Metal-CD-Review: BROTHERS OF METAL – Prophecy Of Ragnarök (2017)

Alben-Titel: Prophecy Of Ragnarök
Künstler / Band: Brothers Of Metal (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. April 2017
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Emil Wärmedal – Bass
Mikael Fehrm – Guitars
Pähr Nilsson – Guitars
Dawid Grahn – Guitars
Ylva Eriksson – Vocals
Joakim Lindbäck Eriksson – Vocals
Johan Johansson – Drums
Mats Nilsson – Vocals

Track-Liste:

1. The Death of the God of Light (03:30)
2. Son of Odin (03:59)
3. Prophecy of Ragnarök (03:42)
4. Defenders of Valhalla (04:08)
5. Concerning Norns (01:40)
6. Yggdrasil (04:32)
7. Tyr (03:35)
8. Siblings of Metal (03:36)
9. Gods of War (03:54)
10. Freya (04:12)
11. The Mead Song (03:37)
12. Sleipnir (03:04)
13. Fire Blood and Steel (03:12)
14. We Believe in Metal (04:42)

Wo die Helden wohnen.

Nanu, was ist denn das ? Grundsätzlich ist man es ja gewöhnt, dass so gut wie jeden Tag neue Power Metal-Combos das Licht der Welt erblicken. Zumindest heutzutage, mit dem Blick auf das internationale Ganze – und unter Einbeziehung einer gewissen Form der Schnelllebigkeit, die nicht wenige der entsprechenden Bands auch ebenso schnell wieder verstummen lässt. Im Falle von PROPHECY OF RAGNARÖK jedoch, dem Debütalbum der aus Schweden stammenden BROTHERS OF METAL; scheinen die Zeichen auf einem relativ klaren – ja wenn nicht gar grell leuchtenden – Grün zu stehen. Wobei es der Gründe dafür gleich eine ganze handvoll sind. Angefangen bei dem für eine Independent-Produktion überraschend wohlklingenden bis schlichtweg bombastischen Soundoutfit über das für ein Debütalbum mehr als überzeugende Handwerk bis hin zu einem enormen Spaß- und Eingängigkeitsfaktor – die BROTHERS OF METAL legen hier ein ganz und gar ordentliches Brett vor, das man erst einmal verarbeiten muss. Streng genommen müsste sich die Combo übrigens SIBLINGS OF METAL nennen (passenderweise ist exakt dieser Titel auch auf dem Album enthalten), immerhin spielt die bis dato unbekannte Ylva Eriksson eine nicht unwesentliche Rolle in der gesangsstarken Formation. Neben der markanten weiblichen ertönen übrigens noch zwei weitere, bis dato ebenfalls unbekannte männliche Stimmen – von denen eine ein wenig an SABATON’s Joakim Broden erinnert.

Überhaupt kann und muss man bei einem Album wie PROPHECY OF RAGNARÖK ganz generell zahlreiche Vergleiche anstellen – die sich hier keineswegs versteckt ergeben, sondern sich in so gut wie jeder Hinsicht (und von der Band gewollt) anbieten. Seien es die Songtitel selbst, die teils eindeutigen Parallelen zu allseits bekannten Genre-Cobmos wie MANOWAR, FREEDOM CALL, ORDEN OGAN, SABATON und vielleicht auch POWERWOLF; oder aber der generell erhöhte Kitsch- und Klischeefaktor der so gut wie alle Nischen des typisch europäischen Power Metals abdeckt – wirklich neu ist das, was die BROTHERS OF METAL hier inszenieren; keineswegs. Doch dessen ist sich offenbar auch die Band selbst bewusst – sodass PROPHECY OF RAGNARÖK weniger nach einem eigenständig-innovativen Debütalbum klingt, als vielmehr nach einem groß angelegten Tribut-Album in Richtung diverser die Bandmitglieder potentiell prägender Acts. Und: natürlich auch in Richtung der Fans. Anders gesagt: PROPHECY OF RAGNARÖK ist nicht weniger als ein feucht-fröhliches Fest für alle, die in den letzten Jahren auch nur ansatzweise Gefallen am Genre des Power Metals haben finden können – und die kein Problem mit einer gewissen Form der Übertreibung haben.

Gerade bei diesem Stichwort offenbart sich auch eine weitere potentielle Vergleichscombo der jüngeren Zeit: TWILIGHT FORCE. Nicht nur, dass die tapferen Kollegen ebenfalls aus Schweden stammen und in ganz ähnlich fantastisch-heroischen musikalischen Gefilden unterwegs sind – auch sie verstehen es wie kaum jemand sonst, dass ihre Musik aus mindestens zweierlei Perspektiven betrachtet werden kann. Einer absolut ernst gemeinten einerseits; die sich vor allem aus dem hervorragenden Handwerk, der bombastischen Präsentation und der schieren Wucht der einzelnen Titel ergibt – und andererseits einer, die ein gewisses Augenzwinkern vorsieht. Allzu bierernst sollte man ein Album wie PROPHECY OF RAGNARÖK also eher nicht betrachten, auch wenn man nicht mit allen der gerne mal vor Klischees triefenden Inhalten zufrieden ist – zumal so der enorme Spaßfaktor flöten geht. Und doch, spätestens bei einem Titel wie SLEIPNIR ist Vorsicht angesagt: mit so viel Glitzer und Feenstaub wurde schon lange kein Power Metal-Refrain mehr versehen, nicht einmal bei TWILIGHT FORCE. Und: Texte wie der von FIRE BLOOD AND STEEL werden zweifelsohne nicht in das Metal-Geschichtsbuch der lyrisch anspruchsvollen Momente einziehen.

Dennoch kann mit einem Album wie diesem schlicht nicht viel falsch machen. PROPHECY OF RAGNARÖK überzeugt sowohl in gesanglicher als auch instrumenteller und kompositorischer Hinsicht, und legt dabei einen ebenso fetten wie beeindruckenden Sound an den Tag. Dass diversen anderen Genre-Acts gehuldigt wird – und das mit Stil – rundet das Ganze ab, und macht die Scheibe zu einem echten Geheimtipp. Sicher, ob die Band eine echte Zukunft haben wird wird sich zeigen – wofür vornehmlich eine Frage beantwortet werden müsste: werden die BROTHERS OF METAL weitere Alben einer ähnlichen Machart herausbringen (was schnell eine ermüdende Angelegenheit werden könnte), oder doch etwas eigenständigeres versuchen ? Was es auch ist, man darf gespannt sein auf alle weiteren Taten aus der schwedischen Helden-Schmiede.

Absolute Anspieltipps: THE DEATH OF THE GOD OF LIGHT, PROPHECY OF RAGNARÖK, YGGDRASIL, WE BELIEVE IN METAL


„Falls er irgendwo abhanden gekommen sein sollte, bringen die BROTHERS OF METAL den Spaß am Genre zurück.“

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