Metal-CD-Review: TALES OF GAIA – Hypernova (2017)

Alben-Titel: Hypernova
Künstler / Band: Tales Of Gaia (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. September 2017
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fighter Records

Alben-Lineup:

Raul Moriana – Guitars, Keyboards
Javi Carrillo – Guitars
Sergi Sabater – Drums
Miguel Clemente – Keyboards
Néstor Català – Vocals
Carlos Leonardo – Bass

Track-Liste:

1. Prelude to Salvation (01:28)
2. Keep the Dream Alive (06:40)
3. Soldiers of Light (04:35)
4. Hyperspace (07:08)
5. City of Dreams (04:50)
6. My Right to Live (04:50)
7. Knights of Heidelberg (05:20)
8. Wings of Fire (05:21)
9. A Thousand Miles Away (05:19)
10. Flamma Ardet (05:33)
11. Black Symphony (01:14)
12. Black Standards (04:28)

Sachen gibt’s… die gibt’s gar nicht.

Bei allen tagtäglichen Unklarheiten steht eines mit Sicherheit fest: sogenannte Hypernovae sind immer wieder eine spannende Angelegenheit. Ein Gefühl für die damit gemeinten, wohl gewaltigsten Formen der schon bekannteren Supernovae wollen nun auch die ambitionierten Power Metaller von TALES OF GAIA vermitteln – die mit HYPERNOVA ihr erstes offizielles Studioalbum über Fighter Records an den Start bringen. Und das wurde auch Zeit: bereits im Jahre 2010 in Spanien gegründet, veröffentlichte die Band bis dato nur eine einzige EP mit dem Titel BREAKING DAWN. Die war jedoch eher kurz und für ein Independent-Release im weitesten Sinne handelsüblich – zumindest was das behandelte Themenfeld angeht.

Das haben sich wohl auch TALES OF GAIA gedacht – und daraufhin nicht nur an ihrer thematischen Ausrichtung mit dem Ergebnis eines neuerlichen Schwerpunktes in der Science Fiction gefeilt, sondern auch an ihrer Besetzung. Dabei schien der Band insbesondere der Posten des Leadsängers arge Probleme bereitet zu haben – bis man mit Néstor Català doch noch den passenden Sänger und Frontmann gefunden hatte. Es hat sich also einiges getan im Hause TALES OF GAIA – ob in eine grundsätzlich positive oder doch eher zu vernachlässigende Richtung, das gilt es zunächst abzuwarten. Das durchaus schmucke Cover-Artwork irgendwo zwischen Sci-Fi und Fantasy, das angedeutete Alben-Konzept mit seinem wenn man so will interstellaren Einschlag und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Fighter Records (bei denen unter anderem auch die spanischen Recken von VHÄLDEMAR unter Vertrag stehen) machen jedenfalls schnell Lust auf eine intensivere Entdeckung von HYPERNOVA.

Eines fällt dann jedoch relativ schnell auf, oder genauer gesagt exakt nach dem rein instrumentalen Intro PRELUDE TO SALVATION – das mit einigen eher harmlosen symphonischen Spielereien aufwartet und auch recht schnell wieder vorbei ist. Nein, das wohl wichtigste (und sich darauf auch durch das gesamte Album ziehende) Argument für den Aufstieg oder die absolute Disqualifikation von TALES OF GAIA aus Sicht der Hörerseite findet sich allein in der hiesigen Gesangs-Darbietung von Néstor Català. Wohin genau das Pendel diesbezüglich ausschlagen wird, muss nach wie vor ein jeder für sich selbst entscheiden – wobei es mindestens schwierig erscheint, hier von einer gelungenen Leistung zu sprechen.

Schließlich geht der zumeist recht hohe, angestrengte, ganz und gar nicht akzentfreie, vergleichsweise wackelige und gerade in hohen Lagen regelrecht krächzige Leadgesang weit über den Faktor einer gar nicht mal seltenen Gewöhnungsbedürftigkeit hinaus. Dass einige böse Zungen hier von einem Vergleich mit den allseits bekannten Filmfiguren der MINIONS sprechen, kommt also gar nicht erst von ungefähr. Fakt ist in jedem Fall, dass es Néstor Català einem wahrlich nicht leicht macht, nachhaltig an HYPERNOVA Gefallen zu finden – was gerade in Anbetracht der doch soliden Leistungen der anderen Mitglieder schade ist. Die Instrumentierung zum Opener KEEP THE DREAM ALIVE beispielsweise hat grundsätzlich einen schönen Drive, und auch Nummern wie HYPERSPACE oder FLAMMA ARDET gehen nicht gerade geizig mit im Genre gern gesehenen Sound-Elementen und Melodiebögen um.

Sicher, hier und da geht den Kompositionen auch schon mal die Luft aus (CITY OF DREAMS, WINGS OF FIRE); und gerade das Drumming hat die Tendenz recht künstlich zu klingen. Doch insgesamt schneiden vor allem die Gitarren (sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich) überaus gut ab, was analog zur soliden und druckvollen Produktion einen guten Eindruck hinterlässt. Selbst in Bezug auf die potentiell kritischen Keyboard-Elemente sieht es annehmbar aus. Wenn, ja wenn da nicht der schier aberwitzige Leadgesang wäre – der es im Falle von TALES OF GAIA sogar locker vermag, ganz allein über die letztendliche Qualität des Albums zu entscheiden. Das ist eher selten und nicht unbedingt der Sinn der Sache. Doch wenn eine Darbietung derart vordergründig platziert wird, ja schlicht und ergreifend so ärgerlich und aufdringlich ist wie auf HYPERNOVA – dann bleibt einem kaum eine andere Wahl, als so gut wie alle anderen musikalischen Aspekte zu vernachlässigen. Der Tatsache, dass sich der einzige Anspieltipp auf das einzige vollwertige Instrumental des Albums beziehen wird; ist also nicht mehr viel hinzuzufügen. Leider…

Absolute Anspieltipps: KNIGHTS OF HEIDELBERG


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„TALES OF GAIA, oder: die vermutlich hochkarätigsten Kandidaten für das mieseste Genre-Release des Jahres 2017.“

 

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