Metal-CD-Review: FORGOTTEN TALES – All The Sinners (2004)

Alben-Titel: All The Sinners
Künstler / Band: Forgotten Tales (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. September 2004
Land: Kanada
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Union Metal International

Alben-Lineup:

Pat Vir – Bass
Sonia Pineault – Vocals
Martin Desharnais – Guitars
Frédéric Desroches – Keyboards
Cédric Prévost – Drums

Track-Liste:

1. The Hideaway (Part I) (01:53)
2. Lady of the Forest (Part II) (05:00)
3. All the Sinners (Part III) (04:02)
4. Wind Oh Wind (Part IV) (06:09)
5. The Message (Part V) (04:44)
6. March for Freedom (Part VI) (04:25)
7. Three Wishes (08:47)
8. Fairytales (05:11)
9. My Soul (06:42)
10. Magic Fountain (04:28)

Wer Geschichten wie diese vergisst, ist selbst Schuld.

Gute vier Jahre nach dem ersten Überraschungserfolg der kanadischen Symphonic Power Metaller von FORGOTTEN TALES (siehe Review zu THE PROMISE, 2001) legen die Musiker um die gesangsstarke Frontfrau Sonia Pineault nach – und kredenzen der geneigten Hörerschaft das 11 Titel starke ALL THE SINNERS. Dabei hat selbiges eine ganz ähnliche Aufmachung wie der Vorgänger – und nimmt so gesehen auch alle Vorteile des bereits höchst interessanten Diskografie-Auftakts aus der hiesigen Metal-Schmiede mit. Zum einen wäre da die Tatsache, dass sich die Kanadier weiterhin als vergleichsweise bombastisch klingende Genre-Combo mit einem Hang zum theatralischen inszenieren – die Gefahr in allzu kitschige Bereiche abzudriften aber gekonnt umschiffen. Sicher; inhaltlich und vom oberflächlichen Eindruck der opulenten Klangwelten her grasen die FORGOTTEN TALES auch weiterhin grundsätzlich alles ab, was man auch genau so vom Genre (und zumindest im entfernten Sinne vergleichbaren Combos wie RHAPSODY OF FIRE) erwarten würde. Doch die hie und da durchschimmernde progressive Note, die extravagante Darbietung der Frontfrau Sonia Pineault und das ebenso exzellente wie effektive Songwritign sorgt auch auf ALL THE SINNERS für alles andere als einen alltäglichen Power Metal-Genuss.

Demnach ist es nur gut und richtig, dass die FORGOTTEN TALES nicht großartig an ihrem Konzept geschraubt haben – und sich auch dieses Mal auf ihre bereits herausgearbeiteten Stärken verlassen. Am markanten weiblichen Leadgesang gibt es wie schon beim Vorgänger nichts zu mäkeln, die Gitarren begeistern sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich, der Bassist und der Schlagzeuger liefern mehr als ordentlich ab – und die symphonischen Spielereien halten sich im direkten Vergleich sogar eher zurück. Eine spannende Frage aber bleibt – schließlich war es seinerzeit noch am ehesten die das THE PROMISE-Album abschließende, 4-teilige TALE OF NEERIS-Saga welche dezente Durststrecken aufwies. Und tatsächlich: dieses Mal haben die Kanadier ganz ähnliches in Petto, immerhin besteht der gesamte Alben-Auftakt aus 6 zusammenhängenden Nummern – wobei sich nunmehr kaum noch Gründe für eine wie auch immer geartete Zurückhaltung ergeben. So macht schon das atmosphärische Intro THE HIDEAWAY eine gute Figur, wie auch der eigentlichen Opener LADY OF THE FOREST – der von seiner Präsentation her perfekt zum allgemeinen Eindruck der Band passt und sich als angenehm mächtige Genre-Hymne erweist.

Und auch wenn der Titeltrack ALL THE SINNERS, das recht balladeske WIND OH WIND sowie das eher experimentelle instrumentale Zwischenspiel THE MESSAGE etwas Zeit brauchen sich zu entfalten; ist einem spätestens mit dem MARCH FOR FREEDOM wieder eine wohlige Gänsehaut garantiert. Das wirklich überraschende folgt indes erst jetzt – denn was die Kanadier nach ihrem aus 6 Titel bestehenden Alben-Auftakt anzubieten haben, übertrifft noch einmal alle Erwartungen. Das immerhin knapp 9 Minuten lange THREE WISHES beispielsweise strotzt nur so vor Atmosphäre und allerlei gelungenen Instrumentalpassagen (die abermals in leicht progressiven Gefilden zu verorten sind) – und das nicht minder spektakuläre FAIRYTALES begeistert mit einer angenehm erfrischenden Rhythmik sowie einer beeindruckenden Leistung von Frontfrau Sonia Pineault. Dass auch die noch verbleibenden Titel kaum hinter den anderen zurückstecken müssen, rundet das Ganze ab. Anders gesagt: die FORGOTTEN TALES haben hier mehr als ordentlich abgeliefert, und müssen sich keineswegs hinter ihrer internationalen Konkurrenz verstecken.

Absolute Anspieltipps: LADY OF THE FOREST, THREE WISHES, FAIRYTALES


„Ebenso gut und erfrischend wie der bereits empfehlenswerte Vorgänger.“

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