Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – A Time Never Come (2001)

Alben-Titel: A Time Never Come
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Elevate Records

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Antonio Agate – Keyboards
Andrea Buratto – Bass
Paco Gianotti – Guitars
Luca Cartasegna – Drums

Track-Liste:

1. Gate of Wisdom (00:39)
2. Legend (06:13)
3. Under the Flag of Mary Read (07:21)
4. The Brave (07:14)
5. Emotions (01:25)
6. Oblivion (04:31)
7. Lady of Silence (05:34)
8. The Mystery of Love (06:51)
9. Paganini’s Nightmare (Theme from Caprice #5) (01:03)
10. Hamelin (04:42)
11. Ascension (00:56)
12. Dr. Faustus (08:08)

Eine Zeit, an die man sich gern erinnert.

Nachdem sich die 1997 gegründeten Power Metaller von SECRET SPHERE mit ihrem 1999 an den Start gegangenen Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) erstmals die Ehre innerhalb eines im damaligen Italien gerade erst aufblühenden Metal-Genres gegeben hatten, stand es relativ gut für die junge und aufstrebende Combo. Und das auch im direkten Vergleich mit einigen anderen Bands, die sich zu jener Zeit immer mehr festigten und kontinuierlich erfolgreicher wurden – wie etwa RHAPSODY, LABYRINTH oder VISION DIVINE. Und tatsächlich: während das Erstwerk teils noch enorm auffällige Parallelen zu eben jenen geografischen Partner-Bands aufwies, schienen sich auch die ambitionierten Musiker von SECRET SPHERE mit ihrem 2001 erschienenen Zweitwerk A TIME NEVER COME mehr und mehr zu profilieren.

Anders gesagt: etwaige schnell anzuberaumende Sound-Parallelen fielen so gut wie weg, die Band fand langsam aber sich ihren (ur-)eigenen Sound und ihre eigene Identität – und schickte sich mit A TIME NEVER COME an, eine in mehrere Abschnitte unterteilte, entsprechend episch angelegte Sage zu erschaffen. Und das ist ihnen auch gelungen: das Album ist enorm vielschichtig; und dabei ein mehr als nur nennenswerter Genre-Beitrag geworden. Einer, der sowohl in inhaltlicher als auch musikalischer Hinsicht überzeugt, eine enorme Bandbreite an Emotionen vermittelt – und den geneigten Genre-Hörer auf eine gleichermaßen abenteuerliche wie musikalisch höchst zufriedenstellende Reise entführt. Denn nach wie vor waren die handwerklichen Leistungen der Mitglieder tadellos, hier vielleicht sogar noch ein wenig sicherer als auf dem Vorgänger – wobei speziell die Gitarren einiges an Variabilität und Ausdruckskraft zugelegt hatten.

Fest steht: der markant in Szene gesetzte Bass, das organische Schlagzeugspiel, die sich gut in die Songstrukturen einfügenden Keyboard-Elemente und der im direkten Vergleich mit dem Vorgänger definitiv erstarkte Leadgesang von Roberto „Ramon“ Messina ließen und lassen so gut wie keine Wünsche offen – und machen das Album zu einem Genuss, sowohl im gesamten als auch in Bezug auf besonders starke Einzel-Momente. So könnte es auch entsprechend schwerfallen, sich entsprechende Highlights herauszupicken. Auf gar keinen Fall ungenannt bleiben dürfen in diesem Zusammenhang allerdings die beiden Über-Nummern OBLIVION und LOST LAND OF LYONESSE (als japanischer Bonustrack), die nicht nur markant aus dem Alben-Kotext herausragen – sondern auch ganz allgemein zu den vielleicht wirksamsten Genre-Hymnen aller Zeiten gehören.

Überhaupt: während andere ähnlich hochqualitative Alben mit einer ähnlichen Machart zumindest im Detail Schwächen aufweisen, sieht es für A TIME NEVER COME auch hier verdammt gut aus. Vielleicht sogar zu gut um wahr zu sein – denn selbst die üppig vorhandenen atmosphärischen Ausstaffierungen in Form von Interludes, symphonischen Isntrumentalpassagen und klassischen Einschüben a’la PAGANINI’S NIGHTMARE wirken sich nicht störend aus, im Gegenteil. Anders gesagt: auch sie sind eine Entdeckung wert, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Im Falle von SECRET SPHERE aber führen sie tatsächlich zu einer weiteren Verdichtung der ohnehin intensiven Atmosphäre – was auch für die balladesken Momente gilt. Denn ob nun wohl dosiert innerhalb der einzelnen Titel, oder aber als alleinstehendes Werk in Form eines THE MYSTERY OF LOVE – kitschig oder überkandidelt klingt hier nichts.

Schlussendlich: auch wenn manche Zeiten niemals kommen respektive eintreten werden, so vermag es zumindest die Kraft der Musik einen entsprechenden Trost zu schaffen. A TIME NEVER COME ist ein musikalisches Meisterwerk, und das vermutlich nicht nur innerhalb des Power Metal-Genres.

Absolute Anspieltipps: LEGEND, OBLIVION, LOST LAND OF LYONESSE, HAMELIN


„Da hat jemand Höhenluft gekostet.“

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