Metal-CD-Review: DALRIADA – FORRÁS (2016)

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Alben-Titel: FORRÁS
Künstler / Band: Dalriada (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Mai 2016
Land: Ungarn
Stil / Genre: Folk Metal w/ Power
Label: Nail Records

Alben-Lineup:

András Ficzek – Vocals, Guitars
Tadeusz Rieckmann – Drums
Laura Binder – Vocals, Flute, Violin
Mátyás Németh Szabó – Guitars
István Molnár – Bass
Ádám Csete – Bagpipes, Flutes, Guitars
Gergely „Szög“ Szabó – Keyboards

Track-Liste:

1. Hej, virágom 04:07
2. Bor vitéz (részlet) 04:47
3. Ígéret 04:18
4. Hírhozó 06:32
5. Vérző ima 04:27
6. Hazatérés 04:42
7. A Galagonya 04:03
8. Úri toborzó 05:42
9. Szent László (részlet) 05:12
10. A dudás 05:13
11. Középeurópai Hobo Blues III (Deák Bill Gyula cover) 05:34
12. Hajdútánc 04:33
13. Téli ének 04:11
14. Bukott diák (Jimmy Zámbó cover) 03:22

Mach’s mir noch einmal… aber doch nicht so.

Je länger eine Band existiert – und folglich auch je größer ihr musikalisches Repertoire wird – desto höher ist die Chance, dass die geneigte Hörerschaft irgendwann mit einer Art Best-Of oder anderen Compilations respektive Re-Releases zu rechnen hat. Eine der wichtigsten Fragen dabei ist allerdings des öfteren, ob sich derartige Veröffentlichungen für eben jene und damit quasi zum zweiten Male zugreifenden Fans wirklich lohnen. Oftmals ist das gerade dann nicht der Fall, wenn es sich um grundsätzlich nicht veränderte und lediglich neu zusammengestellte Titel handelt – eine Maßnahme, die am ehesten als typisches Best Of durchgeht und von vielen Bands genutzt wird; im besten Fall auch mit dem ein oder anderen neuen Bonustrack. Die zweite Möglichkeit besteht dagegen oft darin, das jeweilige alte Material in irgendein einer Form neu aufleben zu lassen – sei es schlicht durch einen neuen Masteringprozess, oder aber gleich eine komplette Neuaufnahme (z.B. mit der aktuellen Besetzung der Band). Ein hierbei gerne auftretendes Problem ist indes, dass die Neuaufnahmen den Originalen in vielerlei Hinsicht nachstehen.

Was genau nun die aus Ungarn stammende Folk Metal-Combo DALRIADA mit all diesen Dingen am Hut hat ? So einiges, schließlich veröffentlichten sie jüngst ihr mittlerweile neuntes Studiowerk ARRÁS – das auf den ersten Blick wie ein handelsübliches Album wirkt, und sich damit als Nachfolger zu den beiden sehr guten Werken NAPISTEN HAVA (Review) und ÁLDÁS (Review) präsentiert. Doch ist dem nicht wirklich so: nachdem DALRAIDA schon im Jahre 2015 eine Best Of-Compilation mit dem Titel MESÉK, ÁLMOK, REGÉK veröffentlicht hatten, fährt man mit ARRÁS eine ganz ähnliche Schiene – und serviert der geneigten Hörerschaft nun ein Album mit neuen Akustik-Versionen bekannter DALRIADA-Nummern. Immerhin entspricht das nicht ganz dem typischen Vorgehen anderer Bands, und könnte die Band zumindest theoretisch von einer weiteren interessanten musikalischen Seite zeigen. Auch die Tatsache, dass die Titel wirklich bunt gemischt sind und aus allen Ecken und Enden der DALRIADA-Diskografie zusammengetragen wurden; spricht grundsätzlich für das Funktionieren von ARRÁS. Mit A GALAGONYA, KÖZÉPEURÓPAI HOBO BLUES III und BUKOTT DIÁK finden sich sogar doch noch drei gänzlich neue Nummern auf dem Album (von denen allerdings zwei Cover-Versionen sind).

Eines zeigt sich aber recht schnell: Theorie und Praxis gehen wie so oft weit auseinander. Der Grund dafür mag relativ platt erscheinen, ´lässt sich letztendlich aber einfach nicht von der Hand weisen: ARRÁS klingt einfach nicht gut. Eine Feststellung, die leider nicht nur auf einzelne Klangmomente zu beziehen ist – sondern vielmehr auf die gesamte Spielzeit von immerhin knapp 70 Minuten. Sicher, rein handwerklich ist den Ungarn nichts vorzuwerfen – zumal sie auf ihren bisherigen Studioalben hinreichend zur Schau gestellt haben was alles in ihnen steckt. Doch die Idee, die alten und allgemein gut funktionierenden Nummern nun in ein akustisches Gewand zu hüllen, geht für DALRIADA einfach nicht auf. Und das beileibe nicht nur, da es ungewohnt ist die Ungarn nun plötzlich ohne die sonst so maßgebenden Gitarren und die gerne auch mal etwas schroffen Ansätze von Frontfrau Laura Binder zu hören. Nein, es liegt sicher auch mit daran; dass DALRIADAS Vorstellung von akustischen Versionen dezent von der allgemein vorherrschenden abweicht. So klingt das Album zu keinem Zeitpunkt nach einer guten alten Lagerfeuer-Romantik oder so, als würden DALRIADA tatsächlich unmittelbar in der Nähe sein um ihre Hits in einer etwas intimeren Klangform darzubieten.

Ausschlaggebend dafür ist unter anderem auch die Tatsache, dass das Ganze noch immer viel zu poliert und nach Studio klingt; gerade wenn es um das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente oder den mehrstimmigen Gesang geht. Dabei lässt sich indes auch nicht verhehlen, dass es den akustischen Varianten schlicht an etwas fehlt – und das ist vornehmlich die Härte und der Druck, der sonst eigentlich den perfekten Gegenpol zu den eingängigen Melodiebögen und der ungarischen Volkstümlichkeit der Band bildet. Dieses Zusammenspiel geht der Band hier verständlicherweise völlig flöten, so dass man fast geneigt ist von einer besseren Form des Gedudels zu sprechen – was der Schaffenskraft der Band eigentlich nicht gebührt. Die letzte, und wenn man so will endgültig vernichtende Feststellung wird man vermutlich aber erst treffen, wenn man sich die neuen Versionen von wahrlich herausragenden DALRIADA-Titeln wie ÌGÈRET, A DUDÀS oder ganz besonders HAJDÚTÁNC zu Gemüte führt. Und damit relativ kläglich eingespielten Neufassungen, die überhaupt nicht mit dem Eindruck ihrer eigentlichen Eleganz und Größe korrespondieren. Es bleibt demnach nur zu hoffen, dass es sich hier um ein einmaliges Experiment einer grundsätzlich sehr guten und interessanten ungarischen Band handelt – denn dann kann man das Ganze noch am ehesten übersehen, was definitiv zu empfehlen ist.

Absolute Anspieltipps: /


30button

„Das hätte weder sein müssen noch sein dürfen.“

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