Metal.CD-Review: MILLION – Waiting For The Sunrise (2017)

Alben-Titel: Waiting For The Sunrise
Künstler / Band: Million (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. März 2017
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

TAKA  – Bass
HIDE – Drums
Rei – Guitars
Tetsu – Guitars
Sow – Vocals

Track-Liste:

1. Introduction ~Into the Sky~ (01:45)
2. Fly Away (05:02)
3. Under the Sun (05:24)
4. The End of the World (05:53)
5. Light into the Darkness (05:41)
6. Broken Wings (03:12)
7. Missing Link (06:58)
8. Tragic Fate (04:53)
9. Cry for the Freedom (03:21)
10. Future City (04:57)

Von Millionen Hoffnungen und Träumen.

Nachdem sich kürzlich schon Altmeister Leo Figaro mit seinem Bandprojekt DREAMSTORIA zurückgemeldet hat, bietet der Power Metal-März eine weitere potentiell interessante Entdeckung aus Fernost. WAITING FOR THE SUNRISE heißt das gute Stück, welches von der bereits 2002 gegründeten Formation MILLION stammt – die es aus unerfindlichen Gründen erst jetzt zu einem Debütalbum gebracht hat. Besser später als nie, sollte man meinen – doch ob die Japaner wirklich eine Chance haben, sich inmitten der breiten Masse an hochkarätigen Genre-Bands zu profilieren; ist eine ganz andere Frage. Mit langjährig aktiven und allseits bekannten Bands wie X JAPAN, GALNERYUS und VERSAILLES auf der einen; sowie zahlreichen vielversprechenden neuen Projekten a’la JUPITER, KAMIJO oder MATENROU OPERA auf der anderen Seite sollte das jedenfalls kein allzu leichtes Unterfangen werden. Es sei denn natürlich, MILLION brächten etwas völlig neues an den Start – oder klängen aufgrund des an den Tag gelegten Handwerks ausreichend überzeugend, um nicht völlig ignoriert zu werden.

Die dazugehörige Entscheidung kommt mit dem ersten Durchlauf der auf WAITING FOR THE SUNRISE enthaltenen Stücke allerdings recht schnell: MILLION präsentieren einen zumindest für den geneigten Genre-Hörer (der auch gerne mal nach Fernost schielt) recht verwechselbaren Sound. Theoretisch müsste das noch nicht allzu viel heißen – schließlich können Bands unter Umständen auch mit Altbekanntem für Furore sorgen. Wenn, ja wenn es denn nur bei der fehlenden Originalität bliebe – doch bei MILLION hapert es auch an einigen anderen Ecken. An vorderster Front stehen hierbei wohl klar die Präsentationsaspekte. WAITING FOR THE SUNRISE hat nicht die beste Abmischung, und gleichzeitig eine alles andere als eine ausgewogene Produktion – und klingt somit gerade für ein offenbar lange Jahre geplantes Debütalbum ausgesprochen platt. Sicher, auch über derartige Probleme könnte man hinwegsehen – wenn die Band zumindest das Beste aus den ihnen gegebenen Möglichkeiten machen würde. Und: wenn sie hie und da durchschimmern ließe, dass möglicherweise viel mehr in ihrem Sound steckt; als man es aufgrund des markant schwächelnden Ersteindrucks vermuten könnte.

Doch leider ist auch das nicht der Fall, oder wenn überhaupt nur ansatzweise. Die Leistungen an den Instrumenten sind solide, aber eben auch nicht herausragend – was analog zu den sich in absolut Genre-typischen Gewässern bewegenden Kompositionen für einen recht ernüchternden Eindruck sorgt. Die ganz große Katastrophe bleibt zwar aus; doch gerade in Bezug auf das (einstweilen programmiert klingende) Drumming, den Bass und die sporadisch auftauchenden Keyboard-Elemente können MILLION wahrlich nichts bemerkenswertes reißen. Einzig und allein die Gitarren sorgen hie und da für einen ansprechenden Drive, gerade in den etwas technischeren Soli-Momenten (markant: BROKEN WINGS) – die aber so gut wie zu jeder guten Metal-Band aus Japan gehören und so irgendwie auch zu erwarten waren. Am gravierendsten trifft es aber ohnehin den Leadgesang von Sou Miyagawa – der nicht nur den für viele Japan-Bands typischen Akzent inklusive der nicht immer stilsicher wirkenden englischen Lyrics mitbringt, sondern auch sonst alles andere als spektakulär klingt.

Oftmals scheint er dem Hörer eher etwas zu erzählen, denn überzeugend zu singen – was bei anderen Bands vielleicht klappt, doch in diesem Fall fehlt es dem Frontmann einfach an Volumen und vielleicht auch Eleganz. Ein schier perfektes Anschauungsbeispiel findet sich so auch im gesanglich nur schwerlich zu ertragenden LIGHT INTO THE DARKNESS. Das nicht wirklich überzeugend eingesetzte Vibrato; sowie die auf aggressiv getrimmten, einfach nur merkwürdig bis lächerlich klingenden Überleitungen gehören vermutlich sogar zum ärgsten, was das Genre zu bieten hat. Schlussendlich: insgesamt betrachtet mag es weitaus ärgerlichere Alben geben – doch mit diesem Werk werden MILLION definitiv nicht in die Nähe des fernöstlichen Genre-Throns gelangen.

Absolute Anspieltipps: THE END OF THE WORLD, BROKEN WINGS


„Leider keine wirkliche Alternative.“

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