Metal-CD-Review: ARTHEMIS – We Fight (2012)

Alben-Titel: We Fight
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. Juni 2012
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Helvete & Hate Records

Alben-Lineup:

Andrea Martongelli – Guitars
Damian Perazzini – Bass
Fabio D. – Vocals
Paolo Caridi – Drums

Track-Liste:

1. Apocalyptic Nightmare (01:05)
2. Empire (05:40)
3. We Fight (04:46)
4. Blood of Generations (04:10)
5. Burning Star (04:08)
6. Cry for Freedom (03:51)
7. Alone (03:55)
8. Reign of Terror (04:26)
9. Still Awake (04:47)
10. The Man Who Killed the Sun (05:30)
11. Metal Hammer (03:48)

Manche Wünschen gehen eben doch noch in Erfüllung.

Allzu lange ist sie noch gar nicht her – jene heiße Phase in der turbulenten Bandgeschichte von ARTHEMIS, in der die einst vielversprechende Combo kurz vor dem Aus stand. Doch bekanntlich hatte die Band, oder eher der hiesige Gitarrist und Hauptverantwortliche Andrea Martongelli doch noch die Kurve gekriegt – und ab 2008 ein komplett neues Lineup um sich geschart. Allemal beeindruckend ist, dass das erste musikalische Erzeugnis der so gesehen neu auferstandenen ARTHEMIS schon im Jahre 2010 folgte – und aufgrund der kurzen Eingewöhnungszeit erst gar keine Lücke zum noch von Alessio Garavello geführten Vorgänger BLACK SOCIETY (siehe Review) entstand. Eine Kehrseite aber hatte das Ganze, wobei nicht gänzlich klar ist ob sie tatsächlich auf die relativ schnelle Abfolge der Veröffentlichungen zurückzuführen ist: das 2010 erschienene HEROES konnte die Erwartungen schlicht nicht erfüllen. Sicher auch, da es die einst angenehm progressiv angehauchten ARTHEMIS erstmals von einer eher ungewohnten Seite zeigte – und der Sound der Italiener zunehmend moderner erschien (Review).

Die nächste Gelegenheit für eine Punktlandung der Italiener ließ indes nicht lange auf sich warten: 2012 erschien das mittlerweile siebte ARTHEMIS-Album WE FIGHT, welches 11 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 46 Minuten beinhaltet. Dabei kann die erste frohe Botschaft recht schnell erfolgen: den gleichen Fehler wie mit und auf HEROES machten ARTHEMIS hier keinesfalls. Vielmehr wirkt und klingt es so, als wäre WE FIGHT das geworden was schon der Vorgänger hätte sein sollen – ein dezent von der früheren Spielart der Band abweichendes, in Hinblick auf die neue und etwas aggressivere Gangart aber durchaus überzeugendes Endprodukt. So erhielt der 2008 zur Band hinzugestoßene, deutlich rauer als sein Vorgänger Garavello agierende Leadsänger Fabio D. hier endlich den nötigen Raum – und auch die instrumentale Komponente von WE FIGHT klingt schlicht deutlich griffiger als die von HEROES.

Eine mitunter noch wichtigere, dieses Mal absolut zugunsten von ARTHEMIS ausfallende Feststellung gibt es gleich obenauf: die noch auf HEROES vorhandenen, fast schon Chart-tauglichen Poprock-Anleihen inklusive nicht weniger peinlich-schlechter Refrains und allerlei merkwürdigen Gesangsstrukturen sind komplett verschwunden. WE FIGHT gibt schon von den ersten Takten an eine wesentlich besser zu ARTHEMIS passende Marschrichtung vor. Eine, die mit einem Bein im Genre des Trash Metal steht – doch bekanntlich wünschte sich die Band Veränderungen. Und wenn die so überzeugend ausfallen wie in diesem Fall, stimmt es einen schon nicht mehr ganz so wehmütig dass ARTHEMIS eigentlich mal einen gleichermaßen klassischen wie hymnischen progressiven Power Metal gespielt haben.

Und so kann sich grundsätzlich alles, was nach dem noch am ehesten zu vernachlässigen Intro APOCALYPTIC NIGHTMARE folgt; absolut hören lassen. Sei es der energetische und Riff-gelandene Opener EMPIRE, der schmackige Titeltrack WE FIGHT, das allein durch den erstklassigen Gesang überzeugende BLOOD OF GENERATIONS, das rhythmisch zugängliche aber alles andere als weichgespült klingende BURNING STAR – WE FIGHT zeigt ARTHEMIS endlich wieder von ihrer besten Seite. Gut, die Genre-Hymne METAL HAMMER ist dezent nervig; und die Ballade ALONE hätte so nicht unbedingt sein müssen – aber selbst die geht im Vergleich zu obligatorischen Erzeugnissen anderer Bands absolut in Ordnung. In Bezug auf die handwerklichen Leistungen der einzelnen Mitglieder gibt es nicht zu meckern, wobei insbesondere das variable Drumming sowie der gut in Szene gesetzte Bass zu überzeugen wissen – das seit jeher erstklassige Gitarrenspiel inklusive einiger markanter Soli-Momente rundet das Ganze ab. Ob man das Album nun als entschädigenden Ausgleich für das schwache HEROES betrachten sollte oder nicht, sei einmal dahingestellt – doch fest steht, dass WE FIGHT (fast) auf ganzer Linie überzeugt.

Absolute Anspieltipps: EMPIRE, BLOOD OF GENERATIONS, CRY FOR FREEDOM, REIGN OF TERROR


„Was für ein Comeback – ARTHEMIS sind wieder auf Kurs.“

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