzuweisen hat – und trotz dessen schon wieder eine längere Pause eingelegt zu haben scheint (Stand 2017). Immerhin – und das ist auch der Grund für diese Rezension – waren die Musiker um Frontmann Alexander Yurov aber durchaus dazu imstande, mit ihrem Debütalbum ONE (siehe Review) einen respektablen Eindruck zu hinterlassen. Umso unverständlicher erscheint, wieso die Band nicht bei eben dieser eingeschlagenen Marschrichtung geblieben ist – und sich auf ihrem 2011 doch noch veröffentlichten, etwas merkwürdig betitelten Zweitwerk UNLIMITED EDITION von einer gänzlich anderen Seite zeigte. Einer, die aus einer generellen musikalischen Warte heraus zwar nicht komplett zu vernachlässigen ist; mit dem zuvor auf ONE inszenierten Power Metal aber nur noch verdächtig wenig am Hut hat.

Der Grund dafür ist ebenso schlicht wie in seiner Gesamtwirkung enttäuschend: UNLITED EDITION markiert eher ein Experiment denn ein reguläres, sich wirklich vollwertig anfühlendes Studioalbum. Ein unter Umständen als fehlgeleitet zu bezeichnendes Experiment noch dazu – schließlich hat sich die Band hier weniger von anderen Bereichen des Metal, als vielmehr von diversen Strömungen der Popmusik inspirieren lassen. Entsprechend seicht, harmlos und über alle Maßen unspektakulär ist auch das Ergebnis – welches schon mit dem handwerklich ansprechenden, letztendlich aber relativ nichtssagenden Intro OVERTURE sowie dem extrem flachen Opener THE STORY BEGINS perfekt beschrieben wird. Sicher, in Richtung des versierten Handwerks und der anständigen Produktion kann man LIMITED EDITION nur wenig vorwerfen – mit Ausnahme des in diesem Fall deutlich schwächer wirkenden Leadgesangs von Alexander Yurov. Dennoch: dass das Album einfach keine Höhen und Tiefen hat, sich des ewig gleichen langatmigen Tempos bedient und immer wieder mit so nicht unbedingt aufgehenden klanglichen Experimenten aufwartet; macht UNLIMITED EDITION zu alles andere als einem Genuss. Und das weder für Freunde eines knackigen Power Metals, noch für Fans einer progressiveren Gangart.

Anders gesagt: wer es tatsächlich schafft, in Anbetracht von Titeln wie dem knapp 10-minütigen DENIED eben nicht auf die Skip-Taste zu drücken; verdient auch schon wieder eine gewisse Form der Anerkennung. Und überhaupt: sieht man einmal von der relativ poppigen Attitüde des Albums ab, können ECLIPSE HUNTER hier bestenfalls als eine deutlich schwachbrüstigere Version potentieller Vorbilder bezeichnet werden – wobei insbesondere die Parallelen zu Bands wie DERDIAN (in Bezug auf die plötzlichen Breaks und die Inszenierung der Texte) oder auch DREAMTALE (in Bezug auf einige melodische Elemente) nicht zu überhören sind. Ein Großteil der verbleibenden Nummern unterscheidet sich dann eigentlich nur noch wie folgt: entweder wären sie besser bei Projekten wie AVANTASIA aufgehoben (der Rausschmeißer SOMEDAY etwa) – oder sie sind gleich komplett zu vernachlässigen, wie im Falle der nicht nur gesanglich problematische Ballade LULLABY. Einzig und allein das kurz vor SChluss präsentierte A HAPPY ENDING erinnert noch ansatzweise an die einstigen ECLIPSE HUNTER – doch das reicht natürlich nicht aus.

Schlussendlich: sollten die Russen eines Tages doch noch zurückkehren, so wären ihnen mindestens zweierlei Dinge zu wünschen. Zum einen, dass sie endlich eine eigene musikalische Identität an den Start bringen – und zum anderen, dass sie sich für ein Genre oder zumindest eine etwas klarere Marschrichtung entscheiden.

Absolute Anspieltipps: A HAPPY ENDING ?


„Ein letztendlich doch eher limitiertes Album, und das in mehrerlei Hinsicht.“

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