Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Mistress Of The Shadowlight (1999)

Alben-Titel: Mistress Of The Shadowlight
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Elevate Records

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Paolo „Paco“ Gianotti – Guitars
Aldo Lonobile – Guitars (lead)
Andrea Buratto – Bass
Luca Cartasegna – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Dawn of Time (01:21)
2. Age of Wizard (06:08)
3. Recall of the Valkyrie (05:54)
4. On the Wings of Sun (05:20)
5. Twilight of Fairy Tale (05:14)
6. White Lion (07:50)
7. Labyrinth of Glass (05:33)
8. Seren (02:07)
9. Secret Sphere (10:33)

Eine Reise in geheime Sphären der Vergangenheit.

Verbindet man den Begriff des italienischen Power Metal mit dem Zeitraum der späten 90er Jahre, so wird es vornehmlich eine Band sein die dem geneigten Genre-Enthusiasten in den Sinn kommt: RHAPSODY, die heute mit dem Zusatz OF FIRE unterwegs sind und speziell dem Subgenre des Symphonic Power Metal einen großen Dienst erwiesen haben. Doch natürlich gab es zahlreiche weitere aufstrebende Genre-Bands, die sich in dieser Zeit aufmachten um die musikalischen Bühnen dieser Welt zu erobern. Neben bekannteren Acts wie LABYRINTH, VISION DIVINE oder THY MAJESTY versuchten so auch die 1997 gegründeten SECRET SPHERE im Zuge der neuen Power Metal-Invasion der Marke Italien durchzustarten. Und tatsächlich: nach einer ersten Demo gingen sie schon 1999 mit ihrem Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT an den Start. Selbiges erschien seinerzeit über das Label Elevate Records, beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtlaufzeit von exakt 50 Minuten – und vermittelt gerade aus heutiger Sicht ein angenehm ursprüngliches Gefühl.

Analog zu den frühen Werke der bereits genannten Vergleichsbands, versteht sich. Wobei es vornehmlich die Kollegen von LABYRINTH sind, zu denen die wohl auffälligsten Parallelen bestehen. Doch das wirkt sich in diesem Falle nicht negativ aus, zumal das Genre jung und die Masse an lokalen Konkurrenzbands eher übersichtlich war. In diesem Zusammenhang schienen auch besondere Alleinstellungsmerkmale von einer eher zweitrangigen Natur zu sein – vielmehr ging es darum, das möglichst beste aus den jeweils gegebenen Möglichkeiten zu machen. Und das ist den Italienern von SECRET SPHERE auf ihrem MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT auch in einer durchaus respektablen Ausprägung gelungen. Und vor allem einer spannenden: seien es die hie und da eingestreuten klassisch-symphonischen Klang-Elemente (die, wie sollte es anders sein; an das frühe Schaffen von RHAPSODY erinnern), der großzügige aber dennoch stimmige Einsatz des Keyboards, die Mixtur aus flotten und eher getragenen Titeln oder die guten handwerklichen Leistungen – langweilig wird es auf ihrem Debütalbum keineswegs.

Dabei hat selbiges mindestens zwei markante Vorteile: zum einen den stets präsenten, perfekt in Szene gesetzten Bass von Andrea Buratto – und zum anderen die Stärke der klar erkennbaren Hymnen des Albums. Vornehmlich wären hier Titel wie der mächtige Opener AGE OF WIZARD, das feucht-fröhlich voranpreschende RECALL OF THE VALKYRIE, das angenehm wandelbare ON THE WINGS OF SUN oder das mit gleichermaßen symphonischen wie progressiven Noten ausgestattete SEREN zu nennen. Während der Leadgesang von Roberto „Ramon“ Messina als solide, aber eben auch relativ typisch und im schlimmsten Fall gar als verwechselbar zu bezeichnen ist; wirkt sich eigentlich nur eine Kleinigkeit negativ auf den Gesamteindruck aus – und das sind die im Falle von MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT häufiger auftretenden balladesken Strömungen. Anders gesagt: mit Nummern wie TWILIGHT OF FAIRY TALE bewegt man sich verdächtig nah an der Kitsch-Grenze des gerade noch erträglichen, und auch sonst hätte man hie und da etwas weniger atmosphärische Spielereien vorsehen können.

Denn insgesamt betrachtet hat das Album vor allem eines: eine ordentliche Portion Power. Und die sollte man in diesem Fall auch ruhig entsprechen hochhalten – schließlich könnte man nicht umsonst behaupten, dass es SECRET SPHERE locker schafften mit der hochkarätigen Konkurrenz von LABYRINTH mithalten zu können. Anhaltspunkte dafür finden sich überall – besonders aber in jenen Nummern, die dem Werk der italienischen Kollegen sehr ähnlich sind (wie etwa WHITE LION oder LABYRINTH OF GLASS). Wenn man so will schneiden SECRET SPHERE vielleicht  sogar noch ein stückweit besser ab – nicht unbedingt in Bezug auf den Leadgesang, aber doch die lebendigere Instrumentierung und die mindestens gleichwertige Bandbreite an vermittelten Emotionen. Kurzum: bei MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT handelt es sich um einen echten Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen sollte.

Absolute Anspieltipps: AGE OF WIZARD, RECALL OF THE VALKYRIE, ON THE WINGS OF SUN


„Ein seinerzeit höchst gelungener Genre-Einstieg für SECRET SPHERE – und auch heute noch extrem lohnenswert.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.