Metal-CD-Review: FAIRYTALE – Battlestar Rising (2017)

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Alben-Titel: Battlestar Rising
Künstler / Band: Fairytale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. Februar 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Art Gates Records

Alben-Lineup:

Frank Buchta – Bass
Colin Brinker – Guitars
Christopher Instenberg – Drums
Stefan Klempnauer – Guitars
Carsten Hille – Vocals

Track-Liste:

1. Face the Truth (00:48)
2. Battlestar Rising (06:20)
3. Cain (03:54)
4. Man or Machine (04:30)
5. Scar (04:36)
6. The Weird & the Mad (04:23)
7. Viper Pilots (04:35)
8. New Caprica (06:33)
9. Final Five (07:53)
10. The Opera House (06:05)
11. The Admiral’s Speech (00:29)
12. Colony (The Final Battle) (06:02)

Von ganz und gar ko(s)mischen Märchen.

Nein – BATTLESTAR RISING ist nicht das heiß erwartete vierte Studioalbum der Franzosen von FAIRYLAND, die sich urplötzlich auf eine ungewohnt interstellare Erzählebene emporgeschwungen haben. Auch handelt es sich nicht um ein Nebenprojekt der sich ebenfalls in den Weiten des Alls wohlfühlenden Jungs von IRON SAVIOR – sondern vielmehr um das zweite Studioalbum von FAIRYTALE, einer noch nicht ganz so bekannten Power Metal-Combo aus Deutschland. Entgegen ihres Bandnamens agieren die Märchenerzähler aber alles andere als zahm – die Musiker um Frontmann Carsten Hille (JAVELIN) schicken sich vielmehr an, einen möglichst griffigen Power Metal zu präsentieren. Und das mit allem was dazugehört – wobei ein Konzept wie das vorliegende natürlich nicht verkehrt sein kann.

Schließlich haben schon einige andere Genre-Bands gezeigt, wie weit man mit einem dezent überirdisch akzentuierten Konzeptalbum kommen kann. Seien es die Finnen von CELESTY mit ihrem großartigen LEGACY OF HATE (Review), IRON FIRE mit dem überraschend sphärischen VOYAGE OF THE DAMNED (Review), die beinahe schon vergessenen Jungs und Mädels von ORATORY mit ILLUSION DIMENSIONS (Review) sowie dem Nachfolger BEYOND EARTH (Review); oder auch KELDIAN als regelrechte Galionsfiguren eines Cosmic Metal – es wurden schon viele gelungene, intensiv ausgearbeitete oder schlicht zutiefst wirksame Konzepte vorgestellt. Die Frage ist, wie sich FAIRYTALE in Anbetracht dieser starken Steilvorlagen präsentieren – und was sie aus den 12 auf BATTLESTAR RISING enthaltenen Titeln gemacht haben. Wobei es eigentlich nur 10 sind, das kurze Intro und ein Zwischenspiel sollen lediglich für etwas zusätzliche Atmosphäre sorgen.

In ihren vollwertigen Titeln legen FAIRYTALE dagegen deutlich mehr vor – etwa einen schön knackigen Gitarrensound inklusive einiger ansehnlicher Soli. Ebenfalls markant ist, dass der Bass eine deutlich größere Aufmerksamkeit erhält als allgemein üblich – im Zusammenspiel mit dem generell etwas düstereren und schwereren Sound ergibt sich so eine stimmige Grundlage. An den Leadgesang von Carsten Hille, der interessanterweise wie eine Mischung aus Tobias Sammett (EDGUY) und Martin Steene (IRON FIRE) klingt; kann man sich ebenfalls gewöhnen – zumal  seine Wechsel zwischen höheren und tiefen Lagen, sowie auch mal etwas aggressiveren Einschüben tadellos funktionieren. Das einzige Instrument, welches bei FAIRYTALE deutlich hinter den anderen zurückstehen muss; ist ausnahmsweise einmal das Schlagzeug – das insgesamt deutlich zu blechern klingt und den Kompositionen einfach nicht die nötige Restschubkraft gibt. Auch die weiteren Produktionsaspekte können insgesamt nicht gänzlich überzeugen – es fühlt sich schlicht zu oft so an, als wäre hier noch viel mehr dringewesen.

Eben das ist dann auch das Stichwort, wenn es um die weitere Beurteilung der von FAIRYTALE dargebotenen Leistungen geht. Eine mitunter gravierende Feststellung ist schließlich, dass die Band einstweilen etwas zu kraftlos klingt – was nicht nur am grundsätzlich häufiger veranschlagten Midtempo liegt. Nein, es ist eher eine immer wieder durchschimmernde Zurückhaltung – die der potentiellen Spannung entgegenwirkt und BATTLESTAR RISING nicht wie ein imposantes Epos, sondern vielmehr wie eine verpasste Chance klingen lässt. Hinweise darauf finden sich leider auch in Bezug auf das Songwriting und die Präsentation – wer sich den Opener und Titeltrack BATTLESTAR RISING zu Gemüte führt, könnte bereits erahnen was gemeint ist. Das Tempo und die Gitarrenarbeit bewegen sich irgendwo in einem typisch-unspektakulären Mittelfeld, erwartete Kraftausbrüche oder wahre Highlight-Momente bleiben aus, der irgendwie an STARGAZERY erinnernde Refrain hat Ohrwurmpotential ja – aber nur, da er verdammt schlicht gehalten ist. Am gravierendsten trifft es aber COLONY, den potentiell alles gerade richtenden Rausschmeißer – der mit seinen merkwürdigen Tempowechseln und der ruckeligen Rhythmik einfach nur nervt.

Viele der anderen Titel bleiben dagegen viel zu unspektakulär, als dass sie sich überhaupt nachhaltig in den Gehörgängen festsetzen könnten. Sicher ist das, was FAIRYTALE hier abliefern nicht schlecht – doch um wirklich mit der starken Konkurrenz mithalten zu können, reicht das Dargebotene nicht. Genre-Fans können und sollten natürlich dennoch einen Blick riskieren.

Absolute Anspieltipps: BATTLESTAR RISING, CAIN, MAN OR MACHINE


60button

„Ein grundsätzlich solides, insgesamt aber noch etwas zu ruhiges und unspektakuläres Konzeptalbum.“

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