Metal-CD-Review: MORIFADE – Imaginarium (2002)

Alben-Titel: Imaginarium
Künstler / Band: Morifade (mehr)
Veröffentlichungsdatum: April 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Hammerheart Records

Alben-Lineup:

Stefan Petersson – Vocals
Jesper Johansson – Guitars
Robin Arnell – Guitars
Henrik Weimedal – Bass
Fredrik „Frippe“ Eriksson – Keyboards
Kim Arnell – Drums

Track-Liste:

1. Lost Within a Shade (03:42)
2. Escape (03:44)
3. Rising Higher (04:23)
4. Nevermore (07:48)
5. The Enemy Within (04:46)
6. Dark Images (04:09)
7. In Martyria (05:06)
8. Revive for Awhile (04:22)
9. The Secrecy (04:36)
10. Reborn (04:32)
11. Whispering Voices (06:24)

Von zu ergründenden Ursprüngen und klassischen Schätzen.

Für nicht wenige europäische Power Metal-Combos war die Zeit um die Jahrtausendwende herum eine ausgesprochen gute und produktive. Die eigentlich schon 1992 gegründeten, dabei aber erst ab 1998 so richtig durchgestarteten Schweden von MORIFADE bilden da keine Ausnahme – auch wenn man mittlerweile schon länger nichts mehr von ihnen gehört hat. Vor einigen Jahren jedoch, und speziell nach dem vielversprechenden 1999’er Debütalbum POSSESSION OF POWER (siehe Review) standen die Zeichen noch auf einem relativ eindeutigen grün – wofür nicht zuletzt die direkt nach dem Debüt veröffentlichte, recht überraschende und schlichtweg geniale EP CAST A SPELL (Review) bis heute Pate steht. Ein klassisches One-Album-Wonder waren oder sind MORIFADE aber auch nicht – schließlich folgte schon im Jahre 2002 IMAGINARIUM, das zweite offizielle Studioalbum der Band.

Selbiges beinhaltet 11 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 53 Minuten – und machte in etwa da weiter, wo MORIFADE zuvor mit ihrem Erstschlag POSSESSION OF POWER aufgehört hatten. Das gilt vornehmlich in Bezug auf die angepeilte Spielart und den dezent an diverse in jener Zeit aktiven Italo-Combos erinnernden Stil – der sich mit dem recht hohen und weichen Leadgesang von Stefan Petersson, einem großzügigen Einsatz des Keyboards und den im Gegensatz dazu stehenden griffigen Gitarren irgendwo zwischen dem Schaffen der frühen CRYSTAL EYES und den Italienern von LABYRINTH wohlfühlt. Für den ein oder anderen emotionalen Moment waren sich MORIFADE schließlich auch nicht zu schade – wobei, und das ist das besondere; man ihnen auch in diesen Momenten durchaus abnimmt was sie da von sich geben (NEVERMORE, REVIVE FOR A WHILE). Und auch wenn die vergleichsweise feucht-fröhlichen Gesänge (inklusive der Chöre) und das niemals gänzlich außen vor gelassene Keyboard eigentlich danach schreien: IMAGINARIUM ist in Bezug auf seine Gesamtwirkung letztendlich deutlich weniger kitschig geworden als es eventuell zu befürchten war.

Das liegt sicher auch an der schieren Überzeugungskraft der einzelnen Nummern respektive Hymnen, die wirkungsvoller und zeitloser nicht hätten ausfallen können. Sei es der schmackige Opener LOST WITHIN A SHADE, das stampfende ESCAPE, das bereits erwähnte balladeske REVIVE FOR A WHILE oder etwa die schiere Übernummer IN MARTYRIA – MORIFADE machen hier eine durchweg ausgezeichnete Figur. Und das auch, da das Angebot recht breit gefächert ist, so gut wie niemals Langeweile aufkommt, das an den Tag gelegte Handwerk zu jedem Zeitpunkt überzeugt – und insbesondere auch die dezent progressiv angehauchten Instrumentalpassagen den Hörer gekonnt bei Laune halten. Ein oder zwei Schwächen aber offenbart das Album dann doch: zum einen hätte die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität noch etwas aussagekräftiger ausfallen können, was die glücklicherweise auch so noch spürbare Wirkung der starken Einzeltitel zusätzlich unterstrichen hätte – und zum anderen wäre es wohl kaum jemanden zu verübeln, wenn er nicht mit der Darbietung des hiesigen Leadsängers Stefan Petersson warm werden kann. Zwar macht der seine Sache sehr gut und leistet sich so gesehen auch keine Patzer – doch jedermanns Geschmack wird er nicht treffen. Aber vielleicht ist ja auch das nur gut und richtig so.

Schlussendlich, und auch das ist alles andere als eine Überraschung; sollte man hier weder ein gänzlich klischeebefreites Album erwarten – noch ein solches, welches das Genre-Rad komplett neu erfindet. Wenn man dagegen nichts gegen eine ordentliche Breitseite eines angenehm klassischen und energetischen Power Metals der europäischen Spielart einzuwenden hat, dann sollte oder darf man ein Album wie IMAGINARIUM eigentlich nicht verpassen.

Absolute Anspieltipps: LOST WITHIN A SHADE, ESCAPE, IN MARTYRIA


„Ein klassischer Power Metal, der einen Heidenspaß macht.“

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