Metal-CD-Review: ANCESTRAL – Master Of Fate (2017)

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Alben-Titel: Master Of Fate
Künstler / Band: Ancestral (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Januar 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Iron Shield Records

Alben-Lineup:

Alessandro Olivo – Guitars
Carmelo Scozzari – Guitars
Jo Lombardo – Vocals
Domiziano Mendolia – Bass
Massimiliano Mendolia – Drums

Track-Liste:

1. Back to Life (06:13)
2. Wind of Egadi (05:32)
3. Seven Months of Siege (04:34)
4. Master of Fate (06:38)
5. Refuge of Souls (05:00)
6. Lust for Supremacy (05:49)
7. No More Regrets (06:30)
8. On the Route of Death (04:33)
9. From Beyond (05:56)
10. Savage (Helloween cover) (03:24)

Meistere Dein Schicksal – oder gehe an ihm zugrunde.

Bands, die in ihrer bestenfalls langjährigen Diskografie markante Lücken vorzuweisen haben; sind im Bereich des Power Metal nicht allzu selten. Wobei die Gründe für eine längere kreative Pause natürlich höchst unterschiedlich ausfallen können – und man als Außenstehender oft nur über mögliche Beweggründe mutmaßen kann. Und so wissen wohl auch nur die Bandmitglieder von ANCESTRAL selbst, was genau sich hinter den Kulissen der Band abgespielt hat. Einer Band, die immerhin schon 1999 gegründet wurde – und die 2007 ein respektables Debütalbum mit dem Titel THE ANCIENT CURSE veröffentlichte. Bis vor kurzem galten ANCESTRAL allerdings als weitestgehend verschollen, abgesehen von einer 2014’er Single mit dem passenden Titel I’M ALIVE – ein eher beunruhigender Status, der sich nun endlich wieder ändern könnte. Denn: nach sage und schreibe 10 Jahren sind die Italienischen Power Metaller mit einem neuen Album am Start. Die Aufstellung der Band ist dabei sogar fast identisch mit der Urbesetzung aus dem Jahre 1999: nach wie vor werkelt Domiziano Mendolia am Bass, Massimiliano Mendolia am Schlagzeug und Alessandro Olivo an der Gitarre. Als zweiten Gitarristen holte man bereits 2010 Carmelo Scozzari, während der spannendste Neuzugang in Form des neuen Leadsängers Jo Lombardo (METATRONE, ORION RIDERZ) daherkommt. Der ist erst seit 2014 bei ANCESTRAL – hat sich in der Zwischenzeit aber offenbar ganz gut eingelebt.

Denn eines fällt in Anbetracht von MASTER OF FATE verdächtig schnell auf: ANCESTRAL haben die lange Zeit zwischen ihren Alben genutzt. In welcher Art und Weise steht erneut auf einem ganz anderen Blatt und spielt letztendlich auch keine große Rolle – fest steht nur, dass das Album nach einem Haufen investierter Arbeit und Herzblut klingt. Und auch sogleich musikalisch aus dem absoluten Vollen schöpft: schon der Opener BACK TO LIFE, das folgende WINGS OF EGADI und SEVEN MONTH OF SIEGE sind markant-kräftig tönende Genre-Bretter geworden, die mit einem herrlich intensiven Gitarrenspiel und einem äußerst vitalen Leadgesang auftrumpfen können. Doch das ist noch nicht alles, denn offenbar sind ANCESTRAL mehr denn je darauf bedacht sich dezent von der Masse an Italienischen Genre-Bands abzuheben – was ihnen auch gelingt. Mit verantwortlich dafür sind beispielsweise die generell etwas schroffer agierenden Gitarren mit ihrem leichten Hang zum Genre des Trash Metal, wozu auch die hie und da eingestreuten Hintergrundshouts und die vergleichsweise exzessiven Soli passen. Im Zusammenspiel mit den einerseits schlicht enorm kraftvollen und furiosen, andererseits angenehm wandelbaren Kompositionen entsteht so schnell ein recht frischer und energetischer Eindruck – zumal ANCESTRAL in ihren Titeln alles andere als berechenbar agieren. Das allein sorgt schon für einen immensen Unterhaltungswert und fördert die Lust, ein Album wie MASTER OF FATE für sich zu entdecken.

Auch der angenehme Leadgesang von Jo Lombardo fügt sich perfekt in die Titel ein. Man könnte sogar sagen, dass er einen melodiösen Gegenpol zu den stets munter stampfenden, etwas aggressiveren Kompositionen bildet. Was gut ist, und noch einmal nachdrücklich klarstellt dass man mit ANCESTRAL eine Band aus dem Genre des Power Metal vor sich hat – und nicht aus Gefilden mit einer noch härteren Gangart. Und tatsächlich: wäre der Gesang aggressiver, so ginge dem Album eventuell seine positive Gesamtwirkung als perfekt aufeinander abgestimmtes Wechselspiel der Emotionen flöten. Gut also, dass ANCESTRAL einen für das Genre vergleichsweise typischen Leadsänger an den Start bringen – dessen Gesang vielleicht nicht als sonderlich spektakulär, aber für das ANCESTRAL-Projekt doch als extrem passig zu bezeichnen ist. Doch ob nun Jo Lombardo singt, ANCESTRAL mal rein instrumental agieren (REFUGE OF SOULS) oder gar der allseits beliebte Fabio Lione als Gastsänger auftritt (LUST FOR SUPREMACY) – das Album klingt stets enorm stilsicher, und scheint vor Kraft und Spielfreude geradezu zu explodieren. Eine runde und äußerst druckvolle Produktion rundet das Ganze ab.

Lediglich das Fehlen von wirklich herausragenden Highlights könnte man je nach persönlicher Facón als kleinere Schwäche betrachten. Anders gesagt: man ist geneigt, alle auf MASTER OF FATE enthaltenen Titel qualitativ weit über dem allgemeinen Genre-Durchschnitt zu verorten. Aber eher in ihrer Gesamtheit – während das letzte Tüpfelchen auf dem i in den einzelnen Momenten fehlt. Es bleibt demnach zu hoffen, dass sich die Italiener das nachhaltig wirkende Aha-Erlebnis für ihr nächstes Werk aufgespart haben. Das Comeback ist ANCESTRAL aber allemal gelungen.

Absolute Anspieltipps: BACK TO LIFE, MASTER OF FATE, LUST FOR SUPREMACY


80button

„Ein nach satten 10 Jahren positiv überraschendes, andererseits längst überfälliges Album.“

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