Metal-CD-Review: EDGUY – Kingdom Of Madness (1997)

Alben-Titel: Kingdom Of Madness
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 8. Februar 1997
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Bass, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Dominik Storch – Drums

Track-Liste:

1. Paradise (06:24)
2. Wings of a Dream (05:24)
3. Heart of Twilight (05:32)
4. Dark Symphony (01:05)
5. Deadmaker (05:15)
6. Angel Rebellion (06:44)
7. When a Hero Cries (03:59)
8. Steel Church (06:29)
9. The Kingdom (18:23)

Eine Erfolgsgeschichte, die erst noch eine werden sollte.

Nachdem die deutschen Power Metaller von EDGUY mit ihrem Debütalbum SAVAGE POETRY (siehe Review) Fuß gefasst hatten und innerhalb der Szene immer bekannter wurden, legten die noch jugendlichen Recken um Frontmann Tobias Sammet 1997 ihr 9 Titel starkes KINGDOM OF MADNESS nach. Hierbei handelt es sich um das zweite, seinerzeit über AFM Records erschienene Album der Band – welches kurioserweise auch gerne mal als das eigentliche Debütalbum von EDGUY bezeichnet wird. Doch ganz egal ob es nun um das erste oder zweite Album der Band handelt (womit der Vorgänger SAVAGE POETRY als reine Demo abgestempelt werden müsste) – KINGDOM OF MADNESS stellt wie schon sein Vorgänger zur Schau, auf welche musikalische Basis sich die frühen EDGUY (und damit auch die damals noch jugendlichen Bandmitglieder) verständigt hatten. Und das noch weitestgehend ohne, dass sich die eigentliche Größe der Band sowie der gleichermaßen markante wie dezent exzentrische Eindruck des Frontmanns Tobias Sammett schon maßgeblich offenbart hätte.

Dennoch – und natürlich – handelt es sich bei KINGDOM OF MADNESS um alles andere als ein schlechtes Release. Eher um ein für das damalige Genre recht typisches, welches mit einigen Vor- als auch Nachteilen versehen war und ist. So ist es angenehm zu hören, dass sich vor allem Tobias Sammet immer mehr von seinem jugendlich-ungestühmen Ambitionen wegbewegte – und langsam aber sicher zu einem einzigartigen Genre-Sänger avancierte (beispielsweise in Bezug auf die Ansätze in WHEN A HERO CRIES). Und auch das ebenso abwechslungsreiche wie qualitative Songwriting macht im Zusammenspiel mit der effektiven Mixtur aus griffigen und balladesken Elementen eine gute Figur. Andererseits, und um auf den schon für SAVAGE POETRY dezent problematischen Faktor des klanglichen Gesamteindrucks zu kommen; fehlt es auch KINGDOM OF MADNESS an jener handwerklichen und inszenatorischen Perfektion, die das Album in die heutige Zeit retten könnte. Zumindest im Ganzen und ohne Abstriche – wobei insbesondere der extrem flache Klang der Drums, der in den Gesamtkompositionen relativ untergehende Bass, die leicht unvorteilhafte Gesangsabmischung sowie der hier (noch) nicht immer absolut stilsicher agierende Tobias Sammet verantwortlich sind.

So sind es vor allem die am ehesten Power Metal-Puristen ansprechende Uptempo-Nummern wie WINGS OF A DREAM oder STEEL CHURCH die sich als wirksam herausstellen – während nicht wenige der anderen Titel mit diversen Längen, klanglichen Problemen und auch teils deutlichen Schwächen in Bezug auf die Inhalte zu kämpfen haben. Einstweilen schleicht sich auch das Gefühl ein, als hätte man die ein oder andere Nummer doch lieber einer Band wie STRATOVARIUS überlassen sollen – die es schon früh verstanden, auch ihre längeren Nummern mit gehaltvollen Elementen zu garnieren. Und: was genau sich EDGUY bei ihrem ebenso länglichen wie teils unfreiwillig komischen Rausschmeißer THE KINGDOM gedacht haben, bleibt wohl besser unter Verschluss. Nach dem wunderbar klassischen, auch heute noch reizvollen und schlichtweg überzeugenderen SAVAGE POETRY ist EDGUY hier jedenfalls noch nicht der ganz große Sprung nach vorne gelungen – eher im Gegenteil. Glücklicherweise sah das später doch noch ganz anders aus.

Absolute Anspieltipps: WINGS OF A DREAM, STEEL CHURCH


„Eindeutig – und leider – keines der besseren EDGUY-Alben.“

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