Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – Cinerock (2017)

Alben-Titel: CineRock
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Dezember 2017 (Digital)
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Jacob Kaasgaard – Vocals, Keyboards, Guitar, Bass, Drums
Louie Ryan – Female Vocals

Track-Liste:

01. Main Theme [Epic Version] (1:39)
02. The World’s Greatest (4:47)
03. Go West (5:07)
04. Beauty and the Beast [Rock Version] (3:47)
05. Glory of Love (4:54)
06. We Are One (4:33)
07. Your Love (3:44)
08. The Macahans (Main Theme) (2:31)
09. Shadowland / King of Pride Rock (5:21)
10. The Magnificent Seven (2:24)
11. (Everything I Do) I Do It for You (4:09)
12. Bridge over Troubled Water (4:55)
13. The Lion Sleeps Tonight (3:44)
14. Somewhere In My Memory (4:07)
15. Wind of Change (4:58)
16. The Prayer (4:44)
17. Beauty and the Beast [Power Metal Version] (3:50)

Wenn’s schon mit einem Weihnachts-Soundtrack klappte…

Ja, es ist wieder soweit – das von den Philippinen stammende Power Metal-Projekt A HERO FOR THE WORLD hat erneut zugeschlagen. Nach ihrem erst im Mai diesen Jahres veröffentlichten, etwas sperrig betitelten Studioalbum WEST TO EAST PT. 1: FRONTIER VIGILANTE (siehe Review) legt das Bandprojekt um Frontmann Jacob Kaasgaard nun CINEROCK vor – eine insgesamt 17 Titel starke Compilation voll mit Cover-Versionen einiger mehr oder weniger bekannter Film- und Seriensoundtracks. Immerhin: dass es die im Jahre 2012 gegründete Power Formation – die mittlerweile nur noch aus Louie Ryan und Jacob Kaasgard selbst besteht – durchaus versteht ein mehr als nur vernünftiges Konzeptalbum wie dieses auf die Beine zu stellen, das bewiesen sie schon mit ihrem 2013’er Weihnachtsalbum WINTER IS COMING – A HOLIDAY ROCK OPERA (Review). Danach aber, und das ist der Knackpunkt; war längst nicht mehr alles Gold was analog zum vielversprechenden Bandnamen glänzte.

Dass das speziell für die eigens erdachten Werke der Band gilt, erscheint dabei leicht kurios – ist andererseits aber auch kein allzu großes Wunder. Schließlich hat der hiesige Band-Chef Jacob Kaasgaard tatsächlich eine recht ungewöhnliche Herangehensweise, wenn es um die Inszenierung des A HERO FOR THE WORLD-Leadgesangs geht. Ein Gesang, der beileibe nicht jedermann gefallen wird – und der allemal das Zeug dazu hat, die Hörerschaft entsprechend zu spalten. Doch ganz unabhängig davon, ob man mit seiner Stimme und der an den Tag gelegten Gesangs-Akrobatik nun warm werden kann oder nicht – bisher schien das Bandkonzept immer dann besonders gut aufzugehen, wenn sich die Band mit Cover-Versionen befasste. Covern wie den nun auch auf CINEROCK vertretenen – womit das Album grundsätzlich eine gute Chance hat, weitaus markanter als sein schwacher Vorgänger WEST TO EAST PT. 1 abzuschneiden.

So zumindest lautet die Theorie – die Realität sieht dagegen schon nicht mehr ganz so rosig aus. Vornehmlich, da Jacob Kaasgaard einfach nicht der größte Sänger ist – was bei einem stark auf den Gesang ausgerichteten Cover-Album wie diesem natürlich leicht von Nachteil ist. Im Vergleich mit anderen Genre-Künstlern, die eine ganz ähnliche Schiene fahren – wie PELLEK etwa – hat er jedenfalls kaum eine Chance, woran auch die hie und da eingeholte weibliche Unterstützung nichts ändert. Überhaupt, und das ist ein generelles Problem der neueren A HERO FOR THE WORLD-Erzeugnisse; scheint auch die instrumentale Komponente teils frappierende Schwächen aufzuweisen. Schlicht und hauptsächlich, da alles ein wenig zu sehr nach Eigenproduktion klingt – und sowohl das tatsächliche Spiel der Instrumente als auch die Produktion lediglich die absoluten Mindestanforderungen an das Genre erfüllen.

Anders gesagt: das auf CINEROCK dargebotene Material klingt insgesamt viel zu plump, harmlos und unspektakulär – und wird stellenweise sogar regelrecht unprofessionell inszeniert. Eben so, wie man es von einem auf Spaß ausgelegten Hobby-Projekt erwarten würde – aber nicht von einer Band, die einst als exotische Power Metal-Hoffnung galt. Sicher, auch das A HERO FOR THE WORLD-Weihnachtsalbum aus dem Jahre 2013 hatte mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen – und doch wirkte es insgesamt deutlich griffiger, atmosphärischer und sicher auch ein stückweit charmanter. CINEROCK kann dagegen nicht mehr von der potentiellen Stärke aus der Kombination eines ebenso gewöhnungsbedürftigen wie hie und da doch noch erfrischenden Leadgesangs und den interessanten Anpassungen profitieren, die sich in Bezug auf ein Cover-Album wie dieses ergeben.

Letztendlich muss man sich damit wohl nur noch entscheiden, welche der Nummern am schiefsten klingt – wobei sich durchaus einige vielversprechende Kandidaten offenbaren. Der Opener THE WORLD’S GREATEST beispielsweise klingt schon recht merkwürdig – was allerdings nichts im Gegensatz zu den mit diversen klanglichen Störfaktoren ausgestatteten WE ARE ONE, dem ungünstig ausgewählten EVERYTHING I DO, dem gesanglich höchst problematischen BRIDGE OVER TROUBLED WATER oder etwa dem absoluten Tiefpunkt in Form des nur noch peinlichen THE LION SLEEPS TONIGHT ist. Was dem Album bleibt, sind seine rein instrumentalen Kompositionen in Form der kürzeren Zwischenspiele – sowie eine handvoll doch noch annehmbarer Cover. Vornehmlich wären hier das irgendwie doch Laune machende GO WEST, das im Duett vorgetragene BEAUTY AND THE BEAST (aber auch nur in der Rock-Version ohne das arg künstliche Power-Drumming) oder das ordentliche SHADOWLAND zu nennen. Insgesamt aber sieht es doch eher mau aus für CINEROCK – das wohl nur die beinhartesten Fans der Combo ansprechen sollte.

Absolute Anspieltipps: GO WEST, BEAUTY AND THE BEAST, SHADOWLAND


„Als Spaßprojekt stellenweise noch akzeptabel – aber auch nur, wenn ein oder zwei Augen zugedrückt werden.“

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