Metal-CD-Review: EXOS – Time For A Change (2017)

Alben-Titel: Time For A Change
Künstler / Band: Exos (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 17. November 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Uniting Sound Media

Alben-Lineup:

Jens Faber – Guitars, Bass, Keyboards
Fabio Lione – Vocals
Jonas Heidgert – Vocals
Piet Sielck – Vocals
Tommy Johansson – Vocals
Dario Velasco – Vocals
Siegfried Samer – Vocals
Johnny la Bomba – Vocals
Gus Monsanto – Vocals
Daniele „The Dan“ Gelsomino – Vocals
Marc M. Lemler – Vocals
Philipp Bock – Drums

Track-Liste:

1. Fanatics (03:57)
2. Time for a Change (03:17)
3. Hell Where You Least Expect It (03:18)
4. Be the One You’ve Never Been (03:16)
5. Fly Away (04:41)
6. All the Evil Must Die (04:26)
7. One Way Street (04:32)
8. As Heaven Died (03:30)
9. Still Alive (03:58)
10. Read My Words (03:17)
11. Final Way Home (03:44)
12. For Once in My Life (04:32)
13. Into the Mirror (03:59)
14. Helping Hand (03:21)
15. Time (04:42)

Alles, nur kein Stillstand.

Betrachtet man die Power Metal-Szene der letzten Jahre, so scheint eines festzustehen: groß angelegte, vergleichsweise aufwändige und nicht selten mit einem enormen Staraufgebot versehene Metal-Projekte haben wieder Konjunktur. Sicher auch, da die gegebenenfalls internationale Vernetzung besser funktioniert und wesentlich einfacher zu handhaben ist als damals – und viele dem Genre langjährig zugetane Musiker nichts gegen die ein oder andere besondere Herausforderung einzuwenden haben. Wie so oft lautet die Frage dabei nur, wer genau zu einer entsprechenden musikalischen Versammlung einlädt – und ob derjenige wirklich über ausreichend Ideen sowie ein bestenfalls ausgeprägtes Maß an Fingerspitzengefühl verfügt, um die Leistung aller Beteiligten zu würdigen und unter einen Hut zu bekommen. Schließlich ist längst nicht jeder, der viele Kontakte hat und seine Gäste zu einer bestenfalls einmaligen Power Metal-Tafelrunde einlädt; automatisch ein zweiter Tobias Sammett. Immerhin war es seinerzeit eben jener EDGUY-Frontmann, der mit seinem zunächst kleinen Nebenprojekt AVANTASIA eine ebenso überraschende wie schlicht wunderbar funktionierende METAL-OPERA (siehe Review zu Part I) auf die Beine gestellt hatte. Eine, die für viele Genre-Enthusiasten auch heute noch ein absolutes Pflichtprogramm darstellt – und die oft in einem Atemzug mit vielen der heute veröffentlichten Allstar-Alben genannt wird.

Ein solches ist auch das vorliegende TIME FOR A CHANGE von EXOS – auch wenn es auf den ersten Blick absolut nicht danach aussieht. Eigentlich, und um sowohl auf den Ersteindruck des Bandnamens und des atemberaubend schlichten Cover-Artworks einzugehen; sieht es sogar nach gar nichts aus – wobei es reichlich fatal wäre, nicht doch noch einen intensiveren Blick zu wagen. Denn wie sich herausstellt, steckt hinter EXOS niemand geringerer als Jens Faber – der bekanntlich einer der Hauptakteure von DAWN OF DESTINY ist. Und damit auch einer Band, die trotz ihrer teils bemerkenswerten Alben noch immer weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sie es verdient hätte. Nun also wagt sich der Gitarrist, Bassist, Keyboarder und Songwriter an TIME FOR A CHANGE – beziehungsweise veröffentlicht es, nachdem er bereits ab 2015 dafür warb möglichst viele Gaststars für sein Projekt zu gewinnen. Wie sich heute und in der Vollendung zeugt, mit Erfolg: neben allseits bekannten Genre-Größen wie Fabio Lione (Ex-RHAPSODY OF FIRE), Jonas Heidgert (DRAGONLAND), Gus Monsanto (HUMAN FORTRESS) Piet Sielck (IRON SAVIOR) oder Thommy Johansson (REINXEED) finden sich weitere hoffnungsvolle Talente, die man noch nicht allzu oft gehört hat – aber allemal begrüßen wird. Wie etwa Siegfried Samer von DRAGONY oder Johnny La Bomba von GLORYFUL, um nur zwei zu nennen.

Dabei schafft es Jens Faber nicht nur, die entsprechenden Gesangskünstler um sich zu scharen – er schafft es auch, sein Album TIME FOR A CHANGE zu einem vergleichsweise besonderen zu machen. Und das, obwohl es sich hier ganz grundsätzlich um über die Jahre gesammeltes Material handelt, das in der vorgestellten Konstellation auch eine Fehlzündung hätte nach ziehen können. Dem ist allerdings nicht so, erst Recht nicht zum Auftakt des Albums – das mit dem gesangsstark-stampfenden Opener FANATICS sowie dem von Jonas Heidgert getragenen TIME FOR A CHANGE als waschechter Power Metal-Hymne sogleich aus dem Vollen schöpft. Doch auch was dann folgt, ist nicht von schlechten Eltern. Vornehmlich, da Jens Faber nicht verbergen kann was er die letzten Jahre gemacht hat – und Nummern wie HELL WHERE YOU LEAST EXPECT IT, BE THE ONE YOU’VE NEVER BEEN oder READ MY WORDS einfach verdammt offensichtlich nach DAWN OF DESTINY schreien. Und das kann sich in Anbetracht der Vorlage einfach nicht negativ auswirken, eher im Gegenteil. Sicher, die Klasse seiner Hauptband erreicht er dabei nicht ganz – doch dafür gibt es einen Haufen Abwechslung und die ein oder andere Überraschung. Und das zumeist im positiven Sinn – sodass selbst der im allgemeinen als eher gewöhnungsbedürftig geltende Thommy Johansson für einige verdächtig starke Momente (FLY AWAY, AS HEAVEN DIED) sorgt.

Tatsächlich, und das war so sicherlich nicht zu erwarten; fällt es vergleichsweise schwer TIME FOR A CHANGE überhaupt irgendetwas anzukreiden. Handwerklich ist das Album in vielerlei Hinsicht erhaben – selbst die Abmischung und Produktion fällt in Anbetracht dessen, dass die meisten Musiker wohl nicht persönlich bei Jens Faber im Studio waren; hervorragend aus. Und überhaupt: grundsätzlich schneiden alle Gaststars verdammt gut ab, mit Ausnahme eines dieses Mal etwas merkwürdig tönenden Fabio Lione – der den Rausschmeißer des Albums damit zu einer eher vernachlässigbaren Angelegenheit macht, leider. Und dass eine Nummer wie STILL ALIVE dann doch recht frappierend an das jüngste Schaffen von AVANTASIA erinnert, ist alemal zu verzeihen. Schlussendlich: was Jens Faber hier an den Instrumenten, in Bezug auf das Songwriting und die Auswahl seiner Gaststars auf die Beine gestellt hat; verdient allemal Anerkennung.

Absolute Anspieltipps: TIME FOR A CHANGE, HELL WHERE YOU LEAST EXPECT IT, ONE WAY STREET, AS HEAVEN DIED, FOR ONCE IN MY LIFE


„Ob als stark besetztes Konzeptalbum oder als Allstar-Compilation mit einer ordentlichen Priese DAWN OF DESTINY – TIME FOR A CHANGE kommt ebenso überraschend daher, wie es gut ist.“

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