CD-Review: SANTIANO – Im Auge Des Sturms (2017)

Alben-Titel: Im Auge Des Sturms
Künstler / Band: Santiano (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Oktober 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Pop, Irish Folk, Shanty
Label: Universal Music

Alben-Lineup:

Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug – Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen
Gesang, Mundharmonika, Perkussion – Axel Stosberg
Gesang, Gitarre, Bass – Björn Both
Gesang, Gitarre – Andreas Fahnert
Geige, Mandoline, Gesang, Akkordeon, Bouzouki, Perkussion, Tin Whistle – Peter David Sage

Track-Liste:

1. Könnt Ihr Mich Hören
2. Ich Bring Dich Heim
3. Sail Away
4. Liekedeeler
5. Im Auge Des Sturms
6. Doch Ich Weiß Es
7. Hooray For Whiskey
8. Die Sehnsucht Ist Mein Steuermann
9. Brüder Im Herzen
10. Deine Reise Endet Nie
11. Ihr Sollt Nicht Trauern
12. Unsre Lieder Werden Bleiben
13. Wir Für Euch Und Ihr Für Uns

Gott muss ein Seemann Santiano-Fan sein.

Ob man nun von einem bloßen Zufall sprechen möchte oder nicht: gar nicht allzu weit vom Releasedatum des neuen D’ARTAGNAN-Albums entfernt (siehe Review zu VEREHRT & VERDAMMT) melden sich auch die munt’ren Seefahrer von SANTIANO zurück. Immerhin: im Gegensatz zu den leider nicht von Hanuta oder der Rügenwalder Mühle gesponserten Möchtegern-Musketieren können SANTIANO durchaus behaupten, einiges im deutschen Musik-Business bewegt zu haben. Hinzu kommt, dass ihnen der über die Jahre stetig gewachsene Erfolg Recht zu geben scheint – selbst in Anbetracht dessen, dass die tatsächliche Qualität ihrer Alben seit dem noch recht überraschenden und gut funktionierenden Debütwerk BIS ANS ENDE DER WELT (siehe Review) einem so gesehen schwindelerregenden Abstieg ausgesetzt ist. Anders gesagt: eingefleischte Fans der nur vermeintlich raubeinigen Seefahrer werden auch das neue Album kaufen und lieben, Neueinsteiger können aufgrund des längst nicht mehr vorhandenen Überraschungseffekts und der fehlenden Innovation auch genauso gut an jedem anderen Punkt in der Diskografie einsteigen – und an der Meinung beinharter STANTIANO-Hasser wird auch IM AUGE DES STURMS nicht viel ändern.

Und tatsächlich: analog zum nicht veränderten und somit immer spannungsärmeren Konzept, zu den ebenso beliebig wie klischeehaft erscheinenden Inhalten und der abermals unangenehm weichgespülten und glatt geschliffenen Produktion hat sich auch in Bezug auf mögliche aus dem Alben-Kontext herausstechende Highlights wenig getan. Highlights, die man bei einer gewissen Laune vielleicht doch noch auf der ein oder anderen ausgelassenen Fete spielen könnte ohne sich dezent fremdschämen zu müssen – vielleicht ja, da sie ausnahmsweise mal etwas kantiger klingen, nicht überproduziert sind oder schlicht eine enorm mitreißende Wirkung haben. Nicht lange ein Geheimnis bleibt, dass IM AUGE DES STURMS leider keine sich diesbezüglich qualifizierende Nummer anzubieten vermag – was auf den früheren Alben immerhin noch hie und da der Fall war. Selbst das theoretisch vielversprechende DOCH ICH WEISS ES kann nicht überzeugen, ebenso wie die ehemals recht gut bei SANTIANO funktionierenden traditionellen Shantys a’la SAIL AWAY oder HOORAY FOR WHISKEY.

Sicher, der Band bleiben die teils markanten, gut trainierten und anständig in Szene gesetzten Männerstimmen inklusive der direkt wirksamen Mitsing-Refrains – doch hilft das nicht viel, wenn das Album in Bezug auf die Instrumente und die Produktion so undifferenziert ausfällt wie hier. Schließlich fällt es einstweilen schwer, die Nummern überhaupt auseinanderzuhalten – zu gleichförmig ist der süffige Seefahrer-Musikfluss, zu uninspiriert und prätentiös des gesamte Songwriting. In Bezug auf eine doch noch marginal vorhandene Abwechslung können SANTIANO wohl nur mal mehr oder weniger an der Schmalz- und Klischeeschraube drehen, auf dass neben typisch-eingängigen Hymnen a’la LIEKELEEDER oder DEINE REISDE ENDET NIE auch übertrieben schnulzige Liebes-Balladen a’la IM AUGE DES STURMS oder DIE SEHNSUCHT IST MEIN STEUERMANN entstehen. Ob Nummern wie diese wirklich voller Sehnsucht stecken (und vielleicht auch entsprechende Emotionen wecken) muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht wohl nur, dass eine wie auch immer geartete musikalische Wertigkeit – und vielleicht auch Ehrlichkeit – anders klingt. Dran werden jedoch nur die wenigsten denken, wenn demnächst wieder eine Special-Edition veräußert und bald darauf vielleicht schon das nächste SANTIANO-Album in den Regalen stehen wird…

Absolute Anspieltipps: /


„Oh Wunder – das Schiff geht langsam unter.“

2 Gedanken zu “CD-Review: SANTIANO – Im Auge Des Sturms (2017)

    1. Nanu, was hast Du denn für eine Version^^ ?
      Die Aufnahmequalität ist einem Major-Label-Release entsprechend, also eigentlich hervorragend. Besser macht es das allerdings auch nicht 😉

      Gefällt mir

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