Metal-CD-Review: BEAST IN BLACK – Berserker (2017)

Alben-Titel: Berserker
Künstler / Band: Beast In Black (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. November 2017
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Máté Molnár – Bass
Sami Hänninen – Drums
Kasperi Heikkinen – Guitars
Anton Kabanen – Guitars
Yannis Papadopoulos – Vocals

Track-Liste:

1. Beast in Black (04:29)
2. Blind and Frozen (05:04)
3. Blood of a Lion (05:03)
4. Born Again (03:51)
5. Zodd the Immortal (03:34)
6. The Fifth Angel (03:30)
7. Crazy, Mad, Insane (03:30)
8. Hell for All Eternity (04:48)
9. Eternal Fire (03:34)
10. Go to Hell (03:01)
11. End of the World (05:10)
12. Ghost in the Rain (05:35)

Wer wird denn gleich zum Bersker werden… ?

Eine handvoll Alben, die man als markante Schlachtrufe aus dem Genre des Power Metal bezeichnen kann; kennt vermutlich jeder. Schlachtrufe, die ihre Wirkung zumeist aus einer weitestgehend ungekünstelten Gesamtwirkung generieren – und dabei bestenfalls mit dem ein oder anderen Alleinstellungsmerkmal aufwarten. Auch die Finnen von BEAST IN BLACK wagen sich auf ihrem Debütwerk BERSERKER nun an eine eben solche oder zumindest daran erinnernde Kombination – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Genre-Vertretern scheuen sie sich offenbar nicht davor, auch mal das ein oder andere moderne Element in ihren Kompositionen zu verbauen. Kompositionen, denen man von der handwerklichen Warte heraus vieles unterstellen könnte – nur nicht, dass sie von unerfahrenen Musikern eingespielt wären oder wie ein zielloses Exerpeiment klingen. BERSERKER bewegt sich damit irgendwo zwischen neuerlichen Genre-Tributprojekten wie etwa den höchst solide agierenden BROTHERS OF METAL, klassisch-gradlinigen Haudrauf-Combos wie VHÄLDEMAR oder auch den gerne mal etwas deutlcher vom Keyboard getragenen Ambitionen von Landeskollegen wie DREAMTALE – und wirft dabei mit einer entsprechend breit gefächerten Palette höchst verschiedener Eindrücke um sich.

Eine gewisse Eingewöhnungszeit sollte man also definitiv einplanen – und auch die Möglichkeit, dass man in Anbetracht einiger merkwürdig sanft bis ganz und gar radiotauglich klingender Passagen (wie etwa in BORN AGAIN) oder ganzer nicht wirklich zum Oberbegriff des Power Metal passender Nummern (wie etwa dem fast schon discotauglich stampfenden CRAZY MAD INSANE mit seiner stark elektronischen Komponente) mal mehr oder weniger kurz den Kopf schütteln wird. Wobei, und das wäre genrell gtesprochen ein relativ vernichtendes i-Tüpfelchen; auch sonst alles nach einem relativ eindeutigen too much zu schreien scheint. Vor allem natürlich in Bezug auf das stets reichlich Platz einnehmenden Keyboard und den überschwänlichen elektronischen Bombast.

Umso größer ist die Überraschung dass es den Finnen dennoch gelungen ist, mit BERSERKER ein ebenso erfrischendes wie schlicht verdammt durchschlagkräftiges Power Metal-Album auf die Beine zu stellen. Vornehmlich, da sich die wohl eindrucksvollste Stärke der noch jungen Band einen angenehm unaufhaltsamen Weg in die Hirnwindungen des Hörers bahnt – die Gesangsdarbietung des hiesigen Leadsängers Yannis Papadopoulos. Einen derart energetisch und kraftvoll agierenden, dabei aber immer auch eine gewisse Akrobatik an den Tag legenden Leadsänger hat man schließlich schon lange nicht mehr gehört. Ausser eventuell; und deshalb auch der weiter oben anberaumte Vergleich, bei den Kollegen von VHÄLDEMAR – mit dem Unterschied, dass Yannis Papadopoulos eine noch größere Variabilität besitzt. So glänzt er nicht nur in den markant nach vorn preschenden Momenten wie etwa im Opener BEAST IN BLACK – auch in Bezug auf seine eher sanfte Seite (wie zum Auftakt von BLOOD OF A LION oder BORN AGAIN) macht er eien verdächtig gute Figur. Dass er dann auch noch relativ problemlos als Frontmann einer beliebigen Trash Metal-Combo durchgehen könnte (ZODD THE IMMORTAL) und dabei immer wieder mit einigen eine wohlige Gänsehaut erzeugenden Screams um die cke kommt, rundet das Ganze ab.

Fest steht: bei einem derart wandelbaren Frontmann ist es BEAST IN BLACK allemal zu verzeihen, dass sie auf ihrem Debütalbum auch mal den ein oder anderen Ausflug in so nicht ubnedingt erwartete Gefilde wagen – oder das Keyboard hie und da dezent überstrapazieren (ETERNAL FIRE). Schließlich sorgt allein seine markante Leistung dafür, dass den einstweilen etwas weicheren Anwandlungen in den Kompositionen ein zünftiger (und so gesehen ausgleichender) Gegenpart verpasst wird. Wie etwa in BLIND AND FROZEN – einer Nummer mit leichtem Pop-einschlag, die so oder so ähnlich auch von AVANTASIA hätte stammen können.

Ein kleineres Problem offenbart sich dann aber doch – und das bezieht sich auf die Darbietung der anderen beteiligten Musiker. Oder eher die Gewichtung der Beteiligung, analog zur generellen Abmischungqualität. Denn: nicht immer bekommt man einen guten Eindruck davon, was BEAST IN BLACK alles in Bezug auf das Instrumentenspiel in Petto haben. Abgesehen vom Einsatz des Keyboards versteht sich, und mit Ausnahme der gut akzentuierten Soli-Momente. Betrachtet man das hochkarätige Lineup der Band (unter anderem mit zwei bei den Ungarn von WISDOM aktiven Musikern), so sollte man jedenfalls meinen dass hier noch mehr drin gewesen wäre. Hie und da war es dann eben doch etwas zuviel des Guten, respektive des Bombasts – sodass gerade der Bass, und eisntweilen auch die Gitarren und das SChlagzeug in der fulminanten Klangkulisse unterzugehen drohen. Oder zumindest eine etwas generisch wirkende Nebenrolle spielen – was speziell für die sich nicht gerade zurückhaltenden Refrains gilt.

Sei es drum – so viel Spaß hat schon lange kein Power Metal-Album gemacht. Erst Recht keines aus dem Jahre 2017 – sodass sich BEAST IN BLACK durchaus Hoffnung auf die diesjährige Genre-Krone machen dürfen. Allen verantwortlichen, aber hauptsächlich Yannis Papadopoulos sei Dank. Chapeau !

Absolute Anspieltipps: BEAST IN BLACK, BORN AGAIN, THE FIFTH ANGEL, ETERNAL FIRE, GO TO HELL


„Einerseits, und speziell zu Beginn dezent gewöhnungsbedürftig – andererseits, und vor allem in gesanglicher Hinsicht klar das eindrucksvollste Power Metal-Album des Jahres 2017.“

7 Gedanken zu “Metal-CD-Review: BEAST IN BLACK – Berserker (2017)

      1. Könnte der Spam-Filter gewesen sein der das Ganze erst überprüft hat ? Aber normalerweise dauert das nur ein bis zwei Sekunden…. sonst wüsste ich auch nichts.^^

        Wenn ich irgendwo kommentiere und ich merke, dass es ein längerer Text wird mach ich das Ganze ohnehin lieber im Editor oder Word… und kopiere dann einfach. Das kann man schließlich immer wiederholen, bis es endlich klappt 🙂

        Gefällt mir

  1. So, da bin ich dann mal… meine persönliche Meinung zu Berserker. Wie immer pro Lied, n Fließtext würde zu lange dauern ^^

    Die Band ist ja bekanntlich um den ehemaligen Battle Beast Gitarristen entstanden, was man immer unterschwellig merkt: Berserk wo man hinschaut, ähnlicher Stil und das Cover weist dann doch die eine oder andere Paralelle auf. Also nicht, dass das schlecht wäre – Battle Beast war eine der ersten Bands, die ich je live gesehen habe (damals noch als Vorgruppe zu Nightwish), und ich war vom ersten Takt an ziemlich begeistert.

    Beast in Black: So generisch der Text auch sein mag, es mach einfach einen Heidenspaß zu hören. Muss ich glaub ich nicht viel dazu sagen, es ist einfach ein genialer Opener

    Blind and Frozen: Das erste Lied, was ich von Beast in Black jemals gehört habe, und absolute Einstiegsdroge für diese Band, wenn nicht sogar für Power Metal an sich. Hat es aber trotzdem nur auf Platz 5 der Lieder auf diesem Album geschafft meiner Meinung nach – das spricht schon Bände.

    Blood of a Lion: Das einzige Lied auf dem Album, bei dem ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Es ist technisch sehr gut gemacht und macht Spaß zu hören, aber irgendwas fehlt mir… zumindest manchmal

    Born Again: Hat ein paar Mal hören gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber sobald das passiert ist, kann man das Lied eigentlich nur noch lieben. Ich zumindest hatte es für zwei Tage am Stück im Ohr, ohne mich jemals darüber zu ärgern

    Zodd the Immortal: Für mich zusammen mit The fifth Angel das absolute Highlight des Albums (wobei das ganze Album schon als absolutes highlight gelten kann). Unglaubliche Power, eingängiger Text, ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich schon beim Mitsingen ertappt habe. Manchmal auf Platz 1 meiner persönlichen Topliste dieses Albums, manchmal auf Platz 2 (wechselt je nach Stimmung)

    The fifth Angel: Ich hatte anfangs gehofft, dass dieses Lied Ramiel gewidmet wäre und war (ehrlich gesagt) leicht enttäuscht, als ich die Lyrics durchgelesen und herausgefunden habe, dass dem nicht so ist. Trotz allem ein grandioses Lied und (je nach Stimmung) entweder auf Platz 2 oder 1 des Albums

    Crazy, Mad, Insane: Sehr experimentell, aber das ist beileibe nichts schlechtes. Schafft es nicht ganz in die Top 5, aber das ist bei der Konkurrenz auf dem Album auch schwer.

    Hell for all Eternity: Mir gehen so langsam die Worte aus, um die Lieder auf diesem Album zu beschreiben… es gibt einfach zu viel gutes und zu wenig schlechtes. Auch wenn dieses Lied in die untere Hälfte des Albums fällt, ist es immernoch auf meiner „Best of alle Bands“ Playlis(mit inzwischen über 400 Liedern)… das sagt glaube ich alles.

    Eternal Fire: Ich hatte schon immer was für Hymnen übrig, dementsprechend bin ich ein sehr großer Fan von diesem Lied – die Fanfarenartige Melodie, der Text, es passt einfach alles rein. Und, wie immer, technisch gut umgesetzt.

    Go to Hell: Für mich persönlich (mit etwa 8/10) das „schwächste“ Lied des Albums. Irgendwas am Chorus fehlt oder passt nicht ganz… aber das ist meckern auf sehr hohem Niveau. Es gibt immer noch ne Menge Alben, in denen dieses Lied das absolute Highlight gewesen wäre.

    End of the World: Absolute Bombe. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Steht Zodd the Immortal und the fifth Angel in kaum etwas nach, sehr knapper 3. Platz auf meiner persönlichen Liste… und ich hab da so ein Gefühl, dass man dazu ein verdammt gutes EoE/ 2.0/ 3.0 AMV machen könnte (ich glaub, du weißt, von welchen Szenen ich spreche 😀 )

    Ghost in the Rain: Nach End of the World angenehm zum runterkommen, wenn man darauf Lust hat und es (im Gegensatz zu mir) nicht auf Shuffle:All hört. Auch davon abgesehen sehr schöne Melodie, und zur Stimme muss ich glaub ich nichts sagen, die ist einfach göttlich.

    FAZIT:
    Nach all dem in-den-Himmel-gelobe, das ich hier betrieben habe, sollte es niemanden überraschen, wenn ich dem Album die Höchstwertung von 10.0 gebe – für mich das unangefochten beste Album 2017. Zugegeben, ich habe bei weitem noch nicht alle Alben aus 2017 gehört, aber Berserker zu toppen wird wirklich nicht leicht.
    Einziger wirklicher Kritikpunkt am Album ist der Bass… wer auch immer den abgemischt hat, hat den wahrscheinlich auf MAX gestellt und dann vergessen, zurückzudrehen. Also nicht, dass viel Bass schlecht ist, aber wenn man nur noch Soundbrei rausbekommt und man von zwei Stockwerken tiefer einen anruf bekommt, man solle doch bitte seinen Bass etwas runterdrehen (wenn man auf normaler Lautstärke hört, wohlgemerkt), sollte doch jedem klar sein, dass da was nicht so ganz stimmt.

    Absolute Anspieltipps: Ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals sagen würde, aber: Alle.

    Wow… das war viel, selbst für meine Verhältnisse

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    1. Ein erlesener Kommentar !

      Ja, die Nummer eins des Albums teilen wir uns schonmal. Zodd The Immortal ist einfach eine Wucht.

      Kurioserweise hat sich bei mir Deine Nummer 5 immer weiter hochgearbeitet, trotz des vergleichsweise einfachen Zugangs und der relativ poppigen Strukturen… wohl auch, da ich stets das Musikvideo dazu griffbereit habe. Läuft aktuell mindestens zwei oder dreimal am Tag… was der Sänger da macht, muss man erst einmal verarbeiten.

      Jo, für ein AMV wäre es wohl tatsächlich mal wieder an der Zeit… mal sehen was da geht. Wahrscheinlich aber erst 2018… 😉

      Das wäre aber auch was gewesen, wenn sich eine Power Metal-Band auf Evangelion-Inhalte bezieht… wobei, das kann ja noch werden. Das erwarte ich dann aber eher von einer etwas unbekannteren Combo, die nicht bei einem Major Label unter Vertrag steht.

      Du gibst also eine 10/10, ich eine 9/10… einigen wir uns auf 9.5, da ich auch meine dass zumindest Blood Of A Lion etwas fehlt. In jedem Fall handelt es sich um ein Must-Have-Album…

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      1. Hehe, danke :3 Ich habs scheinbar trotz der fehlenden Übung immer noch drauf 😀

        Ich hab nie gesagt, dass Blind and Frozen schlecht ist… ich sing jedes mal mit, wenn ichs hör ^^
        Und wie gesagt, von Platz 1 bis 5 sinds wirklich Haarfeine Unterschiede. Ich kenn Alben (und das müssen nichtmal schlechte Alben sein), in denen selbst Blood of a Lion eins der Highlighty gewesen wäre

        Evangelion ist ja leider sowieso so ne Sache inzwischen… das Interesse bleibt, aber so langsam geht das Material aus, dass man noch nicht gesehen hat.

        Darauf kann man sich glaub ich einigen ^^

        Gefällt 1 Person

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