Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Back From The Heat (2005)

Alben-Titel: Back From The Heat
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: September 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Paolo Perazzani – Drums
Matteo Galbier – Bass
Alessio Garavello – Vocals
Andrea Martongelli – Guitars
Matteo Ballottari – Guitars

Track-Liste:

1. Rise Up from the Ashes (03:51)
2. Only Your Heart Can Save Us (04:01)
3. Free Spirit (03:56)
4. Desert Storm (03:52)
5. Star Wars (04:34)
6. Touch the Sky (03:46)
7. Here Comes the Fury (04:14)
8. Ocean’s Call (03:01)
9. The Vampire Strikes Back (05:06)
10. Thunder Wrath (04:12)

Eine Rückkehr – aber nicht ohne Blessuren.

Nachdem die italienischen Power Metaller von ARTHEMIS mit CHURCH OF THE HOLY GHOST (siehe Review), THE DAMNED SHIP (Review) und GOLDEN DAWN (Review) gleich zu Beginn ihrer Karriere drei respektable Studioalben abgeliefert hatten; folgte 2005 das vierte Werk aus der hiesigen und offenbar recht fleißigen Genre-Schmiede. BACK FROM THE HEAT beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtlaufzeit von übersichtlichen 40 Minuten – und könnte durchaus als eines der bis dato umstrittensten Alben der Band bezeichnet werden. Der Grund dafür liegt nicht unbedingt auf der Hand, wobei selbst ein Blick auf das doch eher dezent peinliche Artwork (merkwürdig, dass es sich hier nicht um ein SKYLARK-Album handelt) noch nicht den ausschlaggebenden Hinweis liefert. Erst ein tatsächliches Einsteigen in die einzelnen Titel bringt den geneigten Power Metal-Konsumenten näher an die potentielle Crux, denn: ARTHEMIS klingen auf ihrem BACK FROM THE HEAT schlicht deutlich weniger interessant und / oder einzigartig als noch zuvor.

Anders gesagt: was einst durch ein druckvolles Grundtempo, eine ansprechende Progressivität und zahlreiche Alleinstellungsmerkmale beschrieben werden konnte; mündet dieses Mal in einem vergleichsweise massentauglich wirkenden Erzeugnis. Einem, das in Bezug auf die handwerklichen Leistungen zwar noch immer eine gute Figur macht – doch allein aufgrund der spürbar weicher und schnörkelloser gewordenen Kompositionen sowie des häufiger eingestreuten Keyboards deutlich weniger griffig und beeindruckend daherkommt. Immerhin: man war offenbar bemüht, diesem Eindruck mit dem noch immer recht schroffen Sound der Gitarren und der Drums entgegenzuwirken, etwas längere und aufwendigere Soli-Passagen gibt es ebenfalls – doch wird der ARTHEMIS-Sound auf BACK FROM THE HEAT viel zu oft von balladesken und harmlos-rockigen Strömungen konterkariert. Die nehmen dem Album viel von seinem potentiellen Biss, sodass die ehemalige Band-Formel bezüglich einer gelungenen Verquickung verschiedener Elemente und Emotionen nicht mehr wirklich aufgeht. Denn: die Instrumentalstücke und der Leadgesang werden hier eher eins, als dass sie als stimmige und sich ergänzende Gegenpole fungieren.

Eben jener Leadgesang von Allesio Garavello ist es auch, der einen weiteren diskutablen Aspekt von BACK FROM THE HEAT offenbart. Garavello – der zur Zeit der Veröffentlichung von BACK FROM THE HEAT bereits maßgeblich bei den Jungs von POWER QUEST eingespannt war – klingt hier erstmals so, als wäre er nicht wirklich bei der Sache gewesen. Fakt ist, dass seine Auftritte auf den beiden vorherigen Alben wesentlich überzeugender wirkten – auch da sie insgesamt variabler erschienen. Auf BACK FROM THE HEAT bewegt er sich oftmals ausschließlich in sehr hohen Gefilden (DESERT STORM, HERE COMES THE FURY) oder steuert eine gewisse Form der Emotionalität bei, die hier nicht wirklich zum allgemeinen Soundeindruck der Band zu passen scheint – wie etwa bei STAR WARS. Wohl aber zu POWER QUEST und deren Blütezeit mit Alben wie NEVERWORLD (Review) und MAGIC NEVER DIES (Review), an die man bei der Verköstigung dieses Albums unweigerlich denken wird.

Doch auch ganz unabhängig von etwaigen Geschmacksfragen bezüglich des Leadgesangs wird man spätestens mit Nummern wie OCEAN’S CALL feststellen, dass ARTHEMIS hier einfach nicht mehr wirklich nach den einstigen ARTHEMIS klingen. Sicher, Veränderungen oder ein wie-auch-immer gearteter frischer Wind sind grundsätzlich nicht schlechtes – doch wenn anstatt wirklicher Innovationen schlicht eine ordentliche Portion Kitsch, Schmalz und Herzschmerz Einzug halten; läuft man verständlicherweise Gefahr alteingesessene Hörer zu vergrätzen. Etwas interessanter ist da schon die wenn man so will aggressivste Nummer des Albums, THE VAMPIRE STRIKES BACK – doch auch hier sind die Ähnlichkeiten zum quasi gleichzeitigen POWER QUEST-Output frappierend. Und überhaupt: wirklich authentisch wirkt die auf BACK FROM THE HEAT dargebotene Ansammlung an Titeln und behandelten Themen nur selten. Ob das Album dennoch Spaß machen kann, muss ein jeder für sich selbst ausprobieren – doch die früheren Releases von ARTHEMIS scheinen sich allgemein besser für einen Einstieg in die hiesigen musikalischen Welten zu eignen.

Absolute Anspieltipps: ONLY YOUR HEART CAN SAVE US, THE VAMPIRE STRIKES BACK


„Der Eindruck des Artworks täuscht in diesem Falle nicht, leider: ARTHEMIS klangen schon einmal wesentlich überzeugender.“

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