Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Black Society (2008)

Alben-Titel: Black Society
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Juli 2008
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Andrea Martongelli – Guitars
Alessio Garavello – Vocals, Guitars
Matteo Galbier – Bass
Paolo Perazzani – Drums

Track-Liste:

1. Fright Train (04:28)
2. Angels in Black (04:09)
3. Electri-Fire (04:37)
4. Medal of Honor (04:13)
5. Escape (03:43)
6. Black Society (07:36)
7. Mechanical Plague (03:54)
8. Let It Roll (04:06)
9. Zombie Eater (05:23)
10. Mr. Evil (03:55)

Entdecke die dunkle Seite der Gesellschaft – auch wenn sie beileibe nicht so klingt.

BLACK SOCIETY ist das fünfte offizielle Studioalbum der italienischen Power Metaller von ARTHEMIS – und das immerhin vierte unter der Führung des Leadsängers Allessio Garavello, der direkt nach dem Debütalbum CHURCH OF THE HOLY GHOST (siehe Review) zur Band stieß. Dabei hatte Garavello, der ab 2001 auch als Leadsänger für die britische Genre-Combo POWER QUEST verpflichtet wurde; einen nicht unerheblichen Anteil am Funktionieren von großartigen ARTHEMIS-Alben a’la THE DAMNED SHIP (Review). Gleichzeitig aber – und das ist das kuriose – schien er auf den späteren Alben teilweise markant zu schwächeln. So ist gerade das 2005 erschienene Album BACK FROM THE HEAT mit Vorsicht zu genießen – wobei nicht gänzlich klar ist, ob dieser Umstand allein aus der Zweigleisigkeit Garavello’s hervorgegangen ist. Sicher hatten die anderen Mitglieder von ARTHEMIS auch noch ein Wörtchen mitzureden – die eingeführte neue Marschrichtung der Band hin zu einem deutlich rockigeren und moderneren Sound erledigte wohl alles übrige. Anders gesagt: auch eine Band wie ARTHEMIS ist sicher nicht unfehlbar, und hat im Laufe der Jahre sowohl einige sehr gute, als auch einige deutlich schlechtere Genre-Alben hervorgebracht.

Wo genau sich diesbezüglich nun das 2008 erschienene BLACK SOCIETY einordnen lässt, bleibt nicht lange ein Geheimnis. Fakt ist, dass sich ARTHEMIS auch in diesem Fall nicht nennenswert an ihre einstigen Glanzzeiten angenähert hatten – und sich demnach immer weiter von ihrer ehemaligen Rauhheit und der an den Tag gelegten Progressivität entfernten. Immerhin machten sie hier nicht den gleichen Fehler wie auf BACK FROM THE HEAT, sodass von den ersten Takten von FRIGHT TRAIN klar wird worauf man sich mit diesem Album einlassen wird: auf ein recht beschwingtes, vergleichsweise einfach gestricktes und eher klassisch-rockig aufgemachtes Genre-Album. Eines, dass in seinen besten Momenten dezent an diverse kultige Combos aus den 80ern erinnert – wofür sich unter anderem das markante Riffing und die netten Melodien verantwortlich zeichnen. Eines hatten ARTHEMIS jedenfalls noch immer nicht verlernt, auch wenn sie es wie auf BLACK SOCIETY immer weniger zur Schau stellten: mit ihren Instrumenten umzugehen. Schade ist in diesem Zusammhang nur, dass der Bass so gut wie überhaupt nicht zu hören ist – und diverse Effekte (markant: ZOMBIE EATER) das Ganze eher in Richtung eines moderneren Anstrichs driften lassen.

Im weiteren Verlauf des Albums zeigt sich dann vor allem eines: dass ARTHEMIS nicht nur innerhalb ihrer Diskografie höchst verschiedene Eindrücke hinterlassen können, sondern auch innerhalb eines einzelnen Alben-Kontextes. Während ein Großteil der Nummern recht energetisch daherkommt, mit interessanten Soli-Parts gespickt und mit guten Refrains versehen sind; gibt es leider auch gänzlich andere – wie etwa das regelrecht klägliche ANGELS IN BLACK mit seinem übermäßigen Keyboardeinsatz und einigen ärgerlichen Pop-Anleihen. Einige andere sind dagegen vielleicht nicht direkt als Schwachpunkte auszumachen, doch können im Endeffekt auch nicht wirklich überzeugen – wie etwa das eher langatmige und mit ungünstigen Background-Shouts versehene MEDAL OF HONOUR. eben jene Nummer macht auch auf einen weiteren markanten Knackpunkt aufmerksam, der bereits im Eingang dieser Rezension angedeutet wurde: Alessio Garavello hatte stimmlich auch auf BLACK SOCIETY reichlich zu kämpfen. Und wenn schon nicht er selbst, dann doch der geneigte Genre-Hörer – der sich irgendwann schlicht an seiner wenig variablen Gesangslage im hohen Bereich sattgehört hat. In jedem Fall entsteht nach wie vor der Eindruck, dass sein Gesang wesentlich besser zum musikalischen Schaffen von POWER QUEST gepasst hatte – und nicht wirklich zum immer rockiger, sich dezent vom ursprünglichen angepeilten Genre des klassischen europäischen Power Metal entfernenden ARTHEMIS-Sound der Post-THE DAMNED SHIP-Ära.

Letztendlich macht BLACK SOCIETY noch immer eine dezent bessere Figur als der Vorgänger BACK FROM THE HEAT – doch die wenigen wirklich überzeugenden Momente reichen nicht aus, um das Album im Sinne einer absoluten Kaufempfehlung zu retten. Dafür wirft allein der Leadgesangspart zu viele Geschmacksfragen auf (Stichwort LET IT ROLL) – und eventuell auch die wehmütige Erinnerung daran, wie grandios ARTHEMIS einst geklungen haben. Spätestens ab BACK FROM THE HEAT schien aber eher eine gewisse Massentauglichkeit zu grüßen… leider.

Absolute Anspieltipps: FRIGHT TRAIN, ELECTRI-FIRE, MECHANICAL PLAGUE


„Weder wirklich gut noch schlecht, und damit fast schon ärgerlich belanglos.“

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