Metal-CD-Review: VICTORIUS – Heart Of The Phoenix (2017)

Alben-Titel: Heart Of The Phoenix
Künstler / Band: Victorius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. November 2014
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Andreas Dockhorn – Bass
Dirk Scharsich – Guitars
Steven Lawrenz – Guitars
David Baßin – Vocals
Rustam Guseinov – Drums

Track-Liste:

1. Shadow Warriors (04:03)
2. Hero (04:18)
3. End of the Rainbow (03:44)
4. Die by My Sword (03:42)
5. Sons of Orion (05:08)
6. Heart of the Phoenix (04:18)
7. Empire of the Dragonking (03:48)
8. Hammer of Justice (03:50)
9. Beyond the Iron Sky (04:21)
10. Virus (04:02)
11. A Million Lightyears (04:06)

Ein Phoenix aus der Asche, der diesen Namen auch verdient.

Man kann den deutschen Power Metallern von VICTORIUS viel vorwerfen – nur nicht, dass sie sich mit ihren Studioalben viel Zeit lassen. Immerhin legte die Band direkt nach dem noch stark ausbaufähigen 2010’er Debütalbum UNLEASH THE TITANS (siehe Review) eine recht muntere Veröffentlichungsfrequenz vor – wobei der 2013 veröffentlichte Überraschungserfolg THE AWAKENING (Review) klar als bisheriges Diskografie-Highlight auszumachen war. Nach dem letztaktuellen, nicht mehr ganz so guten DREAMCHASER (Review) soll es 2017 also wieder an der Zeit sein für ein neues VICTORIUS-Album. Dieses horcht auf den Titel HEART OF THE PHOENIX, beinhaltet 11 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten – und scheint ausnahmsweise mal nicht da weiterzumachen, wo die stets siegessicheren Musiker auf und mit DREAMCHASER aufgehört hatten. Das wiederum hat eine gleichermaßen markante wie angenehme Folge: es scheint, als würden sich VICTORIUS auf ihrem HEART OF THE PHOENIX wieder etwas mehr an dem mit THE AWAKENING vorlegten Sound orientieren. Der ganz große Überraschungseffekt bleibt damit zwar aus, doch immerhin begeht die Band keine ähnlichen Fehler wie noch auf DREAMCHASER – dem insgesamt schlicht der nötige Biss fehlte.

HEART OF THE PHOENIX dagegen kann es wieder weitaus effektiver entfachen, das spezielle Feuerwerk der Marke VICTORIUS. Mit ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Musiker dieses Mal etwas mehr Zeit genommen und sich explizit auf ihr Songwriting konzentriert haben – was man dem Album auch zu jedem Zeitpunkt anmerkt. So kann man sich bereits der Wirkungskraft des furiosen Openers SHADOWWARIORS kaum entziehen – wobei es im weiteren Albenverlauf sogar noch besser wird. Das folgende HERO beispielsweise begeistert mit seinem galoppierenden Anspruch, dem knackigen Riffing und den perfekt in Szene gesetzten Keyboardeinschüben. Der absolute Höhepunkt wird dann aber vermutlich mit brachialen Trio aus dem thematisch an VEONITY erinnernden, überraschend gut funktionierenden SONS OF ORION (allein die instrumentale Passage gegen Ende ist Gold wert), dem in jeder Hinsicht mächtigen Titeltrack HEART OF THE PHOENIX sowie EMPIRE OF THE DRAGONKING zelebriert – so gut klangen VICTORIUS nicht einmal auf THE AWAKENING. Hier von einem geradezu triumphalen Gesamteindruck zu sprechen, trifft es wohl recht genau – denn auch die Refrains, Soli-Passagen und Background-Gesänge (hört man genau hin, glaubt man einstweilen an OLYMPOS MONS erinnert zu werden) wurden in Bezug auf ihre Qualität und Effektivität auf ein so noch nicht von VICTORIUS gekanntes Niveau gehievt.

Anders gesagt: HEART OF THE PHOENIX klingt endlich wieder nach einem gleichermaßen energetischen wie spaßigen deutschen Power Metal, der sich in Bezug auf seine hymnischen Melodien und die damit einhergehende mitreißende Wirkung alles andere als verstecken muss. Gut ist, dass die handwerklichen Aspekte eben diese Feststellung zusätzlich untermauern. Analog zur deutlich variableren, variantenreicheren Spielweise der Band überzeugt vor allem die Handhabung der Gitarren – und der bei VICTORIUS eigentlich immer bestmöglich in Szene gesetzte Sound. Die für alle Seiten vorteilhaft ausfallende Abmischung und die ausgewogen-druckvolle Produktion lassen jedenfalls kaum Wünsche offen.

Eine kleine handvoll Dinge könnte man HEART OF THE PHOENIX dann aber vielleicht doch noch vorwerfen. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass VICTORIUS nicht gerade mit Innovationen um sich werfen – und sich nach wie vor zahlreiche Parallelen zu anderen alteingesessenen Bands mit einer ähnlichen Spielart ergeben. Zwar wirkt sich das dieses Mal nicht ganz so gravierend aus, aber dennoch: HEART OF THE PHOENIX markiert insgesamt durchaus einen recht beherzten Griff in die allgemeine Power Metal-Klischeekiste. Zum anderen gilt es zu vermelden, dass Leadsänger David Baßin über die Jahre zwar maßgeblich an sich und seiner Darbietung gearbeitet hat – aber noch immer nicht zu den besten oder prägnantesten Genre-Frontmännern gehört. Glücklicherweise überwiegen im Falle von HEART OF THE PHOENIX aber die positiven Aspekte, sowie sicher auch der enorme Spaßfaktor – sodass problemlos eine unbedingte Empfehlung ausgesprochen werden kann. Effektiver als das jeweils neueste Material von HAMMERFALL oder BLOODBOUND ist das Ganze schließlich in jedem Fall…

Absolute Anspieltipps: SONS OF ORION, HEART OF THE PHOENIX, EMPIRE OF THE DRAGONKING


„Das klingt schon eher nach VICTORIUS.“

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