Metal-CD-Review: DREAMSTORIA – Dreams Never End (2017) | Melodic Power Metal

Alben-Titel: Dreams Never End
Künstler / Band: Dreamstoria (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 08. März 2017
Land: Japan
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Walküre Records

Alben-Lineup:

Shingo Uchida – Drums
Masaaki Watanuki – Guitars
Leo Figaro – Vocals

Track-Liste:

1. Tell Me (04:50)
2. I Live My Life for You (05:12)
3. Through the Fire (04:34)
4. Crying in the Shadows (04:21)
5. Just Believe. It’s True! (03:51)
6. Don’t Let Me Down (05:03)
7. It’s Gonna Be All Right! (04:45)
8. Sacrifice (04:00)
9. From Your Heart (04:32)
10. Never (04:16)
11. Long Way to Go (04:31)

Wenn Träume alles sind was bleibt.

Mit ihrem neuen Album DREAMS NEVER END melden sich die japanischen Musiker von DREAMSTORIA zurück – und damit jene Power Metal-Combo, die nur eines von vielen Projekten des Multitalents Leo Figaro (DRAGON GUARDIAN, EYES OF FENRIR, MINSTRELIX, MARCHEN STATION etc.) markiert. Das letzte Album (welches auf den schlichten Namen DREAMSTORIA hört, siehe Review) liegt schließlich schon eine Weile zurück – sodass man annehmen könnte, dass die Japaner nunmehr voller Tatendrang stecken und DREAMS NEVER END lediglich als hoffentlich gelungener Auftakt zu einer neuen Band-Ära fungiert.

Doch wie sich zeigt ist vielmehr das absolute Gegenteil der Fall: die Band hat just verkündet, dass sie sich aufgelöst hat. Das war so sicher nicht zu erwarten – und ist in Anbetracht der geplanten Tour und der Tatsache, dass das Album im selben Monat veröffentlicht wurde; natürlich mehr als bitter. Zu ändern ist es aber wohl auch nicht mehr – sodass es nun erst recht an DREAMS NEVER END liegt, als letztes Album eine würdige musikalische Erinnerung zu hinterlassen. Eines ist dabei relativ schnell festzustellen: man merkt und hört dem Album an, dass DREAMSTORIA offenbar keine leichte Phase durchgemacht haben. Allein Titelbezeichnungen wie THROUGH THE FIRE, CRYING IN THE SHADOWS oder JUST BELIEVE, ITS TRUE ! bekommen so eine ganz andere Bedeutung.

In jedem Fall ist das Ergebnis ein Album, welches mindestens ebenso viele und intensive balladeske Strömungen enthält wie der Vorgänger – was selbigem nicht unbedingt zugute kam. Immerhin – und diese Kritik muss auch ein Leo Figaro ertragen – wirkt es schlicht deutlich weniger eindringlich, derart emotionale Texte wie die von DREAMSTORIA in einem bestenfalls zweckdienlich vorgetragenen Englisch zu hören. Anders gesagt: Leo Figaro hat einen unüberhörbaren Akzent, teils deutliche Probleme mit der Aussprache – und tönt des öfteren etwas unverständlich. Wenn man dann noch die Tatsache, dass er auch davon abgesehen sicher nicht der großartigste Genre-Sänger aus Japan ist hinzunimmt; sieht es zumindest für die gesanglichen Aspekte des Albums alles andere als gut aus.

Warum DREAMSTORIA das Album nicht in ihrer Landessprache eingesungen haben – oder zumindest einen Mix aus Englisch und Japanisch anberaumten, wie einige andere Bands – bleibt ein Rätsel. Oder hat schlicht Marketing-technische Gründe. Doch die zu erzielende Wirkung wäre vermutlich eine ganz andere gewesen – zumal viele der präsentierten Titel an sich nicht schlecht sind. Zwar fällt so gut wie das gesamte Album in die Schublade eines vergleichsweise unspektakulären Melodic Power Metal, der dank seiner emotionalen Auslegung und den balladesken Aspekten gerne mal auf die Tränendrüse drückt – doch die Kompositionen sind grundsätzlich schön griffig, die Handhabung der Instrumente ist ebenso tadellos wie die gesamte Abmischungs- und Produktionsarbeit. Einige Titel hätten theoretisch sogar das Zeug dazu, als waschechte Ohrwürmer zu fungieren – das dezent an LABYRINTH erinnernde CRYING IN THE SHADOWS etwa.

Doch in der vorliegenden Form hat das Ganze eben doch einen leicht faden Beigeschmack. Der bereits erwähnte, dezent problematische Leadgesang (eine markante Ausprägung findet sich beispielsweise in SACRIFICE); aber auch die recht gleichförmige Struktur des Albums sorgen dafür, dass DREAMS NEVER END niemals so richtig zündet. Letztendlich reihen sich dann eben doch zu viele harmlose Nummern aneinander – erst in der zweiten Hälfte wird es wieder etwas interessanter; aber eben auch nicht deutlich besser. Wer ein von der Stimmung und Atmosphäre her ganz ähnlich aufgemachtes Genre-Album inklusive zahlreicher Herzschmerz-Momente; aber mit einer intensiveren und glaubwürdigeren Gesamtwirkung erleben möchte; der sollte eventuell mal bei ALMAH und ihrem letztaktuellen Album E.V.O (siehe Review) vorbeischauen.

Absolute Anspieltipps: TELL ME, CRYING IN THE SHADOWS


„Ein grundsätzlich solides Japan-Album für Freunde von knackigen Power-Balladen – doch der Leadgesang verhindert zu vieles.“

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