Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Heroes (2010)

Alben-Titel: Heroes
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. Juni 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Helvete & Hate Records

Alben-Lineup:

Fabio D. – Vocals
Damian Perazzini – Bass
Conrad Rontani – Drums
Andrea Martongelli – Guitars

Track-Liste:

1. Scars on Scars (04:38)
2. Vortex (04:52)
3. 7Days (04:36)
4. This Is Revolution (03:45)
5. Home (05:51)
6. Crossfire (02:47)
7. Heroes (06:26)
8. Until the End (04:36)
9. Resurrection (04:34)
10. Road to Nowhere (02:06)

Helden ? Das war einmal…

Ob es abzusehen war oder nicht sei einmal dahingestellt – doch nachdem die italienischen Power Metaller von ARTHEMIS ihr leider nur mäßiges 2008’er Studiowerk BLACK SOCIETY (siehe Review) veröffentlicht hatten, begann für alle beteiligten Musiker eine ganz und gar heiße Phase. So gesehen stand man sogar kurz davor, die Band komplett aufzugeben – doch der hiesige Gitarrist Andrea Martongelli (Ex-POWER QUEST) hatte offenbar doch noch andere Pläne. So verblieb er als einziges Gründungsmitglied in der Band, ließ alle anderen Mitglieder (wie eben auch seinen POWER QUEST-Kollegen Alessio Garavello) von Dannen ziehen – und scharte ein komplett neues Lineup um sich. Leicht überraschend dabei ist, dass es trotzdem recht zügig weiterging für die neu aufgestellten ARTHEMIS – und das sechste Studioalbum HEROES nicht einmal 2 Jahre nach seinem Vorgänger erschien. Selbiges beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten, und legt – wie es sicherlich auch zu vermuten war – eine etwas andere Marschrichtung vor als die bisherigen ARTHEMIS-Alben.

Anders gesagt: nachdem sich die Italiener schon relativ früh von ihrem einst enorm progressiv angehauchten Power Metal der europäischen Spielart verabschiedet hatten, folgte mit HEROES ein weiterer recht fragwürdiger; mindestens aber gewöhnungsbedürftiger Schritt in der Entwicklung der Band. Denn: mit dem ursprünglich von der Band bedienten Genre hat das auf HEROES vertretene Material nur noch verdächtig wenig am Hut. Sicher, die grundsätzlichen Zutaten sind noch immer präsent – doch offenbar ging die Neubesetzung der Band auch mit einer Modernisierung des Sounds einher. HEROES besitzt zwar eine grundsätzlich angenehme, schön schroffe und druckvolle Gitarren-Komponente; sowie einen höchst soliden und angenehm variablen Drum-Part – doch scheinen die Songstrukturen selbst eher in Richtung einer Mainstream-orientierten Gesamtwirkung ausgelegt zu sein. So finden sich immer wieder Momente die nach vielem klingen – nur nicht nach dem Output einer einst großartigen Power Metal-Combo.

Vielleicht wäre all das nicht so schlimm, hätte man eine wirklich sinnige Alternative gefunden. Beispielsweise, indem man einen stärkeren Fokus auf die härtere Gangart respektive die neuerdings vorhandenen Trash-Elemente gelegt hätte – und eben nicht auf die Methoden einer x-beliebigen modernen Metal-Chartband. Immerhin hätte sich der neue Leadsänger Fabio D. perfekt dafür geeignet. Denn: auch wenn er nicht so variabel agiert wie sein Vorgänger Alessio Garavello, macht er seine sache recht anständig – zumal er eine für das Genre durchaus enorm kräftige, voluminöse und raue Stimme hat. Entsprechend schnell sorgt er für ein markantes Aufhorchen – was letztendlich aber verpufft, taucht man erst einmal näher in die leider nur oberflächlich rau erscheinenden; schlussendlich aber eben doch enorm glattgebügelten Strukturen des Albums ein. Schließlich geht das Konzept der neuen ARTHEMIS hier nicht wirklich auf. Anhaltspunkte dafür gibt es reichlich – wie etwa allerlei merkwürdige und forciert klingende Gesangsstrukturen in den Strophen, die relativ stumpfen Lyrics und die Abgedroschenheit der instrumentalen Komponente. Am ärgerlichsten fallen aber klar die mehr als nur ungünstigen Refrains aus.

Der wenig geistreiche und dezent nervige von SCARS ON SCARS ist da sogar noch recht harmlos – erst mit einem wie dem von 7DAYS schießt man den Vogel endgültig in Richtung einer unbedingt zu vermeidenden Mainstream-Attitüde ab. In jedem Fall wird schnell klar, dass ARTHEMIS definitiv die ein oder andere falsche Entscheidung getroffen haben. Sicher, man sollte Veränderungen gegenüber immer offen sein; erst Recht wenn sie durch einen grundsätzlichen Besetzungswechsel gar unabdinglich erscheinen. Doch in Anbetracht der Qualität und Wirkung von HEROES macht sich eben doch ein nicht unbedingt für ARTHEMIS sprechender Gedanke breit: nachdem sich 2008 ohnehin fast alle Mitglieder von der Combo verabschiedeten, hätte man für ein Output wie HEROES auch gleich eine gänzlich neue Band gründen können. Sicher – allein damit wäre es noch immer kein gutes Album geworden. Doch zumindest hätte man so vermeiden können, dass die neuen ARTHEMIS mit den alten verglichen werden – wobei der Sieger eindeutig feststeht.

Absolute Anspieltipps: VORTEX


„Eine ärgerliche Verschwendung von Talent und Potential.“

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