Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Blood Fury Domination (2017)

Alben-Titel: Blood – Fury – Domination
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. April 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Andrea Martongelli – Guitars
Fabio Dessi – Vocals
Francesco Tresca – Drums
Giorgio Terenziani – Bass

Track-Liste:

1. Undead (03:51)
2. Black Sun (03:37)
3. Blood Red Sky (04:33)
4. Blistering Eyes (03:31)
5. If I Fall (04:14)
6. Warcry (04:49)
7. Into the Arena (03:58)
8. Dark Fire (04:06)
9. Firetribe (04:13)
10. Inner-Fury Unleashed (03:34)
11. Rituals (03:15)

Mehr auf und ab geht nicht.

Spätestens seit sich die italienischen Power Metaller von ARTHEMIS nach einer Phase der Ungewissheit fast komplett neu formiert hatten, ist die einst dem Genre des progressive Power Metal zugetane Band für die ein oder andere Überraschung gut. Über die Jahre rekrutierte man so nicht nur einige neue Mitglieder, die den Sound der Combo maßgeblich veränderten – auch ganz allgemein wurde mit verschiedenen Gangarten und Marschrichtungen experimentiert. Doch bei aller Liebe zu notwendigen Veränderungen und im besten Fall auch Fortschritten – das jeweilige Ergebnis fiel im Falle der neu aufgestellten ARTHEMIS nicht immer zufriedenstellend aus. Speziell das 2010 veröffentlichte HEROES eignete sich mit seinen modernen Anleihen und vielen merkwürdigen Momenten perfekt dazu, für verdutzte Gesichter zu sorgen (siehe Review) – während man mit dem 2012’er Nachfolger WE FIGHT (Review) plötzlich wieder in eine deutlich angenehmere Richtung driftete. Eine, die der neuen musikalischen Härte von ARTHEMIS recht gelegen kam – und die im Gegensatz zum Vorgänger wieder deutlich mehr Bumms hatte. Mit verantwortlich dafür war auch, dass der neue Leadsänger Fabio D. erstmals zu einem überzeugenden Rundumschlag ausholen konnte – und dass es die Band nicht scheute, mit einem Bein in den Gefilden des Trash Metal zu stehen.

Aber nun steht der geneigten Hörerschaft das kämpferisch betitelte BLOOD – FURY – DOMINATION ins Haus – und damit das mittlerweile achte Studiowerk der fleißigen Schwermetaller von ARTHEMIS. Wie schon bei HEROES gibt der Titel allein allerdings noch lange nicht vor, was die Band dieses Mal in Petto hat – man sollte also kein allzu kräftig ausgesprochenes Machtwort im Stile des 5 Jahre zurückliegenden WE FIGHT erwarten. Vielmehr scheint das neue Album den turbulenten Werdegang der Band abermals zu unterstreichen, oder anders gesagt: gefühlt machen ARTHEMIS wieder einen dezenten Schritt zurück. Und damit nähern sie sich stilistisch wieder an ihren zu Recht umstrittenen 2010’er Output HEROES an – was so eher nicht zu erwarten war. Sicher, bei ARTHEMIS von einer wie auch immer gearteten Chart-Tauglichkeit zu sprechen war und ist lediglich eine überspitzte Herangehensweise in Bezug auf eben solche Formulierungen – doch ein wenig Wahrheit ist durchaus dran. Zwar können sich ARTHEMIS noch immer damit brüsten, dass sie einen einwandfreien Power Metal kreieren – und dabei sogar einen der alles andere als typischen oder kitschigen Art – doch wirklich überzeugend respektive ehrlich klingen sie dabei trtozdem nicht.

Und das liegt vor allem daran, dass ARTHEMIS zum x-ten Male von ihrer vorherigen Marschrichtung abweichen – und sich auf BLOOD – FURY – DOMINATION erneut in mehrere Richtungen ausprobieren. Wirklich zahm klingt das Album mit Ausnahme der Ballade IF I FALL zwar nicht, zumal die Band mit WARCRY und DARK FIRE zwei echte Brecher (und zugleich zwei der besten ARTHEMIS-Nummern der letzten Jahre) im Gepäck hat – doch der stets im Hintergrund mitschwebende, eher auf modern getrimmte Soundanstrich sowie die relativ glattgebügelt wirkende Produktion verhindern hier klar, dass ARTHEMIS wirklich aus dem Vollen schöpfen können. Der gerade im Vergleich zum Vorgänger WE FIGHT entschärft klingende Leadgesang von Fabio D. (in Bezug auf seine Kraft, Härte und Schroffheit) und die schmerzlich an HEROES erinnernden Refrains, die ARTHEMIS des öfteren in die Nähe von eher nicht explizit im klassischen Heavy Metal zu verortenden Combos (daher der Chart- respektive Radiovergleich) driften lassen machen jedenfalls nicht wirklich Laune. Punkten können ARTHEMIS dagegen mit ihrem schroffen Gitarrensound, den variablen Drums und den noch immer knackigen Soli. Zwar können diese Elemente gerade den eher schwachen Auftakt des Albums nicht mehr retten – doch immerhin offenbaren einzelne Momente sowie generell die bessere zweite Albenhälfte, dass in Bezug auf nennenswerte Genre-Combos aus Italien noch immer mit ARTHEMIS zu rechnen ist.

Absolute Anspieltipps: BLOOD RED SKY, WARCRY, DARK FIRE


„Solide bis interessant – aber kein Meilenstein.“

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