Metal-CD-Review: RIOT – Thundersteel (1988)

Alben-Titel: Thundersteel
Künstler / Band: Riot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1988
Land: USA
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: CBS Associated Records

Alben-Lineup:

Tony Moore – Vocals
Mark Reale (R.I.P. 2012) – Guitars
Don Van Stavern – Bass
Bobby Jarzombek – Drums
Mark Edwards – Drums

Track-Liste:

1. Thundersteel (03:49)
2. Fight or Fall (04:25)
3. Sign of the Crimson Storm (04:40)
4. Flight of the Warrior (04:17)
5. On Wings of Eagles (05:41)
6. Johnny’s Back (05:32)
7. Bloodstreets (04:39)
8. Run for Your Life (04:08)
9. Buried Alive (Tell Tale Heart) (08:55)

Der frühe Vogel fängt den Wurm.

THUNDERSTEEL ist das 1988 erschienene, zum damaligen Zeitpunkt sechste offizielle Studioalbum der US-Amerikanischen Heavy- und Power Metaller von RIOT. Fakt ist: bei der bereits im Jahre 1975 (!) gegründeten Combo handelt es sich zweifelsfrei um eine der wohl frühesten Genre-Institutionen, die sich für eine jahrzehntelang währende Schaffensperiode großartiger Musik verantwortlich zeichnet. Und mehr noch: zusammen mit anderen frühen Pionieren des Genres wie etwa JUDAS PRIEST, MANILLA ROAD, RAINBOW, DIO oder IRON MAIDEN haben erst Musiker wie die von RIOT dafür gesorgt, dass der Weg für ein weltweites musikalisches Phänomen geebnet wurde. Eines, dass sich spätestens in der Mitte der 80er Jahre durch eine dezente Abspaltung vom übergeordneten Genre des Heavy Metal festigte – und heute gemeinhin als Power Metal bekannt ist. Entsprechend interessant und dabei eine fast schon andächtig anmutende Erfahrung ist demnach ein Genuss der ersten, klar mit einem wichtigen Wegbereiter-Status zu versehenden Alben – wie etwa das vorliegende THUNDERSTEEL mit seinen 9 enthaltenen Titeln. Zwar machten die Jungs von RIOT auch schon vorher gute Musik mit entsprechenden Metal-Qualitäten – doch erst mit THUNDERSTEEL gelang ihnen der bis dato wohl markanteste Rundumschlag.

Gründe dafür gibt es einige – wobei der vordergründigste schlicht darin besteht, dass das Album eine erstaunlich gute musikalische Figur macht. Und: dass es über die Jahre nichts von seiner Wirkungskraft eingebüßt hat. Im Gegenteil, im Zusammenspiel mit dem teils enorm hymnischen Faktor und der klassischen Ausrichtung inklusive eines jeweils ausgeprägten Fokus auf die Gitarren, den Bass und die Drums kann das auf THUNDERSTEEL enthaltene Material eine fast schon hypnotische Wirkung etablieren – zumindest wenn man dem übergeordneten Genre des Heavy Metal allgemein zugetan ist und nichts gegen eine Portion ehrlich-ungekünstelter Musik mit überzeugender Handarbeit einzuwenden hat. Die schon damals von den Mitgliedern erbrachten Leistungen sprechen jedenfalls Bände – wobei nicht nur der markante Leadgesang von Tony Moore gewisse Vorbild-Funktionen für später aufkommende Genre-Combos übernahm. So ist es immer wieder eine interessante Erkenntnis, dass sich einige Kollegen mehr oder weniger offensichtlich von einem Album wie THUNDERSTEEL haben inspirieren lassen – wie etwa die CRYSTAL EYES, die auf ihrem hervorragenden 1999’er Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (siehe Review) eine ganz ähnlich-klassische Marschrichtung eingeschlagen haben.

Und so kann man kaum anders als Nummern wie den schmackigen Opener und Titeltrack THUNDERSTEEL, das hymnische FIGHT OR FALL, das melodische FLIGHT OF THE WARRIOR (hier werden die Parallelen zu CRYSTAL EYES überdeutlich), das schier majestätische ON WINGS OF EAGLES oder das launige JOHNNY’S BACK einfach nur zu genießen. Selbst die potentiell kritischen Momente sind in diesem Fall keine: die etwas ruhigeren Titel SIGN OF THE CRIMSOM STORM und BLOODSTREETS bilden eine perfekte und äußerst Gitarren-intensive Alternative zu gemeinhin obligatorischen Balladen mit Kitsch-Gefahr, und der vergleichsweise überlange Rausschmeißer BURIED ALIVE wirkt dank seiner atmosphärischen Inszenierung alles andere als langatmig. Explizite schwache Momente hat das Album so keine – lediglich das flotte, aber mit einem etwas ungünstigen Refrain versehene RUN FOR YOUR LIFE muss dezent hinter den anderen Titeln anstehen. Unumstößlich fest steht aber: mit THUNDERSTEEL hat die Metal-Welt nicht nur ein für das frühe Genre wichtiges Album auf die Lauscher bekommen – sondern auch ein enorm gutes und bis heute nachhallendes.

Absolute Anspieltipps: THUNDERSTEEL, FIGHT OR FALL, FLIGHT OF THE WARRIOR, ON WINGS OF EAGLES, BURIED ALIVE


„Mehr Metal geht nicht – ein zeitloses Genre-Meisterwerk.“

Aufgrund der hohen Wertung hat sich dieses Album einen Platz in der ewigen Metal-Bestenliste erkämpft.

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