Metal-CD-Review: MINUETUM – Haunted Spirit (2010)

Alben-Titel: Haunted Spirit
Künstler / Band: Minuetum (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Juli 2010
Land: Griechenland
Stil / Genre: Power Metal
Label: 7hard Records

Alben-Lineup:

Nick Parotidis – Drums
Ignacio López – Bass
Jason Mercury – Guitars
Dimitris Melidis – Keyboards
Dimitris Zacharopoulos – Vocals

Track-Liste:

1. Sky Minuet (01:06)
2. The Dark Half (04:08)
3. The Tribe Is Calling (04:31)
4. Follow Us (04:21)
5. Key to Glory (04:18)
6. Hero Divine (04:52)
7. Time to Fly (03:34)
8. Ghost King (04:54)
9. Into the Night (04:24)
10. Eternal Twilight (10:04)

Es war einmal ein Spukschloss in Griechenland…

MINUETUM ist eine eigentlich schon 2005 als GLASS SCENERY gegründete Power Metal-Formation aus Griechenland. Doch bevor die Band überhaupt zu einem im besten Falle markanten Erstschlag ausholen konnte, sollten zunächst noch einige Jahre vergehen – und einige kleinere Demos veröffentlicht werden. 2010 war es dann aber endlich soweit: MINUETUM wurden bei 7hard Records unter Vertrag genommen, und veröffentlichten kurz darauf ihr Debütalbum HAUNTED SPIRIT. Dieses beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 46 Minuten – und ist dabei zunächst kaum in eine vorgefertigte Genre-Sparte einzuordnen. Das durchaus respektable, aber irgendwie doch relativ beliebig wirkende Artwork und das noch nicht viel verratende Intro SKY MINUET lassen jedenfalls noch vieles offen. Aber eben auch nur, bis sich der Opener THE DARK HALF beginnt zu entfalten – und das wohl heftigste Instrumental-Gewitter der letzten Jahre über den geneigten Genre-Hörer hinwegrollt.

Heftig bedeutet in diesem Fall, dass MINUETUM zwar durchaus eine eher klassische Spielart des europäischen Power Metals verfolgen und auf viele allgemein im Genre üblichen Elemente setzen – aber eben auch, dass sie es trotz der eigentlich recht übersichtlichen Zutaten deutlich übertreiben. Und das gleich in mehrere Richtungen. Seien es der allgemeine Eindruck hinsichtlich eines eher verwaschenen und regelrecht durcheinander geratenen Sounds bei einem längst nicht perfektem Handwerk, der klar überakzentuierte Einsatz des in diesem Falle recht penetranten und künstlich klingenden Keyboards oder die äußerst schwachen bis peinlichen Backgroundgesänge – wirklich überzeugend klingt das auf HAUNTED SPIRIT dargebotene Material nicht. Im Zusammenspiel mit der ungeschönten Ausreizung diverser Genre-Klischees kann sich das Album also durchaus zu einer waschechten Geduldsprobe entwickeln.

Das liegt indes nicht nur an der auffallend geringen instrumentalen Bandbreite der Band, sondern zu großen Anteilen auch am hiesigen Leadsänger Dimitris Zacharopoulos. Der klingt schlicht wenig überzeugend, eigentlich sogar absolut überfordert – und kann die bestenfalls mittelprächtigen Titel somit auch nicht mehr retten. Eher ist das Gegenteil der Fall – obwohl die Abmischung generell so ausgelegt ist, dass sie den Leadgesang eher hintergründig platziert. Ob es sich hier um eine bewusste Maßnahme seitens MINUETUM handelt, da sie eventuell selbst bemerkten dass es gesanglich dezent hapert; bleibt fraglich – aber viel ändern kann auch das nichts mehr. Immerhin: die Gitarrenarbeit macht hie und da eine annehmbare Figur (wie etwa im Soli-Part von ETERNAL TWILIGHT) – und einzelne Momente weisen dezent darauf hin, dass MINUETUM vielleicht noch etwas mehr in Petto haben als sie es hier in der Lage waren zu präsentieren.

In der vorliegenden Form aber bleibt dem Album nur ein halbwegs markanter Aha-Moment – und der besteht vornehmlich aus dem Überraschungseffekt, der nach dem Intro und den ersten Klängen von THE DARK HALF eintreten könnte. Anders gesagt: trotz dessen, dass man eben jenen Titel fast schon als Genre-Parodie einstufen müsste; haben MINUETUM hier etwas angenehm kurioses. Natürlich nur etwas in Richtung eines gewissen – und wenn man so will oberflächlichen – Unterhaltungswertes, und eben nicht in Richtung einer handwerklichen Perfektion oder eines bemerkenswerten Gesamteindrucks. Denn, und diese Feststellung vermag das Album allemal zu bekräftigen: MINUETUM klingen schlicht so, als wären sie noch nicht wirklich angekommen.

Absolute Anspieltipps: THE DARK HALF


„Ein Titel ist witzig – der Rest rangiert weit, weit unter ferner Liefen.“

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