Metal-CD-Review: MAJESTY – Rebels (2017)

Alben-Titel: Rebels
Künstler / Band: Majesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. März 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: NoiseArt Records

Alben-Lineup:

Tarek „Metal Son“ Maghary – Vocals, Keyboards
Tristan Visser – Guitars
Robin Hadamovsky – Guitars
Alex Voß – Bass
Jan Raddatz – Drums

Track-Liste:

1. Path to Freedom (01:57)
2. Die Like Kings (04:36)
3. Rebels of Our Time (04:56)
4. Yolo Hm (03:50)
5. The Final War (03:59)
6. Across the Lightning (06:02)
7. Fireheart (05:36)
8. Iron Hill (05:52)
9. Heroes in the Night (05:49)
10. Running for Salvation (04:59)
11. Fighting till the End (06:00)

Alle Jahre wieder ward die Metal-Faust geballt.

Wenn es ein möglichst passendes deutsches Pendant zu den US-Amerikanischen Recken von MANOWAR gibt, dann sind das wohl MAJESTY – eine bereits seit 1997 bestehende Heavy- und Power Metal-Combo, die seit ihren Anfangstagen nur wenig an ihrem Sound verändert hat. Ein Sound, der sich so gesehen nur auf das Wesentliche beschränkt – und sich neben einer stets hoch gehaltenen Hymnen-Tauglichkeit durch vergleichsweise einfache Textinhalte, einen klar verständlichen Leadgesang, launige Hintergrundshouts und antreibende Instrumentierungen definiert. Jene eher unkomplizierte und unmittelbare Herangehensweise hat MAJESTY im Laufe der Jahre mindestens ebenso viele Fans wie solche, die dann doch lieber einen großen Bogen um die Band machen beschert – und auch das neue Album REBELS wird da keine Ausnahme bilden. Doch vermutlich reicht diese Beschreibung allein nicht aus – denn selbst beinharte MAJESTY-Fans werden sich dieses Mal so manch alter wie auch neuer Herausforderung stellen müssen.

Schließlich schicken sich MAJESTY – analog zu ihrer ohnehin recht durchwachsenen Diskografie – auch auf REBELS nicht wirklich an, der geneigten Hörerschaft etwas ganz und gar besonderes zu präsentieren. Vielmehr wirkt und klingt es so, als seien die Nummern recht flott und problemlos aufgenommen worden – was nicht schlimm ist und im besten Fall die unkomplizierte, direkte Wirkung des Albums unterstreicht. Dass REBELS so aber alles andere als ein Meilenstein werden würde, müsste eigentlich auch den Bandmitgliedern selbst klar gewesen sein. Immerhin: wenn man einer eher hymnischen Seite des Power Metal generell zugeneigt ist, könnte das Album durchaus einen gewissen Reiz entwickeln. Die Refrains gehen wie so oft hervorragend ins Ohr und animieren zum Mitsingen (oder Mitgröhlen), die äußerst positiv gestimmte Gesamtwirkung hebt jede noch so düstere Stimmung problemlos. Die Kehrseite der Medaille offenbart – neben der bereits erwähnten Einfachheit so gut wie aller in der Musik verwobenen Elemente – dann aber auch, dass der Sound von REBELS durchaus noch etwas knackiger und differenzierter hätte ausfallen können.

Speziell im Rhythmus-Bereich schneiden die Gitarren vergleichsweise unspektakulär respektive lediglich zweckdienlich ab, während hie und da auch schlicht zu viele zusätzliche Spielereien vorgesehen sind. Mal ist es ein merkwürdig (und unnötig) verzerrter Gesang wie beim dezent an SABATON erinnernden REBELS OF OUR TIME, mal ein zu exzessiv genutztes Keyboard, mal ein etwas zu aufdringlicher Hintergrundchor, mal viel zu laute Effekte wie bei FIREHEART – oder aber gleich ein kompletter, mindestens diskutabler Titel wie YOLO HM. Hier bewegen sich MAJESTY wirklich verdächtig nah an der unteren Schmerzgrenze des gerade noch so erträglichen. Und auch eine Ballade wie ACROSS THE LIGHTNING löst höchst gemischte Gefühle aus – vornehmlich, da man MAJESTY hier nicht wirklich ernst nehmen kann. Da machen Nummern wie der Opener DIE LIKE KINGS oder das melodiöse THE FINAL WAR schon deutlich mehr Spaß – aber wirklich rumreißen kann die Band das Ruder nicht.

Kurios ist auch, dass die schwedischen Kollegen von BLOODBOUND ihr neues Album WAR OF DRAGONS (siehe Review) fast zeitgleich veröffentlicht haben – und sich damit in einer ganz ähnlichen stilistischen Schiene bewegen. Ganz unabhängig von etwaigen Geschmacksfragen scheint dabei eines schnell festzustehen: es ist zwar grundsätzlich angenehm neues Material jener beiden Bands auf die Lauscher zu bekommen – doch bewegen sich BLOODBOUND und MAJESTY jeweils weit davon entfernt, das beste Album ihrer Karriere abgeliefert zu haben.

Somit bleibt die Frage, in wie weit sich ein Album wie dieses wirklich lohnt – für den schnellen Metal-Spaß zwischendurch könnte man wohl noch am ehesten eine Empfehlung aussprechen. Wer dagegen eine vergleichbare Band sucht, bei der man ebenfalls nicht auf eine Portion gute Laune und allerlei potentielle Mitsing-Hymnen verzichten muss; der sollte sein Augenmerk eventuell einmal in Richtung MESSENGER richten. Noch traditioneller, und insgesamt auch weitaus mächtiger geht es dann wohl nur bei den früheren MANOWAR, oder eben VIRGIN STEELE zu – aber die sind ja eher als internationale denn als direkte deutsche Konkurrenz zu betrachten.

Absolute Anspieltipps: DIE LIKE KINGS, THE FINAL WAR, IRON HILL, RUNNING FOR SALVATION


„Alles andere als ein Meilenstein – für Fans der Band aber keine Enttäuschung.“

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s