Metal-CD-Review: BLOODBOUND – War Of Dragons (2017)

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Alben-Titel: War Of Dragons
Künstler / Band: Bloodbound (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. Februar 2017
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Pelle Åkerlind – Drums
Tomas Olsson – Guitars
Fredrik Bergh – Keyboards
Henrik Olsson – Guitars
Patrik „Pata“ Johansson – Vocals
Anders Broman – Bass

Track-Liste:

1. A New Era Begins (00:30)
2. Battle in the Sky (04:24)
3. Tears of a Dragonheart (03:49)
4. War of Dragons (04:08)
5. Silver Wings (03:45)
6. Stand and Fight (03:34)
7. King of Swords (04:06)
8. Fallen Heroes (04:20)
9. Guardians at Heaven’s Gate (03:42)
10. Symphony Satana (04:57)
11. Starfall (03:55)
12. Dragons Are Forever (03:55)

Drachen zünden immer… sollte man meinen.

Kaum hat das Power Metal-Jahr 2017 so richtig begonnen, bringen einige allseits bekannte Genre-Vertreter auch schon wieder reichlich neues Material an den Start. So melden sich auch die Schweden von BLOODBOUND mit einem neuen Studioalbum im Gepäck zurück – dem nicht unbedingt überfälligen, aber auch nicht zu rasch kommenden Nachfolger zum 2014’er Bandoutput STORMBORN (Review). Und wie es eben so ist, bringt so mancher Jahresauftakt Schwung in müde Glieder. Tatsächlich haben sich die Schweden, die schon so manch entscheidende Wandlung hinter sich haben; wieder einmal neu orientiert – worauf der Albentitel WAR OF THE DRAGONS bereits dezent hinweist.

Und das mit alles andere als guten oder vielversprechenden Vorzeichen. Schließlich scheint es, als würden BLOODBOUND eine mehr und mehr simplifizierte Genre-Marschrichtung einschlagen – etwa so, wie sie es auch schon auf dem gerade noch soliden Metal-Tributalbum IN THE NAME OF METAL (Review) getan haben. Dass das reichlich schade ist, braucht man nicht zu erwähnen – ganz unabhängig davon, ob WAR OF THE DRAGONS trotz allem funktioniert. Denn: BLOODBOUND konnten bisher immer dann für Furore sorgen, wenn es eben nicht allzu konventionell zuging. Mit Werken wie dem gelungenen Debüt NOSFERATU (Review) sowie ihrem vermutlichen Meisterstück UNHOLY CROSS (Review) haben die Schweden einst mit Nachdruck aufgezeigt, dass mit ihnen und ihrer geballten Kraft allemal zu rechnen wäre.

WAR OF THE DRAGONS dagegen kommt selbst im Vergleich zum schon recht eingängigen STORMBORN wie ein fleischgewordenes Genre-Klischee mit der Länge einer guten Schulstunde daher – und vermag es dabei höchst gemischte Gefühle auszulösen. Sicher, gegen eine übergeordnete Eingängigkeit und ein gewisses Arena-Feeling ist gerade im Bereich des Power Metal nur selten etwas einzuwenden – doch wenn man sich wirklich sehr strikt an dieser Schiene orientiert und sie in 12 (oder zumindest 11, abzüglich des Intros) Titeln gnadenlos kontinuierlich fährt, könnte sich schnell eine Form der Ernüchterung breit machen. Anders gesagt: BLOODBOUND beweisen zwar auch dieses Mal, dass sie das Zeug dazu haben eingängig-knackige Hymnen mit allerlei launigen Mitsing-Refrains zu präsentieren – während auch der handwerkliche Part grundsätzlich beachtlich ausfällt. Doch etwas nachhaltig wirkendes erschaffen sie nicht.

Und schon gar nichts einzigartiges – auch wenn das heutzutage ohnehin immer schwieriger wird und manchmal auch gar nicht erst gewünscht ist. Doch was BLOODBOUND bei den wirklich sehr auffälligen SABATON-Parallelen gerade in der Gestaltung der Keyboard-Elemente geritten hat, wissen wohl nur die Bandmitglieder selbst. Nicht dass es grundsätzlich schlecht wäre einen Sound wie den von SABATON zu kopieren oder zu imitieren – doch es geht eben auch deutlich subtiler und geschickter. Im Zusammenhang mit den bisher wohl unspektakulärsten und vor Klischees nur so triefenden BLOODBOUND-Lyrics aller Zeiten, den sich insgesamt einstweilen stark ähnelnden Titeln inklusive einiger fast deckungsgleicher Refrains entsteht so jedenfalls ein auffällig uninspiriertes und absolut verwechselbares Power Metal-Häppchen.

Immerhin: eines, dass durchaus seine Momente hat und hie und da einen (oberflächlichen) Heidenspaß macht – wofür der Rausschmeißer DRAGONS ARE FOREVER ein absolutes Paradebeispiel ist. Auch wenn der Text wirklich wenig Sinn macht, und die Struktur des Refrains dezent an VALHALLA von VEXILLUM erinnert. Fans der Band werden mit dem Album also sicher nicht gänzlich falsch beraten sein – zumal der unverkennbare Leadgesang von Patrik „Pata“ Johansson weitestgehend überzeugt (auch ein HALFORDeskes Experiment kommt erneut vor, dieses Mal in KING OF SWORDS) und die Gitarren recht munter frickeln. Das ändert indes wenig daran, dass dem Keyboard viel zu viel Raum zugestanden wurde, die Abmischung gerade in Bezug auf den Leadgesang nicht wirklich vorteilhaft ausgefallen ist und das Album nach vielem schreit – nur nicht danach, ein klar erkennbares BLOODBOUND-Werk zu sein. Es scheint eben, als würden SABATON hier auf eine Priese FREEDOM CALL und HAMMERFALL treffen – und das, wo es eigentlich um BLOODBOUND gehen sollte.

Absolute Anspieltipps: BATTLE IN THE SKY, KING OF SWORDS, DRAGONS ARE FOREVER


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„Es muss nicht immer etwas besonderes sein – aber das hier ist dann doch zu viel des Guten respektive Einfachen.“

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