Metal-CD-Review: DESTINATION’S CALLING – Invisible Walls (2006)

Alben-Titel: Invisible Walls
Künstler / Band: Destination’s Calling (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. September 2006
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Christian Gräter – Vocals, Guitars
Markus Göller – Guitars
Steffen Singler – Bass
Christian Frank – Drums

Track-Liste:

1. Intro (01:16)
2. Fallen from Grace (04:04)
3. Sinthetic (04:08)
4. Trapped in Silence (04:15)
5. Bleeding Again (04:05)
6. Prolog (01:22)
7. Invisible Walls (08:15)
8. Disconnected (03:29)
9. Sentenced (03:57)
10. Turning Away (04:14)
11. Destination’s Calling (06:39)

Reisse die unsichtbaren Wände ein, die dich umgeben… wenn die Kraft dazu ausreicht.

DESTINATION’S CALLING sind eine bereits 1997 gegründete Power Metal-Formation aus Deutschland, die nach einem nicht ganz so gradlinigen Start und einigen Demo-Veröffentlichungen erst 2006 ihr Debütalbum INVISIBLE WALLS vorlegte. Selbiges enthält insgesamt 11 oder auch 9 vollwertige Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten – und ist grob im Bereich des melodischen Power Metals einzuordnen. Des typisch europäischen, sollte man wohl noch dazu einschieben – denn wie ihre potentiellen Vorbilder setzen auch DESTINATION’S CALLING auf eine möglichst ausgewogene Mischung aus gleichermaßen stampfenden wie auch mal etwas flotteren Hymnen auf der einen, sowie deutlich softeren bis explizit balladesken Momenten auf der anderen Seite. Eine Band, die sich für einen schier perfekten Vergleich anbietet, wäre etwa DIONYSUS – auf ihren insgesamt drei Studioalbum legten die mittlerweile wieder getrennte Wege gehenden Schweden eine ganz ähnliche Marschrichtung vor wie nun auch die Deutschen von DESTINATION’S CALLING.

Aber, und das ist eventuell auch einer der Knackpunkte an und auf dem Debütalbum INVISIBLE WALLS – einen zweiten Olaf Hayer konnten die Deutschen für ihren ersten handfesten musikalischen Output nicht an den Start bringen. Sicher ist ein Vergleich wie dieser eher oberflächlicher Natur – und doch spricht er nicht unbedingt für DESTINATION’S CALLING und ihren hiesigen Leadsänger Markus Göller. Schließlich scheint gerade der noch mit einigen anderen Schwierigkeiten zu kämpfen zu haben – vornehmlich solchen, die sich auf sein alles andere als akzentfreies und so gesehen auch wenig stilsicher inszeniertes Englisch beziehen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man diese Feststellung auf die potentiell kräftigeren Momente oder aber die emotionaleren bezieht – einen wirklich guten respektive besonders einprägsamen Eindruck hinterlässt er nicht. Sicher auch, da seine Bandbreite ganz allgemein einen recht limitierten Eindruck macht – oder zumindest keine nennenswerten Ausbrüche in eine wie auch immer geartete Richtung vorgesehen sind.

An der Instrumenten-Front sieht es dagegen schon etwas besser aus für DESTINATION’S CALLING – auch wenn hier ebenfalls keine neuerlichen Maßstäbe gesetzt werden. Anders gesagt: die insgesamt eher ruhige bis retrolastig-rockige Ausrichtung des Albums weiß mit ihrem überraschend starken Fokus auf den Bass zu gefallen und geht gut ins Ohr – doch allzu spektakuläres wird hier weder in Bezug auf den bereits erwähnten Gesang noch das Songwriting oder die eher zurückhaltende Gitarrenarbeit geboten. Darüber hinaus kann man sich einstweilen kaum des Eindrucks erwehren, dass DESTINATION’S CALLING hier einfach nicht wirklich in die Vollen gegangen sind – Nummern wie der Titeltrack INVISIBLE WALLS fühlen sich schlicht deutlich zu kraftlos und uninspiriert an, um überhaupt irgendetwas zu reißen. Das Problem: gerade diese eher mittelprächtigen Nummern umgeben meist belanglose Balladen wie das darauf folgende, äußerst minimalistisch gehaltene DISCONNECTED.

Und die ändern eben auch nicht mehr viel am insgesamt deutlich zu ernüchternden Eindruck des Albums. Immerhin: die Abmischung und Produktion sind gelungen, und mit dem Rausschmeißer DESTINATION’S CALLING erwartet den Hörer doch noch eine kleine Kraftexplosion. Zumindest im Verhältnis, also etwa in Bezug auf das Schlagzeug und das Gitarrenspiel – wobei es viel mehr von eben solchen schon eher packenden Momenten (wie zum Alben-Auftakt eventuell noch das dezent an die CRYSTAL EYES erinnernde SINTHETIC) hätte geben müssen. Dass der Weg bis dahin aber einfach zu beschwerlich ist um zu begeistern – und das trotz der insgesamt recht übersichtlichen Spielzeit – spricht aber leider kaum für INVISIBLE WALLS. Vielleicht ist beim nächsten Mal ja eine größere Portion (Überzeugungs-)Kraft drin…

Absolute Anspieltipps: SINTHETIC, DESTINATION’S CALLING


„Ein insgesamt eher austauschbares und gesanglich problematisches Album, dass sich kaum gegen die auf der Hand liegenden Alternativen durchsetzten kann.“

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