Metal-CD-Review: ARTHEMIS – The Damned Ship (2001)

Alben-Titel: The Damned Ship
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: September 2001
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Matteo Ballottari – Guitars
Matteo Galbier – Bass
Alessio Turrini – Drums
Alessio Garavello – Vocals
Andrea Martongelli – Guitars

Track-Liste:

1. Quest for Immortality (07:01)
2. Voice of the God (05:20)
3. Sun’s Temple (06:09)
4. Starchild (05:41)
5. The Wait (01:05)
6. The Night of the Vampire (06:45)
7. Earthquake (04:20)
8. Noble Sword (05:07)
9. The Damned Ship (05:42)

Das Schiff mag verdammt sein, die Besatzung ist es aber noch lange nicht.

Sicher, mit ihrem 1999’er Debütalbum CHURCH OF THE HOLY GHOST hatten die italienischen Power Metaller von ARTHEMIS schon mehr als ordentlich abgeliefert (siehe Review). Doch mit der zwischenzeitlich gewonnenen Erfahrung, dem neuen Leadsänger Alessio Garavello (der im Jahr 2001 ebenfalls als Frontmann von POWER QUEST verpflichtet wurde) und den besseren Möglichkeiten in Bezug auf die Präsentation sollte das Zweitwerk der Italiener vielleicht noch ein wenig mehr einschlagen. Denn: während die bereits auf dem Debütalbum der Band etablierten Trademarks auch auf dem vorliegenden Nachfolger weiterhin hochgehalten wurden, stimmte es nun auch endlich hinsichtlich der Abmischung der einzelnen Elemente – und damit auch dem nunmehr wesentlich wuchtigeren Gesamteindruck. Anders gesagt: der vergleichsweise klassische Sound der Band, der schön vordergründig tönende Bass und die dezent progressiv angehauchten Strukturen inklusive zahlreicher ausgedehnter Instrumentalparts machten schon den Vorgänger großartig – doch erst mit und auf THE DAMNED SHIP konnte man ARTHEMIS erstmals in einem klanglich absolut zufriedenstellenden Gewand erleben.

Im Hinblick auf das Konzept und die angestrebte Wirkung hatte sich indes nicht allzu viel geändert – sodass auch THE DAMNED SHIP als äußerst Riff-geladenes, bassiges, energetisches und zielstrebiges Gesamtpaket daherkommt. Eines, dessen Wirkungskraft man sich kaum entziehen kann – nicht zuletzt dank der hervorragenden Leistungen der einzelnen Mitglieder, die ihr Handwerk zum Zeitpunkt der Aufnahmen perfekt beherrschten. Schon der Opener QUEST FOR IMMORTALITY entfaltet so eine packende Atmosphäre, wobei sich der Leadgesang erst gar nicht allzu sehr von dem des Vorgängers unterscheidet. Doch auch wenn Neuzugang Alessio Garavello und sein Vorgänger Alberto Caria damit klar an der gleichen Basis gearbeitet, und sich für ihre Arbeit am Projekt ARTHEMIS entsprechend angepasst hatten; ist der Gesang des neuen Leadsängers dennoch mit einem nicht unwichtigen Vorteil versehen. Welcher das sein könnte, liegt recht schnell auf der Hand: Alessio Garavello’s Auftritt ist insgesamt deutlich stilsicherer als der seines Vorgängers – und in seiner Gesamtheit auch einzigartiger. Die Folge war, dass der neue ARTHEMIS-Leadgesang mit einem deutlich höheren Wiedererkennungswert versehen war – und die Band endlich die perfekte Ergänzung für ihre raffinierten musikalischen Kompositionen gefunden hatte.

Trotz allem gibt es einige Aspekte, die das Album noch dezent hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten zurückbleiben lassen. Da wäre etwa die Tatsache; dass es nicht mehr ganz so verspielt, klassisch-progressiv und abwechslungsreich ist wie seinerzeit der kultige Vorgänger. Sicher klingen ARTHEMIS hier noch immer ausreichend anders als so viele ihrer italienischen Genre-Kollegen, doch gefühlt hatte man sich zumindest ein wenig angepasst. Eine Nummer wie STARCHILD dagegen offenbart, dass auch ein Alessio Garavello nicht immer stilsicher klingt – sondern auch mal eher befremdlich. Trotz der grandiosen Instrumentalstrecke und des beeindruckenden Finales erhält man so nur einen durchschnittlichen Titel. Ebenfalls mit gemischten Gefühlen zu betrachten sind die beiden rein instrumentalen Interludes, die als Aufbau um das starke NIGHT OF THE VAMPIRE fungieren. THE WAIT fällt mit seiner Spielzeit von nur einer Minute sowie seinem recht harmlosen geklimpere sogar völlig aus dem Rahmen, während das längere EARTHQUAKE am ehesten als Zurschaustellung der fähigkeiten der beiden Gitarristen der Band zu verstehen ist – als alleinstehehden Titel aber weniger gut funktioniert.

Dennoch: für alle Fans von eher klassisch ausgelegten italiensichen Power Metal-Combos, bei denen sich die Qualitäten des Gesangs und der Instrumentalstrecken auf einem kontinuierlich hohen Niveau bewegen – und die dazu noch das gewisse Etwas mitbringen, auch ohne die nennenswerte Unterstützung eines Keyboards – ist THE DAMNED SHIP ein absolutes Muss.

Absolute Anspieltipps: QUEST FOR IMMORTALITY, VOICE OF THE GODS, SUN’S TEMPLE, THE NIGHT OF THE VAMPIRE, THE DAMNED SHIP


„Etwas angepasster und weniger progressiv als der Vorgänger – der neue Leadsänger und die perfektionierten Präsentationsaspekte sorgen aber für den ein oder anderen Boni.“

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