Metal-CD-Review: DARKSUN – Crónicas De Aravan (2016)

Alben-Titel: Crónicas De Aravan
Künstler / Band: Darksun (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. März 2016
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Rock-CD Records

Alben-Lineup:

Dani G. – Guitars, Vocals
Tino Hevia – Guitars
David Figueiras – Guitars
Adrián Huelga – Bass
Miguel Pérez Martín – Drums

Track-Liste:

1. Cuando salga el sol (04:27)
2. La morada de celler (05:09)
3. A las puertas del Edén (05:40)
4. El lago y el dragón (05:57)
5. Cielo gris (05:31)
6. El legado (05:16)
7. La traición (05:51)
8. Veo la luz (05:22)
9. Dentro de ti (05:29)
10. Corazón de dragón (04:29)
11. Gloria y poder (04:50)
12. El lado oscuro (04:49)
13. Prisioneros del destino (04:49)
14. Como el viento (04:32)

Endecke die Chroniken von NARNIA DARKSUN.

Wenn es um möglichst vielversprechende Power Metal-Acts geht, ist mit Spanien schon länger als entsprechendes Herkunftsland talentierter Musiker zu rechnen. Das gilt sowohl für alteingesessene Kandidaten wie TIERRA SANTA, die schon eine größere internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten – als auch für gleichermaßen spannende wie hochqualifizierte neue Projekte a’la ALBERTO RIONDA’S ALQUIMIA. Die Jungs von DARKSUN bewegen sich wohl irgendwo dazwischen – denn obwohl die Band schon seit 2002 existiert und bis heute sieben Studioalben veröffentlicht hat, wäre es keinem zu verdenken wenn er noch nicht von der Band um Frontmann Dani G. (LAST DAYS OF EDEN) gehört hat. Vielleicht ändert sich das ja mit dem aktuellen Album von DARKSUN, dem mächtig aufgemachten CRÓNICAS DE ARAVAN ? Immerhin scheinen die Spanier einiges dafür zu tun, mehr potentiell interessierte Hörer anzuziehen – so wurde das Album auch in einer zugänglicheren englischen Version eingespielt.

Gegenstand dieser Rezension ist allerdings das spanische Original – das mit üppigen 14 Titeln und einer Spielzeit von über 70 Minuten daherkommt. Man kann es vielleicht schon erahnen: der Alben-Titel CRÓNICAS DE ARAVAN kommt nicht von ungefähr, DARKSUN haben ein Konzeptalbum mit einem eigenen kleinen Handlungsuniversum erschaffen – und auch die Präsentation entsprechend gehalten. Überaus erfrischend dabei ist schon einmal, dass weder ein Intro, Outro oder etwaige Zwischenspiele vorgesehen sind – DARKSUN präsentieren hier lediglich vollwertige Titel mit einer Spieldauer von jeweils 4 bis Minuten. Ein überlanges Epos ist somit ebenfalls nicht dabei – aber das macht nichts, zumindest nicht in diesem Fall. Schließlich ist die schiere Bandbreite an Eindrücken auch so groß genug. Ein Album wie CRÒNICAS DE ARAVAN eignet sich somit perfekt für Entdecker, die eine möglichst breite Palette unterschiedlich gestalteter Titel serviert bekommen möchten – die aber immer noch thematisch zusammenhängen und ein stimmiges Ganzes ergeben. Im besten Fall, versteht sich.

Die Marschrichtung scheint jedenfalls klar und recht vielversprechend. DARKSUN spielen einen knackigen Power Metal, der inhaltlich leicht fantastisch und akustisch angenehm symphonisch untermauert wird. Recht gut inszenierte Hintergrundchöre, abwechslungsreiche Strukturen inklusive eines interessanten Wechselspiels aus voranpreschenden und ruhigeren Passagen, ansprechende Soli-Momente, klassische Instrumente und die Leistungen der einzelnen Bandmitglieder – grundsätzlich sieht es recht gut aus für CRÒNICAS DE ARAVAN. Und doch hat das Ganze einen unter Umständen gravierenden Nachteil – und das ist in diesem Falle leider nicht weniger als der Leadgesang. Ohne die Leistung von Dani G. zwingend schmälern zu wollen, wirkt es des öfteren so als würde er unaufgeregt sprechen respektive etwas aus einem Geschichtsbuch vorlesen. Und eben nicht so, als würde er voller Überzeugung und mit einer nennenswerten Inbrunst singen; die bei einem Konzeptalbum wie dem vorliegenden eventuell vorteilhaft gewesen wäre.

In jedem Fall erhält die Hörerschaft mit dem letztendlich erzielten Ergebnis einen recht unspektakulären und stellenweise regelrecht eintönigen Leadgesangspart. Wären da nicht die zahlreichen Unterstützungen in Form der Chöre, sowie die generell eher zugunsten der Instrumente ausgelegte Produktion würde es sogar noch mehr auffallen. Stichwort Produktion: auch die hätte insgesamt noch etwas mehr Feinschliff vertragen können – analog zur einstweilen recht überproportionierten Nutzung des Keyboards entsteht hier und da ein dezent anorganisch wirkender Eindruck. Vielleicht wäre all das nicht allzu schlimm, würde es sich nicht um das mittlerweile siebte Studioalbum der Spanier handeln (und das immerhin fünfte beim Label FC METAL) – bei dem man eigentlich von größeren Erfahrungswerten ausgehen sollte. Sicher mögen es jeweils kleinere Schwächen sein – doch in ihrem Zusammenspiel respektive dem großen Ganzen könnte man CRÒNICAS DE ARAVAN durchaus ankreiden, dass es wie ein Konzeptalbum einer noch sehr jungen und relativ unerfahrenen Band klingt.

Schlussendlich: mit ihrem CRÒNICAS DE ARAVAN liefern die Spanier von DARKSUN ein höhrenswertes Genre-Album ab, das kein Meilenstein ist oder zu einem avancieren wird. Doch der Unterhaltungswert ist vergleichsweise hoch, die an den Tag gelegten Leistungen weitestgehend tadellos – mit kleineren Ausnahmen in Bezug auf den Leadgesang, das teilweise überzogene Keyboardspiel und den letzten Feinschliff im Sound. Schlecht klingt anders. Zieht man jedoch andere ebenfalls aus Spanien stammende, oder zumindest spanisch singende Bands mit symphonischen Ausstaffierungen zu Rate – wie etwa wie DÜNEDAIN, ALQUIMIA oder das ARIADNA PROJECT – so müssen DARKSUN nun einmal dezent hintenan stehen. Ob sich das noch ändern könnte, wird die Zukunft zeigen.

Absolute Anspieltipps: LA MORADA DE CELLER, CIELO GRIS, CORAZÓN DE DRAGON


„Einerseits schier perfekt, andererseits alles andere als makellos. CRÓNICAS DE ARAVAN ist ein mindestens solides Album, ja – doch es werden noch etwas zu oft gemischte Gefühle ausgelöst.“

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