Metal-CD-Review: CELLADOR – Enter Deception (2006)

Alben-Titel: Enter Deception
Künstler / Band: Cellador (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Juni 2006
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Michael Gremio – Vocals
Chris Petersen – Guitars
Bill Hudson – Guitars
Valentin Rakhmanov – Bass
David Dahir – Drums

Track-Liste:

1. Leaving All Behind (03:13)
2. A Sign Far Beyond (05:17)
3. Never Again (05:13)
4. Forever Unbound (05:59)
5. Seen Through Time (07:09)
6. Wakening (05:19)
7. Releasing the Shadow (05:42)
8. No Chances Lost (06:31)

Ein Trick, dem man nur allzu gerne auf den Leim geht.

ENTER DECPTION ist das Debütalbum der US-Amerikanischen Power Metaller von CELLADOR, die sich bereits 2003 unter dem Namen APOSTATE gegründet haben. Doch wenngleich man es eventuell anders erwartet hätte, hört man der Band ihre Herkunft nicht direkt an – schließlich spielen CELLADOR einen energetischen Power Metal, den man einwandfrei der europäischen Spielart zuordnen könnte. Stilistisch bewegen sie sich dabei irgendwo zwischen dem oftmals überaus flotten und Riff-geladenen Output von DRAGONFORCE, und eventuell auch der beschwingten Melodiösität von POWER QUEST. Aber, und immerhin: wie eine bloße Kopie dieser oder anderer potentieller Vorbilder klingen CELLADOR zu keinem Zeitpunkt. Überhaupt scheint die Band kaum Zeit verlieren zu wollen, und prescht mit ihren 8 auf ENTER DECPTION enthaltenen Titeln direkt markant nach vorn. Mit dieser Form der pausenlosen Aneinanderreihung von potentiellen Hymnen, sowie seiner allgemeinen Kompaktheit ermöglicht das Album einen direkten und unkomplizierten Einstieg – und sollte vor allem Geschwindigkeitsliebhaber, Gitarrenfetischisten und Freunde des schnörkellosen zufriedenstellen.

Schließlich ist die Gitarrenarbeit größtenteils hervorragend – man lauscht den beiden hier verantwortlichen Frickel-Künstlern einfach gerne, auch wenn die Soli-Passagen auch mal dezent zu abgedreht daherkommen können und so – wie im übrigen so vieles – reine Geschmackssache sind. Immerhin haben sie einen hohen Unterhaltungswert und zeigen sie auf, dass die beiden Gitarristen ihr Handwerk verstehen. Das gilt im übrigen auch und gänzlich uneingeschränkt für den Drummer der Combo, der bei CELLADOR offensichtlich einiges zu tun hat. Glücklicherweise handelt es sich bei seinem vorgehen aber nicht um ein stupides Doublebass-Dauerfeuer – es sind immer wieder Variationen sowie allerlei Tempi- und Rhythmuswechsel vorgesehen. Das lockert einzelne Titel auf, und macht auch die auf den ersten Blick eher unscheinbaren interessant – wie etwa das hymnische NEVER AGAIN. An den Leadgesang von Michael Gremio muss man sich eventuell erst einmal gewöhnen – doch seine vergleichsweise gemäßigte, dabei aber nicht eine gewisse Kraft entbehrende Stimme fügt sich perfekt in die Gesamtkompositionen ein.

Und dennoch bleibt ein leicht fader Beigeschmack zurück, der vornehmlich darauf zurückzuführen ist dass CELLADOR eben keine Fehler machen. Oder eher: sich nicht nennenswert ausprobieren, und im Verlauf des sich etwas zu gleichförmig anfühlenden Albums absolut auf Nummer sicher gehen. Immerhin bleibt dem geneigten Genre-Hörer so eine sonst obligatorische Ballade erspart, und der Wegfall von etwaigen lückenfüllenden Zwischenspielen ist theoretisch eine angenehme Sache. Aber: ein wenig mehr Spielraum hätte es dann doch sein dürfen. So hat man schließlich des öfteren das Gefühl, versehentlich die Repeat-Tase erwischt zu haben, oder anders gesagt: aufgrund ihrer doch sehr ähnlichen Strukturen und der kontinuierlich angepeilten Gangart im Uptempo fällt es nicht immer leicht, die einzelnen Titel überhaupt auseinanderzuhalten. Mit den Refrains verhält es sich ähnlich respektive ebenfalls dezent zwiespältig: grundsätzlich machen sie aufgrund ihrer Eingängigkeit Spaß, doch wirklich herausragend klingen zu keinem Zeitpunkt. Zumal gerade die unterstützenden Chor-Elemente nicht immer stilsicher klingen. Dass hat unter anderem zur Folge, dass man CELLADOR im direkten Vergleich zur Konkurrenz noch nicht unterstellen kann; dass sie das Zeug dazu haben absolut einzigartige und unvergessliche Hymnen zu kreieren. eine Empfehlung kann dennoch ausgesprochen werden – denn vom Dasein eines schlechten Power Metal-Albums ist ENTER DECEPTION glücklicherweise noch immer weit entfernt.

Absolute Anspieltipps: A SIGN FAR BEYOND, NEVER AGAIN, SEEN THROUGH TIME


„Ein rundum gelungenes Debütalbum, das insgesamt aber noch etwas zu unspektakulär daherkommt und zu wenig Abwechslung bietet.“

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