Metal-CD-Review: SABATON – Attero Dominatus (2006)

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Alben-Titel: Attero Dominatus
Künstler / Band: Sabaton (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Juli 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

Daniel Mullback – Drums
Rikard Sundén – Guitars
Oskar Montelius – Guitars
Pär Sundström – Bass
Joakim Brodén – Vocals
Daniel Mÿhr – Keyboards

Track-Liste:

1. Attero Dominatus (03:43)
2. Nuclear Attack (04:10)
3. Rise of Evil (08:19)
4. In the Name of God (04:06)
5. We Burn (02:55)
6. Angels Calling (05:57)
7. Back in Control (03:14)
8. A Light in the Black (04:52)
9. Metal Crüe (03:42)

Achtung, die Panzer rollen wieder vor.

Es ist schon beachtlich, was die Schwedischen Jungs von SABATON bereits in ihren frühen Schaffensjahren alles auf die Beine gestellt hatten. Das spezifische, schon auf der aus zwei früheren Demos zusammengebastelten Compilation FIST FOR FIGHT (Review) vorgestellte Konzept der Band wirkte jedenfalls sehr überzeugend – und gerade die vieles lostretende Kampfansage vom Schlage eines PRIMO VICTORIA (2005, siehe Review) war kaum zu überhören. Interessant ist, dass es daraufhin erst so richtig losging im Hause SABATON: die Diskografie der Band wurde ab 2006 kontinuierlich gut bestückt, sodass in der Folge spätestens alle zwei Jahre mit einem neuen Studiowerk zu rechnen war und ist; von diversen kleineren Veröffentlichungen gar nicht erst zu sprechen. Den Auftakt jener neuen Veröffentlichungsreihe, und damit einhergehend auch des neuen Selbstbewusstseins der Band markierte dabei aber nicht nur das großartige und von vielen sehr gut aufgenommene PRIMO VICTORIA – sondern auch dessen Nachfolger ATTERO DOMINATUS.

Wie schon der Vorgänger beinhaltet das mächtig betitelte zweite Studioalbum der Band 9 vollwertige Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten – und legt es schnell darauf an, den geneigten Power Metal-Konsumenten direkt in seinen Bann zu ziehen und zu fesseln. Das geschieht vornehmlich über die spezifischen aber vergleichsweise ungewöhnlichen Inhalte, den allgemeinen Druck und die Schlagkraft der Musik; sowie nicht zuletzt die prägnante Frontstimme von Joakim Broden. So macht schon der Opener und Titeltrack ATTERO DOMINATUS mindestens zweierlei Dinge klar: zum einen, dass es SABATON absolut ernst meinen mit ihrer eingeschlagenen Marschrichtung innerhalb des quasi neu gegründeten oder zumindest neu belebten Subgenre des War Metal – und zum anderen, dass sie schlicht das Zeug dazu haben gleichermaßen voranpreschende wie kultverdächtige Genre-Hymnen zu inszenieren.

Wie so oft aber zeigt sich, dass auch Bands mit einem über die Jahre weitestgehend unveränderten Konzept kleinere bis deutlichere Berg- und Talfahrten erleben können. Sicher, ATTERO DOMINATUS ist insgesamt betrachtet ein gut funktionierendes Genre-Album mit einem enormen Wiedererkennungswert – doch gerade im Vergleich mit seinem sehr guten, verständlicherweise auch etwas überraschenderen Vorgänger muss es klar hintenan stehen. Das mag nicht allzu kurios erscheinen, zumal keine Band vor halbwegs klar erkennbaren schwächeren Momenten in der Diskografie gefeit ist – etwas schade ist es aber natürlich dennoch, gerade wenn es sich um zwei derart schnell aufeinander folgende Alben handelt. Anders gesagt: SABATON haben mit ihrem ATTERO DOMINATUS nicht schlecht abgeliefert, aber auch nicht wirklich nachgelegt.

Die Gründe dafür könnte man – je nach persönlicher Facón – in den unterschiedlichsten Bereich suchen. Doch fest scheint zu stehen; dass es schon einmal nicht an den guten, bis dato schon zur Schau gestellten handwerklichen Leistungen der Mitglieder oder einer fehlenden Motivation gelegen haben kann. Etwas sinniger erscheint hier schon die Vorstellung eines Anfluges von Routine, der das Album insgesamt etwas vorhersehbarer und unspektakulärer gestaltet. Dazu passen auch das oftmals anberaumte Midtempo ohne größere Kraftausbrüche sowie die teils auffälligen Parallelen zu Bands wie MANOWAR (Stichwort RISE OF EVIL) – und der Fakt, dass sich kaum eine der Nummern als besonders erinnerungswürdig oder gar als langjähriger Dauerbrenner zu eignen scheint. Mit Ausnahme des Openers versteht sich, dessen Kraft man sich einfach nicht oder nur schwer entziehen kann.

Gut, auch das eher ruhige LIGHT IN THE BLACK kann dank seiner atmosphärischen Ausstaffierungen einen gewissen Reiz entwickeln; und der Rausschmeißer METAL CRÜE ist eine sympathisch-spaßige Genre-Hymne mit allerlei Erwähnungen potentieller Einflüsse der Band. Davon abgesehen geht es aber schlicht etwas zu gleichförmig zu – und so, als hätten SABATON hier eher auf Nummer sicher gehen wollen. Das Ergebnis ist ein überdurchschnittliches, leider aber auch vergleichsweise uninteressantes und im absolut schlimmsten Fall zu überspringendes Werk der hiesigen SABATON-Diskografie. Immerhin: eines, dass mit PRIMO VICTORIA und METALIZER zwei starke Nachbarn hat und somit direkt auf der Hand liegende Alternativen bietet.

Absolute Anspieltipps: ATTERO DOMINATUS, IN THE NAME OF GOD, LIGHT IN THE BLACK


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„Einerseits ein höchst solides Genre-Album, andererseits ein recht enttäuschender Nachfolger.“

Aufgrund der hohen Wertung hat sich dieses Album einen Platz in der ewigen Metal-Bestenliste erkämpft.

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Ein Gedanke zu “Metal-CD-Review: SABATON – Attero Dominatus (2006)

  1. Wie schon bei Primo Victoria stimme ich dieser Review in den meisten Punkten zu, Attero Dominatus ist meines erachtens das schwächste Album von Sabaton. Wie du schon angedeutet hast, bietet das Album einfach zu wenig neues, um wirklich zu beeindrucken. Was nicht schlimm wäre, wenn es (wie ursprünglich geplant) als Doppelalbum mit Primo Victoria veröffentlicht worden wäre. Da das bekanntlich aber nicht der Fall ist, ist das Album meiner Meinung nach fast schon etwas langweilig.

    Attero Dominatus: Völlig zurecht der Titeltrack, eins der absoluten Highlights des Albums, vor allem für einen Lateiner (auch wenn die Grammatik schmerzhaft daneben ist ^^)

    Nuclear Attack: Ein solides Lied, nicht mehr und nicht weniger. Ganz gut zum hin und wieder hören, aber mehr eben nicht.

    Rise of Evil: Meines Erachtens mit die beste Ballade, die Sabaton jemals veröffentlicht hat, jedoch sehr stimmungsabhängig.

    In the Name of God: An sich ein durchschnittliches Lied, macht aber Spaß zu hören.

    We Burn: Bis auf die ersten vier Zeilen des Refrains das mit Abstand langweiligste Lied, dqas Sabaton je veröffentlicht hat

    Angels Calling: Meines Erachtens neben dem Attero Dominatus das beste Lied des Albums, und generell eins der besten Lieder der Band.

    Back in Control: Auch wenn mir den Ansatz des Liedes gut gefällt, fehlt auf Dauer leider die Abwechslung, um wirklich interessant zu bleiben.

    Light in the Black: Als Motivationsmusik für lange Wanderungen sehr gut, ansonsten eher unspektakulär.

    Metal Crüe: Mein persönlicher Favorit der „Metal > everything“-Lieder, immer wieder schön.

    Bonustracks:

    Für immer und Långa Bollar På Bengt sind gelungene Cover, mehr kann man dazu nicht sagen.

    Nightchild: Das (meiner Meinung nach) bessere Purple Heart, die Lyrics geben einfach mehr her.

    Meine Wertung liegt bei 6.0 (6.5 wenn ich gut gelaunt bin), wie du schon gesagt hast, fehlt einfach die Abwechslung.

    Meine Favoriten: Attero Dominatus, In the Name of God, Angels Calling

    Gefällt 1 Person

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