Metal-CD-Review: ARIADNA PROJECT – Mundos Paralelos (2005)

Alben-Titel: Mundos Paralelos
Künstler / Band: Ariadna Project (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2005
Land: Argentinien
Stil / Genre: Power Metal
Label: NEMS Enterprise

Alben-Lineup:

Javier Yuchechen – Vocals
Rodrigo Alejandro Gudiña – Guitars
Guillermo Adrián D’Medio – Guitars, Keyboards
Alexis Espinosa – Bass
Pablo Garrocho – Drums

Track-Liste:

1. En la tempestad (05:40)
2. Nuevo amanecer (05:19)
3. Muere la noche (05:36)
4. Aprendiendo a creer (05:45)
5. Y las sombras quedarán atrás (Barilari cover) (06:35)
6. Lejos de la soledad (05:33)
7. Hacia el portal (00:49)
8. La llave (06:23)
9. Entre luces y oscuridad (05:21)
10. Cuento mágico (03:51)
11. Mundos paralelos (07:17)
12. Horizonte perdido (04:56)
13. More than Meets the Eye (Europe cover) (03:21)

Gut bestückt ist halb gewonnen.

Sicher – den Preis für das innovativste oder schönste Cover-Artwork konnten und können die Argentinier von ARIADNA PROJECT mit ihrem Debütalbum MUNDOS PARALELOS nicht gewinnen. Dafür kristallisierte sich aber schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (das war 2005) ein anderer, für den weiteren Werdegang der Band eher positiv zu wertender Aspekt heraus. So könnte man durchaus behaupten, dass ARIADNA PROJECT eine der am meisten unterschätzten oder fatalerweise gleich gänzlich übersehenen Genre-Combos waren – und dies noch immer sind. Zwar gibt es nicht wenige andere gute Bands aus Spanien und anderen sprachlich verwandten Gefilden, die zumeist mit ihrer angestammten Landessprache unterwegs sind – doch ARIADNA PROJECT hatten es schon auf ihrem Debütalbum geschafft, sowohl für markante Alleinstellungsmerkmale als auch einen rundum zufriedenstellenden Gesamteindruck zu sorgen.

Das könnte auch an der mitunter immensen Vielfalt liegen, die das insgesamt 13 Titel enthaltene Album an den Start bringt – und das ohne, dass die Band jemals unglaubwürdig klingt. So zeigt bereits der Opener EN LA TEMPESTAD auf, dass ARIADNA PROJECT kein Problem damit haben verschiedenste Einflüsse in ihren Kompositionen zusammenkommen zu lassen. Und das ist nicht nur auf die eigentlichen Stilmittel zu beziehen, die sich vom europäischen Power Metal über dezente symphonische und neoklassische Einschübe bis hin zum Gefühl einer vermittelten Tradition im Sinne von Bands wie ANGRA bewegen – sondern auch auf die anberaumten Stimmungen und die dichte Atmosphäre. So halten nicht wenige der Titel die ein oder andere Überraschung bereit. Überraschungen, die sich entweder gleich auf komplette Einzeltitel beziehen (wie etwa MUERE LA NOCHE, das eine recht wirkungsvolle Mixtur aus balladesken, symphonischen und vergleichsweise düsteren Elementen bereithält) – oder aber auf spezielle Gegenüberstellungen in Form der gerne mal etwas zurückhaltenden, stark auf den Leadgesang fokussierten Strophen und der dafür umso ausgelasseneren Refrains (wie in NUEVO AMANECER).

Das besondere dabei ist, dass es kaum eine Rolle zu spielen scheint in welche Richtung sich ARIADNA PROJECT gerade verdingen. So sind es nicht nur die direkt wirksamen, flotten und verspielten Hymnen die überzeugen – sondern auch viele der anderen innerhalb des ureigenen Alben-Kosmos eingeschlagenen Marschrichtungen. Das explizit balladeske, dezent auf die Tränendrüse drückende LEJOS DE LA SOLEDAD beispielsweise überzeugt ebenso wie das großzügig und wird zu weit mehr als einem im Genre obligatorischen Einschub. Hinzu kommt das auffallend versierte Handwerk der einzelnen Mitglieder: das variable Gitarrenspiel bewegt sich auf höchstem Niveau und ist gerade in den zahlreichen Soli-Momenten angnehm abwechslungsreich, der Leadgesang von Javier Yuchechen ist gleichermaßen kräftig wie emotional; und auch am Schlagzeug und Bass gibt man sich alles andere als eintönig oder lustlos. Als kleines Manko könnte man indes erachten, dass das Keyboard wirklich viel Raum einnimmt. Auch wenn die Einschübe niemals allzu künstlich aufdringlich klingen, hätte man die Gewichtung hier ein wenig anders gestalten können. Davon abgesehen überzeugt die akustische Aufmachung des Albums in ganzer Hinsicht: die Abmischung fällt für alle Seiten vorteilhaft aus, die Produktion klingt rund und wuchtig.

Insgesamt betrachtet handelt es sich um eine äußerst starkes, vielschichtiges Genre-Album aus Argentinien – das sogar noch stärker hätte ausfallen können, hätten ARIADNA PROJECT nicht doch den ein oder anderen schwächeren Moment eingebaut. Die finden sich indes nicht im gleichermaßen furiosen wie kompromißlosen Auftakt des Albums, der sich gefühlt bis zum atmosphärischen Interlude HACIA EL PORTAL und das darauf folgende LA LLAVE erstreckt – sondern eher im hinteren Bereich. Das eigentlich nur aus einer einzigen Bass-Line bestehende ENTRE LUCES Y OSCURIDAD beispielsweise kann der vorangegangenen Ballade LEJOS DE LA SOLEDAD nicht mehr viel hinzufügen, der Titeltrack MUNDOS PARALELOS fällt in Anbetracht seiner eigentlichen Funktion deutlich zu unspektakulär aus – und mit HORIZONE PERDIDO hat man es dann doch etwas in Richtung einer fast schon unfreiwillig komisch wirkenden Ballade übertrieben. Auch das interessanterweise auf Englisch eingesungene EUROPE-Cover MORE THAN MEETS THE EYE hätte man sich grundsätzlich sparen können – nicht unbedingt da es schlecht wäre, sondern vielmehr da es nicht so Recht zum restlichen Albenkontext passen will. Mit der ersten Alben-Hälfte haben ARIADNA PROJECT aber durchaus eine Meisterleistung vollbracht – eine, die für vieles entschädigt und den geneigten Genre-Hörer über den nicht mehr ganz so starken Ausklang des Albums hinwegsehen lässt. Im besten Fall, versteht sich.

Absolute Anspieltipps: EN LA TEMPESTAD, APRENDIENDO A CREER, Y LAS SOMBRAS QUEDARON ATRAS


„Ein gleichermaßen exklusiver wie effektiver Genre-cocktail aus Argentinien.“

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