Metal-CD-Review: DRAGONY – Shadowplay (2015)

Alben-Titel: Shadowplay
Künstler / Band: Dragony (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. September 2015
Land: Österreich
Stil / Genre: Power Metal
Label: Limb Music

Alben-Lineup:

Herbert Glos – Bass
Frederic Brünner – Drums
Andreas Poppernitsch – Guitars
Siegfried „The Dragonslayer“ Samer – Vocals
Simon Saito – Guitars
Manuel Hartleb – Keyboards

Track-Liste:

1. Wolves of the North (06:22)
2. Shadowrunners (04:18)
3. Kiln of the First Flame (05:32)
4. The Maiden’s Cliff (02:54)
5. Warlock (05:12)
6. Babylon (05:26)
7. Dr. Agony (04:29)
8. At Daggers Drawn (03:52)
9. Unicorn Union (04:10)
10. The Silent Sun (10:05)
11. True Survivor (03:47)
12. The One and Only (03:19)

Da hat sich aber wer gemausert.

SHADOWPLAY ist das zweite offizielle Studioalbum von DRAGONY – einer 2007 in Österreich gegründeten Power Metal-Formation, die im Jahre 2011 ihr Debütalbum LEGENDS veröffentlichte (siehe Review). Ihr ausbaufähiges Debütalbum, sollte man vielleicht sagen – denn auch wenn es sich um das erste große Projekt der Band (und darüber hinaus um ein reines Independent-Release) handelte, ließen DRAGONY schlicht noch ein stückweit zu viel Luft nach oben. Und das nicht nur in Bezug auf die letztendliche Qualität des Liedguts, sondern insbesondere in Richtung eines so kaum vorhandenen Wiedererkennungswertes. Aber: seit jenen Tagen ist nun schon wieder einiges an Zeit verstrichen. Eine Zeit, die DRAGONY offenbar intensiv genutzt haben – was sicher mit ein Grund dafür war, dass sie nun bei Limb Music unter Vertrag stehen und mit SHADOWPLAY ihr vielversprechendes zweites Studioalbum an den Start bringen.

Selbiges beinhaltet 10 reguläre Titel und zwei Bonustracks – von denen man einen eventuell schon im Vorfeld gehört haben könnte. Schließlich haben sich DRAGONY nicht den Spaß nehmen lassen, das von David Hasselhoff eigens für das Kurzfilmprojekt KUNG FURY eingespielte TRUE SURVIVOR zu covern – und das mit einem recht spaßigen Ausgang. In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt auch das Cover zu NIK KERSHAW’s THE ONE AND ONLY – ein Cover, welches es überraschenderweise locker mit dem Original aufnehmen kann. Wichtiger als diese beiden I-Tüpfelchen sind aber wohl die anderen 10 neuen DRAGONY-Nummern – und die haben es entgegen etwaiger potentiell negativer Erwartungen absolut in sich. Anders gesagt: der Fakt, dass SHADOWPLAY das Debütalbum LEGENDS meilenweit übertrifft; ist einfach nicht zu überhören.

Und das ist beileibe nicht nur auf die schier perfekte Abmischungs- und Produktionsarbeit und das deutliche gesteigerte handwerkliche Geschick der einzelnen Mitglieder zu beziehen – sondern auch auf die Qualität des Songwritings und das so gesehen wesentlich effektivere Gesamtpaket. Beispielsweise haben DRAGONY ihre schon auf LEGENDS hoch gehaltene symphonische Komponente perfektioniert – und das in einem ganz und gar beeindruckenden Ausmaß, wie es schon der stimmungsvolle Opener WOLVES OF THE NORTH mit Nachdruck zu verstehen gibt. Auch die Bandbreite der Instrumente inklusive der verspielten Gitarren und des gut hörbaren Basses weiß zu gefallen – ebenso wie die oft wuchtigen Chöre in Verbindung mit den gerne mal hochtrabenden Refrains. Einen allzu großen respektive ausgeprägten Kitsch-Faktor muss man dabei dennoch nicht befürchten – trotz des Bedienens nicht weniger typischer Genre-Klischees klingt SHADOWPLAY ausgewogen und kräftig genug, um nicht in unerwünschte Gefilde abzudriften.

Gut, das akustisch-balladeske THE MAIDEN’S CLIFF bewegt sich diesbezüglich schon recht nah an der imaginären Schmerzgrenze – aber auch hier nimmt man Leadsänger Siegfried „The Dragonslayer“ Samer weitestgehend ab, was er da von sich gibt. Selbiger markiert eventuell auch einen der wenigen Knackpunkte an und auf SHADOWPLAY – zumindest, wenn man generell Probleme mit einem eher weichen Leadgesang im Stile von David Baßin (VICTORIOUS, die sich auch sonst für einen Vergleich anbieten) hat. Sollte das hingegen nicht der Fall sein, so stehen die Chancen gut dass man den Geschichten von Herrn Samer nur allzu gerne lauscht – oder sich schlicht dem immensen Hymnen- und Spaßfaktor von Nummern wie BABYLON oder UNICORN UNION hingibt. Wer es etwas schlichter und gradliniger mag, sollte dagegen mit einem Riff-Fest vom Schlage eines WARLOCK (welches zudem einige höchst interessante Chor-Elemente bereithält) oder eines gesanglich intensiven und durch Zak Stevens (CIRCLE II CIRCLE, SAVATAGE) bereicherten THE SILENT SUN bedient werden.

Fest steht: SHADOWPLAY klingt längst nicht mehr wie ein Album, welches etwaigen großen Genre-Vorbildern nacheifert – sondern wie eines, welches mindestens mit selbigen mithalten kann. Ob sogar noch mehr drin ist, muss ein jeder für sich selbst entscheiden – Fakt ist nur, dass das Angebot da ist und alles andere als eine schlechte Figur macht.

Absolute Anspieltipps: WOLVES OF THE NORTH, SHADOWRUNNERS, WARLOCK, BABYLON, TRUE SURVIVOR


„Ob mit oder ohne ein gewisses Augenzwinkern – mit SHADOWPLAY haben sich DRAGONY selbst übertroffen.“

Aufgrund der hohen Wertung hat sich dieses Album einen Platz in der ewigen Metal-Bestenliste erkämpft.

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