Metal-CD-Review: WATERLAND – Signs Of Freedom (2017)

Alben-Titel: Signs Of Freedom
Künstler / Band: Waterland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. März 2017
Land: Portugal
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Patricia Loureiro – Vocals
Miguel Gomes – Guitars
Tó Silva – Keyboards
Tiago Moreira – Drums
Ivan Batista – Bass

Track-Liste:

1. Destiny IV
2. Timeline
3. Can We Go Home?
4. Turn On the Lights So We Can Dance
5. Endless Skies
6. Beyond the Light
7. Signs of Freedom
8. The Witch
9. In the Silence of Your Lies
10. Words Aren’t Right
11. The Edge of Time
12. The Mysterious Fog of Preperiams Valleys
13. Last Rain
14. North Star

Herr, gib mir Kraft.

Ob man nun entsprechend lange darauf gewartet hat oder nicht sei einmal dahingestellt, aber: mit SIGNS OF FREEDOM steht der geneigten Hörerschaft das mittlerweile vierte offizielle Studioalbum der aus Portugal stammenden Power Metaller von WATERLAND ins Haus. Immerhin, einen guten Grund für eine gewisse Form der (An-)Spannung bringt das Release durchaus mit – auch wenn der so sicher nicht von der Band beabsichtigt war. So sollte das neue Werk der Portugiesen insbesondere für all jene interessant sein, die den bisherigen und zugegebenermaßen nicht unbedingt rosigen Werdegang von WATERLAND intensiv verfolgt haben – und nun feststellen möchten, was sich in der Zwischenzeit alles getan hat in der hiesigen Power Metal-Schmiede.

Anders gesagt: die große und alles entscheidende Frage ist, ob die einst aus der Geheimtipp-Combo ORATORY hervorgegangenen Portugiesen endlich eine nennenswerte Qualitätssteigerung vorweisen können – wobei es fast schon keine Rolle mehr spielt in welcher Hinsicht. Die von der Band selbst auferlegte Messlatte offeriert schließlich eine hinreichende Anzahl von Möglichkeiten – sodass WATERLAND im besten Fall ordentlich an der Qualität und Originalität ihres Songwritings, ihrem musikalischen Handwerk sowie allen anderen technischen und Sound-relevanten Aspekten geschraubt haben. Dann, aber auch nur dann könnte eine Misere vom Schlage eines WATERLAND (siehe Review) vielleicht irgendwann vergessen werden – und die beiden nicht viel besseren Nachfolger VIRTUAL TIME (Review) und OUR NATION (Review) gleich mit.

Doch wie es eben so ist, bekommt SIGNS OF FREEDOM schon im Vorfeld einen dezent faden Beigeschmack. Sicher nicht, weil man schon weiß was einen erwartet – aber doch, da WATERLAND schon wieder ihre Besetzung verändert haben. Sicher, einerseits und theoretisch könnte gerade die Neubesetzung des Leadgesangspostens die für die Band so wichtige qualitative Kehrtwende andeuten – andererseits hat man das schon bei den vorherigen Mitgliederwechseln gedacht, oder eher von der Band erwartet. Nun also macht sich eine gewisse Patricia Loureiro auf den Weg, das WATERLAND-Gesangszepter zu schwingen – womit sie die mittlerweile sechste oder siebte Person sein sollte, die mit der Aufgabe des Leadgesangs betraut wird. Doch es gilt, den Blick nach vorn zu richten – und den Opener DESTINY IV einfach mal durchstarten zu lassen. Schließlich kann Patricia Loureiro  hier erstmals zeigen, was in ihr steckt – und im besten Falle auch die restlichen Mitglieder der Band.

Lange dauert es dann allerdings nicht, bis sich ein vor allem Kennern der Diskografie nur allzu bekannt vorkommendes Gefühl einstellt: WATERLAND haben ihre Chance schon wieder vertan. Das besondere: um dieses Urteil fällen zu können, reicht eigentlich der Eindruck des besagten Openers – zumindest, wenn man die bisherige Diskografie der Portugiesen verinnerlicht hat; und eventuell noch die Klänge von ORATORY im Ohr hat. Denn wie so oft stellt sich gerade diesbezüglich eine Frage: warum zum Teufel schaffen es WATERLAND nicht einmal ansatzweise, die Qualität ihrer quasi-Vorgängerband zu erreichen – und das selbst nicht nach so vielen Jahren ? Man sollte meinen, dass es nicht an mangelndem Talent liegen kann – zumal die heute bei WATERLAND aktiven Musiker Miguel Gomes (Gitarre) und Tó Silva (Keyboards) beide maßgeblich an allen bisherigen ORATORY-Werken beteiligt waren. Doch was sie im Rahmen ihrer Karriere bei WATERLAND abliefern, ist grundsätzlich unter aller Kanone. Warum genau, das bleibt wohl auf ewig ein Mysterium.

Ganz und gar nicht mysteriös, sondern schlicht und ergreifend mies ist analog dazu auch die Darbietung der neuen Frontfrau, die theoretisch etwas frischen Wind in die müde Combo hätte bringen können. Doch was ist das – Patricia Loureiro tönt beinahe ebenso kraft- und emotionslos wie die berühmt-berüchtigten WATERLAND-Hintergrundchöre. Bekanntlich besitzen die schon seit geraumer Zeit ein enormes Einschlaf-Potential – und haben mal so gar nichts mit Größe, Eleganz oder schlicht Wohlklang am Hut. Wahrlich, in gesanglicher Hinsicht sieht es weiterhin ganz, ganz düster aus für WATERLAND – doch natürlich ist das noch nicht das Ende vom Lied. Schließlich gibt es da noch genügend andere Faktoren, die man in Bezug auf ein Genre-Album wie dieses ordentlich versemmeln kann – wie etwa die viel zu aufdringlichen, arg künstlich klingenden Keyboard-Elemente. Oder die im Gegensatz dazu verdächtig hintergründig agierenden und sich an der absoluten Basis orientierenden Gitarren. Oder das eher programmiert klingende Drumming. Oder die schlussendlich ebenfalls alles andere als herausragende Abmischungs- und Produktionsqualität – die im besten Fall mit einigen Garagen-Outputs der Marke SKYLARK mithalten kann.

Als wäre all das noch nicht genug, versagt auch das Songwriting der einzelnen Titel. Und das so sehr, dass es letztendlich gar keine Rolle spielt wo man in das Album einsteigt, welche Nummern man auslässt – oder ob man eben doch nur den Opener hört. Fakt ist: es ist eine alles andere als erhebende Erfahrung, sich durch die insgesamt 13 Titel vollwertigen Titel bei einer Spielzeit von über einer Stunde zu wurschteln. Schlicht, da hier eine Nummer wie die andere klingt – auch inhaltlich respektive in Bezug auf die Lyrics. Und wenn nicht, dann zumindest nach den Outputs zahlreicher anderer Genre-Combos, die sich ein Werk wie SIGNS OF FREEDOM sicher zum Vorbild genommen hat. Wären WATERLAND doch nur bei all ihren Ambitionen so konsequent – doch bis auf den gefühlten Ideen- und Inspirationsklau schafft man es einfach nicht, auch die entsprechende musikalischen Qualitäten der potentiellen Vorbilder mitzunehmen.

Gut, ein kleines Highlight gibt es dann vielleicht doch – allerdings eher im negativen denn im positiven Sinne. Mit seiner minimalistischen und mehr als ungünstigen präsentierten Soundkulisse, dem schiefen Leadgesang inklusive der plumpen Chöre sowie den neuen – aber ganz und gar peinlichen – Growl-Einwürfen ist ENDLESS SKIES jedenfalls ein heißer Kandidat auf die wohl unterirdischste Nummer des Albums. Alle anderen machen es nicht viel besser – und das zumindest in ein oder zwei Momenten erahnen kann, dass WATERLAND in irgendeiner Form mit ORATORY in Verbindung stehen (BEYOND THE LIGHT); reißt das Ruder ebenfalls nicht herum. Kurzum: SIGNS OF FREEDOM ist – wieder einmal – ein absoluter Griff ins Klo. Aber auch das ist wohl nichts neues für WATERLAND, zeigte eines ihrer Musikvideos eine eben solche Location – was nur eines der zahlreichen weiteren Beispiele für die stilistische Verirrung von der Band markiert.

Absolute Anspieltipps: /


„Viel Luft nach unten bleibt hier nicht.“

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