Metal-CD-Review: EDGUY – Savage Poetry (1995)

Alben-Titel: Savage Poetry
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1995
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Bass, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Dominik Storch – Drums

Track-Liste:

1. Key to My Fate (04:36)
2. Hallowed (06:30)
3. Misguiding Your Life (04:11)
4. Sands of Time (05:07)
5. Sacred Hell (06:09)
6. Eyes of the Tyrant (08:32)
7. Frozen Candle (07:57)
8. Roses to No One (05:48)
9. Power and Majesty (05:10)

Ob mit oder ohne Narrenkappe – wo EDGUY draufsteht, ist auch EDGUY drin.

Irgendwann hat alles einmal angefangen. Wie auch die Erfolgsgeschichte von EDGUY – einer heutzutage allseits bekannten Power Metal-Combo aus Hessen, die von einem noch bekannteren Frontmann angeführt wird. Schließlich schrieb Tobias Sammett nicht nur mit dieser, das heißt seiner eigentlichen und ursprünglichen Band Geschichte – sondern auch mit dem um die Jahrtausendwende entstandenen Allstar-Projekt AVANTASIA. Vor etwas mehr als 20 Jahren aber sah die Sache noch ein wenig anders aus: die damals allesamt gerade mal 18-jährigen Bandmitglieder hatten ihre Combo EDGUY gerade erst gegründet, 2 Demos veröffentlicht – und mit THE SAVAGE POETRY ihr erstes offizielles Studioalbum vorgelegt. Als reines Independent-Release, versteht sich – und mit immerhin 9 vollwertigen Titeln.

Und auch wenn man diesem ersten EDGUY-Album sicher noch keine wie auch immer geartete Wegbereiter-Funktion unterstellen kann – ausser natürlich für die Band selbst – ist es überaus interessant, einen Blick auf dieses frühe Schaffen der Band zu werfen. Und damit auch einem Album, das von einer ebenso ungestümen wie jugendlichen Performance des Leadsängers Tobias Sammett (markant: der Rausschmeißer POWER & MAJESTY), einem insgesamt eher an eine Demo-Produktion erinnernden Sound sowie einer am ehesten als klassisch zu bezeichnenden Auslegung des Genres lebt. So wartet THE SAVAGE PEOTRY mit hörbar weniger Schnörkeln, Bombast oder anderen Spielereien auf als etwaige spätere EDGUY-Alben – und serviert dem Hörer schon vom Opener HALLOWED an ein vergleichsweise schroffes, Riff-orientiertes und höchst authentisch klingendes Brett.

Eines, das trotz des nicht optimal inszenierten Sounds über eine gewisse Hymnentauglichkeit verfügt – und das zuletzt dank der guten, aber nicht übertrieben eingängigen Refrains – und in grundsätzlich tadellosen Genre-Nummern wie MISGUIDING YOUR LIFE oder KEY TO MY FATE angenehm an die Anfangszeiten von anderen deutschen Combos wie HELLOWEEN oder IRON SAVIOR erinnert. Für das hier abgelieferte Material schämen müssen sich EDGUY jedenfalls nicht, erst Recht nicht für das an Tag gelegte Handwerk – wie es bei manchen anderen Bands dann und wann doch mal der Fall ist, gerade nach vielen vergangenen Jahren und in der retrospektiven Betrachtung. Anders gesagt: THE SAVAGE POETRY markiert einen ebenso wichtigen wie auch heute noch problemlos zu genießenden ersten Meileinstein in Bezug auf die hiesige, über die Jahre markant gewachsene EDGUY-Diskografie.

Ein Meilenstein, der lediglich mit seiner eher schwachen Präsentation (von der immerhin der Bass profitiert), dem letzten fehlenden I-Tüpfelchen sowie der kläglich-seicht klimpernden Ballade SANDS OF TIME zu kämpfen hat. Davon abgesehen, und gerade in Anbetracht der weitaus wirksameren balladesken Ambition in Form von ROSES TO NOONE sowie eines puren Genre-Feuerwerks a’la SACRED HELL oder EYES OF THE TYRANT (diese 8 Minuten vergehen wie im Flug) gibt es aber kaum etwas zu mäkeln. Fest steht: dieses Stück Geschichte sollte ein jeder Genre-Enthusiast auf jeden Fall in seiner Sammlung haben, ob explizitzer EDGUY-Fan oder nicht.

Absolute Anspieltipps: HALLOWED, KEY TO MY FATE, SACRED HELL, EYES OF THE TYRANT


„Die klangliche Inszenierung ist nicht perfekt, die Stimme von Tobias Sammett noch rau und ungeschliffen – und doch zeugt schon dieses frühe EDGUY-Material von einem später glücklicherweise noch ausgeschöpften Potential.“

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