Metal-CD-Review: FORGOTTEN TALES – We Shall See The Light (2010)

Alben-Titel: We Shall See The Light
Künstler / Band: Forgotten Tales (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 05. November 2010
Land: Kanada
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Union Metal International

Alben-Lineup:

Patrick Vir – Bass
Mike Bélanger – Drums
Sonia Pineault – Vocals
Martin Desharnais – Guitars
Frédéric Desroches – Keyboards

Track-Liste:

1. We Shall See the Light (05:25)
2. Guardian Angel (05:09)
3. Keepers of the Field (05:15)
4. The Reaper (05:05)
5. Diviner (06:22)
6. The Calling (05:40)
7. Howling at the Moon (05:20)
8. Broken Wings (05:26)
9. Angel Eyes (04:55)

Ein neues Kapitel in den Geschichten der FORGOTTEN TALES.

Mit WE SHALL SEE THE LIGHT begeben sich die kanadischen Symphonic Power Metaller von FORGOTTEN TALES nun schon zum dritten Mal an die hart umkämpfte Front der zahlenmäßig klar unterlegenen Genre-Combos mit weiblichen Gesangstalenten. Dass sie sich diesbezüglich aber ganz locker behaupten können, zeigten die Musiker bereits mit ihren beiden guten und leider gerne mal übersehenen Vorgängern THE PROMISE (siehe Review) und dem 2006 erschienenen ALL THE SINNERS (Review) auf. Und auch wenn mit dem 2010 veröffentlichten WE SHALL SEE THE LIGHT erstmals ganze 6 Jahre zwischen zwei FORGOTTEN TALES-Alben liegen, hat sich grundsätzlich nicht allzu viel getan in der hiesigen Power Metal-Schmiede – was in diesem Fall aber eher positiv und als Fortsetzung der überraschenden qualitativen Kontinuität der Band zu verstehen ist. So präsentiert auch das neue Album vieles von dem, was schon auf den Vorgängern zu gefallen wusste – inklusive einer wie immer markanten Leistung der hiesigen Frontfrau Sonia Pineault.

Eine dezente stilistische Veränderung aber kann man dann doch ausmachen: WE SHALL SEE THE LIGHT klingt insgesamt etwas weniger verspielt und auch ein stückweit düsterer als die Vorgänger. Eben das wird wohl auch über den jeweiligen Fall oder Aufstieg des Albums in der Gunst der Hörerschaft entscheiden – wobei es nicht ganz leicht fällt festzustellen, in welche Richtung das Pendel nun eher ausschlägt. Anders gesagt: einerseits scheint der nunmehr etwas aufgeräumter erscheinende Sound den FORGOTTEN TALES recht gut zu Gesicht zu stehen – andererseits aber wird man ähnliche progressiv-wandelbare Strukturen und fulminante Kraftausbrüche wie in der Vergangenheit eher vermissen. Das erscheint natürlich umso ernüchternder wenn man weiß, zu was die Band eigentlich imstande ist. Doch aus irgendeinem Grund scheinen sich die FORGOTTEN TALES (womit tatsächlich auch alle einzelnen Bandmitglieder gemeint sind) dieses Mal eher zurückgehalten zu haben.

Trotz der grundsätzlich exzellenten Handhabung der Instrumente und der abermals interessanten Gesangsdarbietung könnte man hie und da also durchaus den Eindruck gewinnen, dass die Band bei vielen der auf WE SHALL SEE THE LIGHT enthaltenen Titel ein stückweit zu sehr auf Nummer sicher gegangen ist. Einen Hinweis darauf gibt bereits der eher verhaltene, nicht so recht zünden wollende Opener und Titeltrack WE SHALL SEE THE LIGHT – und auch das grundsätzlich interessante THE REAPER hätte viel mehr Bumms vertragen können, vor allem seitens der Gitarren. Richtig arg wird es aber erst mit Nummern wie KEEPERS OF THE FIELD oder BROKEN WINGS – welche die Band erstmals von einer erstaunlich ernüchternden Seite zeigen. Umso schöner ist es da, dass es mit Titeln wie GUARDIAN ANGEL, DIVINER oder HOWLING AT THE MOON dann doch noch die volle Portion FORGOTTEN TALES auf die Lauscher gibt. Hier scheinen die Kanadier dann plötzlich doch wieder vor Kraft und Spielfreude zu strotzen – wobei lediglich Frontfrau Sonia Pineault etwas weniger Stimmakrobatik zeigt und Druck aufbaut als in den Jahren zuvor.

Sicher, die FORGOTTEN TALES haben noch immer einiges in Petto – und doch müssen sie aufpassen, dass sie sich unter keinen Umständen zurück entwickeln. WE SHALL SEE THE LIGHT ist zwar noch nicht als dahingehender Schritt zu bezeichnen – doch erste (und dabei gar nicht mal so unterschwellige) Anzeichen sind definitiv auszumachen. Leider, muss man sagen – denn es wäre zutiefst schade, wenn eine Band wie diese in der Versenkung verschwindet.

Absolute Anspieltipps: GUARDIAN ANGEL, THE REAPER, DIVINER, HOWLING AT THE MOON


„Noch ist weiterhin ausreichend Land in Sicht – eine dezente Form der Vorsicht erscheint jedoch angebracht.“

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