Metal-CD-Review: MORIFADE – Domination (2004)

Alben-Titel: Domination
Künstler / Band: Morifade (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. Februar 2004
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Karmageddon Media

Alben-Lineup:

Stefan Petersson – Vocals
Jesper Johansson – Guitars
Robin Arnell – Guitars
Henrik Weimedal – Bass
Fredrik „Frippe“ Eriksson – Keyboards
Kim Arnell – Drums

Track-Liste:

1. Parallels (04:58)
2. A Silent Revolution (06:30)
3. The Second Coming (04:22)
4. Words I Never Speak (04:48)
5. Clarity (Fragments of a Dream) (04:20)
6. Panopticon (04:50)
7. The Rising (04:19)
8. Erase (05:36)
9. Memory’s End (05:02)
10. Cast a Spell (04:21)
11. As Time Decides (05:04)
12. Tomorrow Knows (04:31)
13. Dance with the Devil (Phenomena cover) (04:34)
14. Judas (Helloween cover) (04:49)

Im besten Fall darf es jede Band einmal kosten – das Gefühl, wahrhaftig zu dominieren…

Ohne Zweifel: die frühen 2000er waren eine gute Zeit für die Schwedischen Power Metaller von MORIFADE. Nach ihrem ebenso überraschenden wie gelungenen 1999’er Debütalbum POSSESSION OF POWER (siehe Review), der gnadenlosen Gehemtipp-EP CAST A SPELL (Review) sowie dem hervorragenden zweiten Album IMAGINARIUM aus dem Jahre 2002 (Review) ließen sich die talentierten Musiker um Frontmann Stefan Petersson abermals nicht viel Zeit – und veröffentlichten ohne großartig zu zögern ihr drittes Studioalbum DOMINATION. Ein Album, das mindestens zwei Besonderheiten mitbringt. Zum einen beinhaltet es die vorangegangene EP CAST A SPELL, und das direkt im Anschluss an die regulären 9 Albentitel – was sich verständlicherweise nicht auf die Wertung auswirkt, aber allemal als nette Dreingabe zu verstehen ist. Insbesondere natürlich für alle, die die EP noch nicht ihr eigen nennen oder nennen wollen – vielleicht ja auch, da sie sich eher auf vollwertige Studioalben konzentrieren. Zum anderen aber, und das ist vielleicht noch etwas interessanter; präsentiert es MORIFADE von einer bis dato unbekannten musikalischen Seite – und das, obwohl das Album nur zwei Jahre nach IMAGINARIUM erschien und mit dem exakt selben Lineup verwirklicht wurde.

Und doch ist DOMINATION nicht weniger als das bis dato komplexeste, vielschichtigste und so gesehen vielleicht auch sperrigste Album von MORIFADE geworden. Ein Album; das damit auch nicht mehr ganz so eingängig wirkt und klingt wie seine Vorgänger, einen deutlicheren Abstand sowohl zu den gerne mal etwas überbordenden Kompositionen als auch dem allgemeinen Fantasy-Kontext einnimmt – und das vermutlich auch einige Durchläufe brauchen wird, um wirklich zünden zu können. Mit verantwortlich dafür ist auch die zumindest in dieser expliziten Form bei MORIFADE erstmalig hoch gehaltene progressive Komponente, die bereits den Alben-Auftakt und speziell die etwas längeren Nummern wie A SILENT REVOLUTION schmückt. Gerade diese neuerliche Herangehensweise ist es dann auch, die den Hörer auffordert genauer hinzuhören – und ihn einlädt, die sich alles andere als wiederholenden 9 Titel für sich zu entdecken. Sicher legten MORFIADE ihre Vergangenheit und ihre auch mal etwas kitschig erscheinende Spielfreude dabei nicht vollständig ab, glücklicherweise – wofür schon der sich irgendwo zwischen IRON SAVIOR, HELLOWEEN und GAMMA RAY bewegende Opener PARALLELS Pate steht.

Und tatsächlich: so knackig, bissig und zielstrebig wie hier klangen MORIFADE noch nie. Selbst der sonst recht weich tönende Leadsänger Stefan Petersson erscheint so in einem völlig neuen Licht, erst recht natürlich wenn es hinüber in merklich düsterere Nummern wie THE SECOND COMING oder aber emotionale Auseinandersetzungen wie in WORDS I NEVER SPEAK geht. Auch die einzelnen Instrumente bekommen eine wesentlich größere Aufmerksamkeit als noch zuvor – und das gar nicht erst, da man den Einsatz des Keyboards markant zurückgefahren hätte. Vielmehr scheint es, als hätte sich die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität von MORIFADE hier auf ein schier perfektes Level eingependelt – sodass es schlicht ein pures Vergnügen ist dem antreibenden Schlagzeug, den variablen Basslinien oder aber den energetischen Gitarren zu lauschen. Besonders interessant wird es, wenn sich alle Vorzüge wie im eigentlich eher ruhigen THE RISING vermengen – und man mit dem Leadgesang und den ausgefeilten Instrumentalstrecken gänzlich neue Sphären erreicht.

Zwei kleinere Mankos gibt es dann aber doch – und die liegen im Falle von DOMINATION recht nah beieinander. So haben es MORIFADE schlicht verpasst, ihren im Großen und Ganzen recht ausgefeilten und teilweise schlicht beeindruckenden Nummern auch mit zu ihnen passenden Refrains zu versehen. Selbige wirken des öfteren vergleicshweise unspektakulär, ja wenn nicht gar etwas lustlos dargeboten – was auch für die alles andere als kräftigen Chorgesänge gilt, die das eigentliche Potential des Albums ebenfalls dezent schmälern. Glücklicherweise aber wiegen diese potentiellen Nachteile hier nicht ganz sso schwer – sodass man insgesamt und zusammenfassend betrachtet noch immer von einem ebenso vielfältigen wie zutiefst unterhaltsamen Power Metal-Album ausgehen kann, welches man im Nachhinein nicht mehr missen möchte.

Absolute Anspieltipps: PARALLELS, CLARITY (FRAGMENTS OF A DREAM), THE RISING


„Eine erwachsenere und härtere Version von MORIFADE, die überraschend gut funktioniert.“

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