Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – In A Time Of Blood And Fire (1995)

Alben-Titel: In A Time Of Blood And Fire
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1995
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Megarock Records

Alben-Lineup:

Anders Zackrisson – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Mikael Söderström – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Ulf Andersson – Drums

Track-Liste:

1. Sword of Steel (03:21)
2. Skyline Flame (05:30)
3. Black Death (04:08)
4. In a Time of Blood and Fire (05:01)
5. Dawnspell (05:38)
6. Lay of Ennui (05:02)
7. Winds of Death (04:17)
8. Rest in Peace (03:37)
9. Dragonisle (06:53)

Ach ja, da war doch noch was…

In der Tat haben sie sich bisher eher rar gemacht auf diesem Blog und innerhalb der korrespondieren Power Metal-Chronik – und doch wurden die Schweden von NOCTURNAL RITES nie gänzlich ausgeklammert. Und das sollte man wohl auch nicht – schließlich kann die bereits im Jahre 1990 als NECRONOMIC gegründete Combo problemlos als eine der interessanteren klassischen Power Metal-Formationen aus dem hohen Norden bezeichnet werden. Und sicher auch als eine der hochkarätigeren, die im Verlauf ihrer Karriere für reichlich Wirbel gesorgt hat – sodass es an der Zeit ist, endlich einige der dringend überfälligen Rezensionen zu den hiesigen Studioalben nachzuholen. Von denen haben sich im Laufe der Jahre immerhin ganze 9 angesammelt – oder 8, wenn man das bereits rezensierte aktuelle Album PHOENIX (siehe Review) einmal gedanklich abzieht.

Passenderweise scheint es in Anbetracht der vergleichsweise turbulenten Diskografie der Schweden auch keine allzu große Rolle zu spielen, ob man erst kürzlich in die hiesige Werschau eingestiegen oder bereits seit den Anfangstagen dabei ist – denn zu beobachten gab und gibt es in jedem Fall einiges. So haben die Schweden nicht nur einige qualitativen Höhen und Tiefen mitgenommen, auch einige damit verbundenen einschneidenden Mitgliederwechsel und stilistische Neuorientierungen schmücken die Historie der Band. Einer Band, die bis heute eine wichtige Rolle innerhalb des europäischen Power Metals spielt; in ihren Anfangstagen aber eigentlich einer ganz anderen Spielart frönte – dem Death Metal. Dabei ist es nicht weniger als ein pures Mysterium was genau gesehen wäre, hätten sie sich die NOCTURNAL RITES auch weiterhin in Richtung dieser einst angepeilten Spielart verdingt. Von Glück kann man wohl dennoch sprechen – denn mit der Entscheidung, ab dem heute vorliegenden 1995’er Erstwerk IN A TIME OF BLOOD AND FIRE nur noch auf einen klassischen Power Metal zu setzen; sind die Schweden bekanntlich auch sehr gut gefahren.

Wobei das eine noch dezent untertriebene Formulierung zu sein scheint – schließlich konnte und kann schon das vorliegende Debütalbum für einiges an Aufsehen sorgen. Vornehmlich, da es als ebenso klassisch angehauchtes und durch die Metal-Musik der guten alten 80er Jahre inspiriertes Album wie auch als recht eigenständiges und zielstrebiges Werk überzeugt – und die entstehenden Parallelen wenn überhaupt auf eher großartige Vorgänger und Genre-Pioniere wie etwa IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder auch RIOT hinweisen. Auch die wohlklingende und gut inszenierte Leadstimme von Anders Zackrisson lässt hier keine nennenswerten Zweifel zu – und die Leistungen an den Instrumenten hätten sowohl in den direkt zündenden Hymnen (SWORD OF STEEL, SKYLINE FLAME, DAWNFLAME, REST IN PEACE) als auch den etwas langsameren und komplexeren Arrangements (wie im Rausschmeißer DRAGONISLE) kaum treffender ausfallen können.

Was dem Album indes und trotz aller frühen Genialität fehlt – und es im Gegensatz zu RIOT’s THUNDERSTEEL (Review) knapp am Status eines zeitlosen Meisterwerks vorbeischrammen lässt – ist eine zu 100% zufriedenstellende Produktion, und eventuell auch ein wirklich durchgängig überzeugendes Songwriting. Schließlich wirken selbst die grundsätzlich schmackigen Hymnen so, als hätten sie ruhig noch etwas mehr Druck vertragen können – was vor allem auf die einstweilen etwas flach klingenden Refrains zu beziehen ist. Auch fühlt es sich hie und da so an, als hätten die NOCTURNAL RITES nicht wirklich jede einzelne der 43 Minuten so intensiv und meisterhaft genutzt wie es eventuell angedacht war – und beispielsweise im starken Titeltrack IN A TIME OF BLOOD AND FIRE bis ins kleinste Detail zelebriert wird. Dennoch, und ohne Zweifel: das Debütalbum der NOCTURNAL RITES ist ein ebenso wichtiges wie rundum ansprechendes Werk – und ein allemal lohnenswertes Stück Power Metal-Geschichte.

Absolute Anspieltipps: SWORD OF STEEL, IN A TIME OF BLOOD AND FIRE, DAWNSPELL, WIND OF DEATH, REST IN PEACE


„Ein gelungener (zweiter) Karriere-Auftakt – und ein Muss für Freunde eines ebenso klassischen wie zeitlosen Heavy- und Power Metals.“

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