Metal-CD-Review: FORGOTTEN TALES – The Promise (2001)

Alben-Titel: The Promise
Künstler / Band: Forgotten Tales (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Kanada
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Union Metal International

Alben-Lineup:

Patrick Vir – Bass
Sonia Pineault – Vocals
Martin Desharnais – Guitars
Frédéric Desroches – Keyboards
Cédric Prévost – Drums

Track-Liste:

1. Intro (01:41)
2. Word of Truth (05:22)
3. Cold Heart (04:52)
4. Far Away (06:03)
5. Gates Beyond Reality (03:57)
6. Sanctuary (04:18)
7. Part I – She’s Falling (03:58)
8. Part II – Deadly Grasp (04:08)
9. Part III – Endless Dream (05:48)
10. Part IV – The Promise (05:21)

Manche Geschichten eignen sich zum Vergessen – andere nicht.

THE PROMISE ist das 2001 erschienene Debütalbum der aus Kanada stammenden Power Metaller von FORGOTTEN TALES – einer Band, die einst aus einer Hardrock-Formation hervorging und die von einer starken Frontfrau namens Sonia Pineault angeführt wird. Stark erscheint sie deshalb, da sie nicht nur über eine recht angenehme Stimmfarbe mit einem dezenten (und niemals allzu forcierten) Hang zur Klassik verfügt – sondern auch, da sie nicht unwesentlich an der überraschend stimmigen Gesamtwirkung des FORGOTTEN TALES-Konzeptes beteiligt ist. Wie es schon das Cover und die generelle Aufmachung der Scheibe vermuten lassen, lehnt sich die Band dabei gar nicht erst allzu weit aus dem Fenster – es wird ein ebenso symphonischer wie klassischer Power Metal kredenzt, der am am ehesten mit dem Output von ganz ähnlich vorgehenden Italo-Bands a’la RHAPSODY OF FIRE zu vergleichen ist. Nur, und diesen Unterschied sollte man durchaus noch einmal hervorheben; dass FORGOTTEN TALES von einer Frau angeführt werden.

Anders gesagt: ein wenig klingt THE PROMISE so, als würde es sich hier um eine von einer Frau dargebotene Fassung der fantastisch-pompösen Geschichten und Heldensagen der allseits bekannten Italiener handeln. Doch eben nur ein wenig – schließlich haben die FORGOTTEN TALES weit mehr drauf, als ihre potentiellen Vorbilder zu kopieren. Analog zur ausgeprägten, recht wohlklingenden symphonischen Komponente kommt so noch ein dezent progressiver oder zumindest sehr auf das variable Instrumentenspiel bezogene Anstrich hinzu – der einen stellenweise an das frühe Schaffen von FALCONER denken lässt. Dabei handelt es sich um einen Vergleich, der auch sonst nicht allzu abwegig erscheint – schließlich vermag es die hiesige Frontfrau Sonia Pineault locker, einen ebenso markanten Eindruck wie Mathias Blad zu hinterlassen. Einen ebenso stilsicheren, akzentfreien und schlicht enorm ausdrucksstarken. In gesanglicher Hinsicht sollten die Kanadier also schon einmal keine Probleme haben – wobei es umso schöner ist, dass es sich mit dem Rest kaum anders verhält.

Schließlich offeriert auch das Instrumentenspiel einige Reize – im allgemeinen eher Genre-typische, aber eben doch mit einem ordentlich Schmackes und Nachdruck präsentierte. Das Spiel der Gitarren beispielsweise macht beinahe jeden Titel zu einem kleinen, im Zusammenspiel mit den furiosen Drums stets angenehm antreibenden Erlebnis – und das nicht nur in den unterhaltsamen Soli-Parts. Dass selbst der Bass die verdiente Aufmerksamkeit bekommt und die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität ebenfalls keine Wünsche offen lässt; rundet das Ganze ab – zumindest in handwerklich-technischer Hinsicht. Somit bleibt es eigentlich nur noch an den einzelnen Titeln, für den entsprechenden Ausschlag zu sorgen.

Und auch hier sieht es gut aus, verdammt gut sogar – nur stellenweise sind deutlichere Abstriche zu machen, wie etwa in Bezug auf das dann doch etwas zu viel wollende und alles andere als optimal inszenierte COLD HEART; oder einige langatmigere Momente in der das Album abschließenden THE TALE OF NEERIS-Saga. Zusätzlich könnte oder müsste man sicherlich auch ganz generell einwenden, dass THE PROMISE wahrlich kein Album für etwaige Genre- und so gesehen auch Kitsch-Verneiner ist. Die FORGOTTEN TALES greifen schließlich durchaus in die entsprechende Schatzkiste der für den heroisch angehauchten Symphonic Power Metal üblichen Zutaten – und laufen dabei wie so viele andere Gefahr, einstweilen doch mal etwas zu abgedroschen zu klingen. Aber eben auch nur stellenweise – und bis die griffigen Gitarren einsetzen, der nächste geniale Refrain erklingt oder zünftige Instrumentalstrecken abgefeiert werden. Viel falsch machen kann man mit einem Album wie diesem also nicht.

Absolute Anspieltipps: WORD OF TRUTH, GATES BEYOND REALITY, SANCTUARY


„Eine einerseits nicht allzu außergewöhnliche, andererseits aber doch angenehm erfrischende und kraftvolle Power Metal-Perle.“

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