Metal-CD-Review: ALTAIR – Descending: A Devilish Comedy (2017)

Alben-Titel: Descending: A Devilish Comedy
Künstler / Band: Altair (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. Juni 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Sleaszy Rider Records

Alben-Lineup:

Simone Mala – Vocals (lead)
Luca Scalabrin – Bass, Vocals
Gianmarco Bambini – Guitars
Albert Marshall – Guitars
Enrico Ditta – Keyboards
Simone Caparrucci – Drums

Track-Liste:

1. Descending (01:05)
2. Path of Worms (04:05)
3. Limbo (04:18)
4. Seven (06:31)
5. Godless (04:00)
6. Seed of Violence (04:28)
7. Flame of Knowledge (05:46)
8. Frozen Graves (04:40)
9. A Lesson Before Ascending (06:11)

Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

ALTAIR ist eine noch nicht allzu lange bestehende Power Metal-Formation aus Italien, die ihr Debütalbum LOST EDEN im Jahre 2013 veröffentlichte (siehe Review). Das Erreichen mindestens eines kleineren Ziels konnten sich die ambitionierten und dezent progressiv angehauchten Italiener dabei durchaus auf die Fahne schreiben: sie hatten ein in vielerlei Hinsicht grundsolides Genre-Album auf die Beine gestellt. Potentiellen Nörglern, die dem gerne mal als kitschig verschrieenen italienischen Power Metal seit jeher mit einer gewissen Spekpis begegnen; boten die Musiker jedenfalls kaum Angriffsfläche. Allerdings, und diese Tatsache macht das neue ALTAIR-Album DESCENDING: A DEVILISH COMEDY erst recht interessant – schien LOST EDEN dann doch etwas zu fehlen. Nicht unbedingt in Bezug auf die handwerklichen Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder, oder andere sich bei etwaigen Newcomern häufiger anbietenden Knackpunkte wie etwa die Abmischung und Produktion des Albums – aber doch in Richtung der Qualität und wenn man so will auch Nachhaltigkeit des Songwritigns. Anders gesagt: der triftigen Gründe, öfter zu einem Album wie LOST EDEN zurückzukehren; waren es schlicht noch etwas zu wenige.

Und nun kommt DESCENDING: A DEVILISH COMEDY ins Spiel, das jünst über Sleaszy rider records erschienene Zweitwerk der Italiener – welches ebenfalls eine eher progressive, vergleichsweise düstere Schiene des Genres bedient und 9 neue Titel enthält. Wobei, eigentlich sind es nur 8 – denn das kurze Intro ist trotz seiner netten symphonsichen Komponente eher zu vernachlässigen. Man könnte damit vermuten, dass das Album mit seiner Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten eher kompakt und übersichtlich ausfällt – doch das ist nicht wirklich der Fall. Glücklicherweise, sollte man sagen – denn ALTAIR scheinen noch einmal ordentlich an ihren kompositorischen Fähigkeiten geschraubt zu haben. Schon der opener PATH OF WORMS klingt so alles andere als eindimensional, und begeistert den geneigten Genre-Konsumenten mit einer angenehmen Mixtur aus Elementen des Power und Progressive Metal – und das stets ohne die eine oder andere Seite zu vernachlässigen. Die ausgewogene Vermengung des schroffen Gitarrensounds, der auflockernden symphonsichen Einschübe und des im vergleich zum Vorgänger wesentlich aussagekräftigeren Leadgesangs von Simone Malageht auf – und macht schnell klar, dass es sich bei DESCEINDING: A DEVILISH COMEDY um vieles handelt, nur keinen unvporbereiteten Schnellschuss.

Und diese Arbeit hat sich zweifelsohne bezahlt gemacht: ALTAIR’s Zweitwerk ist ein verdächtig amtosphärisches, streckenweise ganz und gar mächtiges Genre-Album geworden – eines, das den etwas müden und noch nicht ganz so zielgerichteten Vorgänger locker in den Schatten stellt. Dafür sorgen allein schon klare Highlights wie der wuchtige Rausschmeißer A LESSON BEFORE ASCENDING oder das vielschichtige SEVEN, das gleichzeitig der längste Titel des Albums ist – und dabei noch einmal mit Nachdruck aufzeigt, dass der italienische Power Metal nicht immer typisch – oder eher wie erwartet – klingen muss. Auch das dezent an eine düsterere Version von KALEDON erinnernde SEED OF VIIOLENCe weiß durchaus zu gefallen. Ein paar kleinere Mankos gibt es dann aber doch – wie etwa das im Vergleich höchst mittelprächtige GODLESS mit seinem eher modern wirkenden Soundanstrich und der überzogenen Keyboard-Komponente. Auch die Tatsache, dass Albums insgesamt betrachtet und trotz der geringen spiezeit noch immer etwas zu gleichförmig klingt; lässt sich nicht gänzlich von der Hand weisen. Dennoch: Freunde eines progressiv angehauchten Power Metals – der gerne auch mal etwas weniger klassisch, düsterer und nicht ganz so Hymnen-lastig ausfallen darf – werden mit ALTAIR ihre ware Freude haben.

Absolute Anspieltipps: PATH OF WORMS, SEVEN, SEED OF VIOLENCE, A LESSON BEFORE ASCENDING


„Hier felht nicht mehr viel: technisch und atmosphärisch bewegen sich ALTAIR auf einem ungeahnt hohen Niveau.“

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