Metal-CD-Review: EUNOMIA – Crystal Sword (2013, EP)

Alben-Titel: Crystal Sword (EP)
Künstler / Band: Eunomia (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. September 2013
Land: Norwegen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Alexander Ormseth – Bass
Marius Danielsen – Guitars
Peter Danielsen – Vocals, Keyboards, Guitar
Henrik Lorentzen – Drums

Track-Liste:

1. Angel (03:15)
2. Crystal Sword (06:18)
3. Freedom Call (04:04)
4. March for Freedom (05:05)

Gut geplant ist halb gewonnen.

CRYSTAL SWORD ist die erste und bis heute einzige, 4 Titel starke EP aus der Norwegischen Power Metal-Schmiede EUNOMIA – sodass beileibe nichts schlimmes daran ist, selbst als passionierter Genre-Enthusiast noch nichts von dieser Combo gehört zu haben. Zumindest zwei der im Lineup der Band geführten Musiker aber könnten einem verdächtig bekannt vorkommen: die Brüder MARIUS und PETER DANIELSEN, die sich neben ihrer Arbeit bei DARKEST SINS als wahre Power Metal-Missionare bewiesen haben – und im Rahmen des ersten Teils ihres Konzeptalbums MARIUS DANIELSEN’S LEGEND OF VALLEY DOOM (siehe Review) zahlreiche etablierte Genre-Künstler um sich scharen konnten. Das war 2015, wobei ein zweiter Teil bereits seit längerem in Planung ist. Umso interessanter erscheint die vorliegende CRYSTAL SWORD-EP, die aus dem Jahre 2013 stammt – und noch einmal einen intensiveren Rückschluss auf den bisherigen Werdegang der Geschwister-Combo zulässt.

Keine Überraschung ist demnach, dass das hier vertretene Material viel mit dem späteren VALLEY OF DOOM-Output gemein hat – nur, dass EUNOMIA noch nicht auf die Unterstützung von etlichen Gaststars zurückgreifen konnten oder wollten. Deswegen bestimmte Befürchtungen zu hegen scheint indes kaum nötig, denn gerade die CRYSTAL SWORD-EP zeigt vornehmlich eines auf: dass die beiden Danielsen-Brüder talentiert sind und auch ohne die Unterstützung namhafter anderer dazu imstande sind, mehr als nur ordentliches Genre-Material abzuliefern. Sicher, mit Alexander Ormseth am Bass und Henrik Lorentzen an den Drums ist die EP kein reines Brüder-Projekt – doch auch so bleibt der Sound einfach typisch DANIELSEN, wofür bereits der Opener und Titeltrack CYRSTAL SWORD Pate steht.

Eines könnte oder sollte man dabei gleich vorab festhalten: ENOMIA inszenieren sich auf ihrer EP ganz bewusst nicht so, als wollten sie das Rad neu erfinden – was inbesondere auch für die vorgestellten Textinhalte gilt. Dabei ist die Feststellung, dass die Band vornehmlich absolut Genre-typische Genre-Elemente verwendet; nicht zwangsläufig negativ zu verstehen – schließlich kommt es wie so oft auf das nötige Engagement, den nötigen Enthusiasmus und den im besten Fall etablierten Spaßfaktor an. Und tatsächlich: was die Band hier speziell im Opener CRYSTAL SWORD und dem Rausschmeißer MARCH FOR FREEDOM auftischt, ist alles andere als von schlechten Eltern. Das Zusammenspiel der Instrumente ist exzellent, die Chöre klingen gleichermaßen wuchtig wie hymnisch, die Refrains sind schier perfekt; kurzum: die Gesamtwirkung ist enorm mitreißend. Nur in Bezug auf den Leadgesang gilt es dezente Abstriche zu machen, oder anders gesagt: Peter Danielsen mag einiges können, ist aber nicht unbedingt der größte Sänger.

Eben das führt zu nicht unerheblichen Teilen auch zur Kehrseite der EP – die in diesem Fall eher in der Mitte liegt. Mit dem überraschend schnulzigen bis ärgerlich-weinerlichen ANGEL lässt sich schließlich kein Blumentopf gewinnen – zumal die Instrumente sich hier eher zurückhalten, und der gelinde gesagt ungünstige Leadgesang nur noch mehr in den Vordergrund rückt. Ganz ähnliches gilt dann leider auch für FREEDOM CALL – das nicht nur auf die gesanglichen Schwächen von EUNOMIA hinweist, sondern auch auf die inhaltlich etwas einseitige Ausrichtung inklusiver dezent repetitiv inszenierter Text-Passagen. Im Endergebnis schafft die CRYSTAL SWORD-EP so vor allem eines: einen exakt zweigeteilten Eindruck zu hinterlassen. Sollte die Band in Zukunft noch einmal aktiv werden, sollten EUNOMIA jedenfalls stark an ihren Texten feilen, etwaige Balladen komplett über Bord werfen und sich zudem überlegen, einen neuen Leadsänger zu verpflichten. Die Erfahrung mit dem großen LEGEND OF VALLEY DOOM-Projekt sollten den beiden Danielsen-Brüder dabei in jedem Fall zugute kommen.

Absolute Anspieltipps: CRYSTAL SWORD, MARCH FOR FREEDOM


„Immerhin zur Hälfte ein Genuss.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.