Metal-CD-Review: VEXILLUM – The Wandering Notes (2011)

Alben-Titel: The Wandering Notes
Künstler / Band: Vexillum (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Januar 2011
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: My Graveyard Productions

Alben-Lineup:

Francesco Ferraro – Bass
Francesco Girardi – Drums
Michele Gasparri – Guitars
Andrea Calvanico – Guitars
Dario Vallesi – Vocals

Track-Liste:

1. Neverending Quest (06:11)
2. The First Light (05:03)
3. Avalon (06:01)
4. The Brave and the Craven (05:37)
5. Ranger Runs Again (03:27)
6. Rising from the Ruins (05:43)
7. The Wood of Chances (03:48)
8. Hunter and Prey (04:12)
9. The Traveller (05:04)
10. Open Your Curtain (05:26)
11. Shadow Vexillum – Part II (06:30)

Jung, wild und ungestüm.

Nanu… wer oder was sind denn VEXILLUM, die sich frei nach der Facón von Bands wie SABATON nach einer althergebrachten Bezeichnung für kriegsbezogene Gegenstände benannt haben (Wikipedia-Link) ? In der Tat handelt es sich hier um eine bereits 2004 als SHADOW VEXILLUM gegründete Power Metal-Combo aus Italien, die sich nach ihrer ersten Demo (TALES, 2006) im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Schatten erhoben hatte – und somit auch auf den einstigen Namenszusatz verzichten konnte. Schließlich versprach schon die erste unter dem neuen Banner aufgenommene Werkschau NEVERENDING QUEST (2007) großes, nicht zuletzt dank der in Italien nicht allzu häufig anberaumte Symbiose aus Power Metal und Folk-Elementen. Ein wenig dauerte es zwar noch bis zum vorliegenden und über My Graveyard Productions erschienenen Debütalbum THE WANDERING NOTES – wobei man allerdings auch nicht sagen kann, dass die Bande die Wartezeit nicht genutzt hätte. Denn: THE WANDERING NOTES ist tatsächlich ein mehr als nur nennenswertes, rundum knackiges und vor allem spannendes Genre-Album geworden. Eines, dass dabei sogar in etwa dem entspricht; was man anhand des stimmigen Cover-Artworks hat erwarten können.

Anders gesagt: nach einem kurzen, ausnahmsweise mal nicht überflüssigen Intro-Part legt der Opener NEVERENDING QUEST gleich ordentlich vor; und überzeugt nicht nur in Bezug auf die handwerklichen Leistungen der einzelnen Mitglieder und die höchst zufriedenstellende Abmischungs- und Produktionsqualität – sondern auch hinsichtlich der wenn man so will ureigenen Atmosphäre. Eine, die sich glücklicherweise auch durch die Folgenummern zieht – von denen sich so manche als absoluter Anspieltipp eignet. AVALON etwa greift erstmals deutlicher auf die von der Band anberaumten Folk-Elemente zurück, führt nebenbei auch noch eine dezente symphonische Komponente ein – und avanciert so zu einer der vermutlich besten respektive wirksamsten Midtempo-Hymnen überhaupt. Warum genau das Konzept von VEXILLUM hier so gut aufgeht, lässt sich dabei wohl nur erahnen. Immerhin ist es beileibe keine Selbstverständlichkeit, dass Genre-Bands aus Italien so frisch und unverbraucht klingen – doch offenbar hatten sich Italiener schon früh auf ihre potentiellen Alleinstellungsmerkmale fokussiert, und diese auf THE WANDERING NOTES erstmals perfekt umgesetzt.

Sicher gibt es kaum eine Band, die sich nicht auch mit anderen vergleichen lässt – was auch für VEXILLUM gilt. Jedoch, und das ist ein klarer Vorteil der Italiener – allzu schnelle, und vor allem allzu viele Parallelen lassen sich nicht ziehen. Bands wie ELVENKING oder FALCONER eignen sich wohl noch am ehesten für einen Vergleich, zumindest einen groben – der gleichzeitig auch auf die einzige potentielle Schwäche von VEXILLUM hinweist. Denn: der hiesige Leadsänger Dario Vallesi macht nicht immer eine gute Figur, auch wenn er eine grundsätzlich angenehme Stimmfarbe hat. Doch wann immer er etwas aggressivere Töne anschlägt, zu emotionalen Screams ansetzt (wie in THE WOOD OF CHANGES) oder sich wie in RANGER RUNS AGAIN auch mal deutlich ruhiger inszeniert wird klar: gegen eine sich aufgrund des Band-Vergelichs anbietende Genre-Galionsfigur wie Mathias Blad sieht er verständlicherweise alt aus. Und das nicht nur was das Volumen der Stimme betrifft – sondern auch hinsichtlich der allgemeinen Bandbreite, Glaubwürdigkeit und nicht zuletzt Sicherheit. Immerhin: er gibt sein bestes. Und von einer allgemein guten Band, die sich durch ihren Leadgesang vieles zunichte macht, ist VEXILLUM ebenfalls noch weit entfernt.

Eines schaffte und schafft THE WANDERING NOTES allemal – ein Dasein als stilistisch und atmosphärisch sehr zielgerichtetes, enorm Riff-geladenes und grundsätzlich kaum verbesserungswürdiges Power Metal-Werk zu etablieren. Vielleicht kein perfektes, dafür gibt es hier und da noch zu viel Luft nach oben – aber in jedem Fall eines, dass man in seiner Sammlung haben sollte.

Absolute Anspieltipps: NEVERENDING QUEST, AVALON, THE BRAVE AND THE CRAVEN, OPEN YOUR CURTAIN


„Ein buntes metallisches Potpourri aus klassischen Genre-Elementen, zündenden Folk-Zusätzen und rundum stimmig verpackten Geschichten mit einer Extraportion Atmosphäre.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.