Metal-CD-Review: SYMAKYA – Majestic 12: Open Files (2011)

Alben-Titel: Majestic 12: Open Files
Künstler / Band: Symakya (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Februar 2011
Land: Frankreich
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Fantai’Zic Productions

Alben-Lineup:

Thomas Das Neves – Drums
Matthieu Morand – Guitars, Bass, Orchestration
Kevin Kazek – Vocals

Track-Liste:

1. Genesis (08:48)
2. The First Disturbing Contact (03:07)
3. Other Keys (07:58)
4. The Inner Control (07:25)
5. Under the Banner of the Faith (06:48)
6. Messenger of the Verb (07:54)
7. Of New Idols (04:57)
8. Supervision Code (07:23)
9. Human God? (08:05)
10. Disconnected End of Process (03:19)

Eine Akteneinsicht der etwas anderen Art.

Auf der Suche nach nicht wirklich bekannten, dafür aber umso interessanteren und im besten Fall auch entsprechend hochkarätigen Power Metal-Perlen kommt man an manchen Releases einfach nicht vorbei. Einen eben solchen Fall beschreiben auch die 2008 gegründeten SYMAKYA aus Frankreich – deren Diskografie bis heute erstaunlich übersichtlich geblieben ist. Tatsächlich haben die Franzosen bisher nur ein einziges Album veröffentlicht, und zwar ihr Debütalbum MAJESTIC 12: OPEN FILES aus dem Jahre 2011. Dieses beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 65 Minuten, und ist als eine von gerade einmal 6 Veröffentlichungen des Labels Fantai’Zic Productions erschienen. Ob man in diesem Fall ein dezentes leider hintenan schieben; oder sich lieber ob der somit allemal gegebenen Exklusivität freuen soll bleibt jedem selbst überlassen – doch Fakt ist, dass SYMAKYA gleich aus mehreren Blickwinkeln heraus interessant erscheinen. Und das schon, bevor man überhaupt erst näher in die musikalischen Welten von MAJESTIC 12: OPEN FILES eingestiegen ist.

Schließlich versprechen SYMAKYA eine nicht ganz so häufig anberaumte Symbiose aus verschiedenen Subgenres des Metal. Sicher, mehr oder weniger dezent progressiv angehauchte Bands gibt es auch im Bereich des Power Metal – doch ist in diesem Falle eine zusätzliche Verquickung mit allerlei symphonischen Klangelementen vorgesehen. Das Ergebnis kann sich dabei allemal sehen respektive hören lassen: SYMAKYA vernachlässigen keine der angepeilten Spielarten, sondern vermengen sie zu einem höchst interessanten Ganzen. Anders gesagt: die Kombination aus etwas anspruchsvolleren progressiven Noten, einem zünftigen Power Metal der europäischen Spielart sowie der wunderbar atmosphärischen Orchestrierung von Matthieu Morand geht voll auf – und verleiht MAJESTIC 12: OPEN FILES eine ganz eigene, unverwechselbare Note. Analog zur ohnehin interessanten Thematik des Albums versteht sich – bei dem man einstweilen tatsächlich das Gefühl entwickeln kann, der ein oder anderen Verschwörung auf die Spur zu kommen.

Natürlich nur, wenn man sich auf ein Konzept wie dieses einlässt – aber das sollte eingefleischten Power Metal-Fans, die sich sonst auch in deutlich weniger geschickt und atmosphärisch ausstaffierten musikalischen Welten zuhause fühlen; entsprechend leicht fallen. Und überhaupt: neben den vielen interessanten, ganz grundsätzlich für SYMAKYA sprechenden Aspekten des Albums sieht es auch hinsichtlich der handwerklichen Leistungen, des Songwritings und der gesamten Abmischungs- und Produktionsarbeit überaus gut aus. Wie ein vorschnell auf die Beine gestelltes Debütalbum klingt das Ganze jedenfalls nicht – sondern vielmehr wie ein lange Jahre geplanter Befreiungsschlag, in den auch einiges an Herzblut geflossen sein dürfte. So macht schon der Opener GENESIS klar, worauf man sich bei einem Album wie diesem einstellen sollte – auf eine wunderbar schmackig vorgetragene, beeindruckende Reise; die sowohl auf der inhaltlichen als auch musikalischen Ebene überzeugt.

Das erfrischende dabei ist sicherlich, dass viele der allgemein typischen Genre-Klischees keinen Platz in den musikalischen Welten von SYMAKYA haben – und die progressiv angehauchten Strukturen inklusive einiger furioser Soli-Momente nicht nur hervorragend klingen, sondern auch für markante Abwechslung sorgen. Dass die Musiker ihr Handwerk verstehen und ein Gefühl für eine gewisse (aber niemals lächerlich wirkende) Dramatik haben, lässt sich dabei auch anhand zunächst eher unscheinbar wirkender Momente feststellen – wie in Bezug auf das Zwischenspiel THE FIRST DISTURBING CONTACT. Dieses offenbart – wie im übrigen auch das Outro – echte Soundtrack- respektive Hörspielqualitäten – und sollte demnach keineswegs übersprungen werden. Eine mindestens ebenso ehrlich gemeinte Lobeshymne kann oder sollte man auch für den hiesigen Leadsänger Kevin Kazek vorsehen – der schlicht eine hervorragende Figur macht. Vornehmlich, da er sich den progressiven Strukturen gefühlt anpasst und mit seiner Stimme den ein oder anderen Spagat wagt – und ihn dabei auch in einem solchen Ausmaße schafft, dass man einstweilen glaubt mehrere verschiedene Sänger zu hören.

Fakt ist: was nach dem bereits überaus gelungenen Auftakt des Albums folgt, überzeugt durchgängig – schwache Momente oder gar Ausfälle gibt es keine. Eigentlich nur solche, die eine schier einzigartige Atmosphäre etablieren – und dabei ein ganz und gar zeitloses Kult-Potential offenbaren. Es bleibt somit nur, sich dezent vor SYMAKYA zu verneigen – und ob der Dinge zu harren, die in Zukunft noch von der Band kommen könnten.

Absolute Anspieltipps: GENESIS, OF NEW IDOLS, SUPERVISION CODE 1945, HUMAN GOD


„Nicht weniger als ein absoluter Genre-Meilenstein aus Frankreich.“

Aufgrund der hohen Wertung hat sich dieses Album einen Platz in der ewigen Metal-Bestenliste erkämpft.

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