Metal-CD-Review: SABATON – Primo Victoria (2005)

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Alben-Titel: Primo Victoria
Künstler / Band: Sabaton (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. März 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

Joakim Brodén – Vocals, Keyboards
Pär Sundström – Bass
Rikard Sundén – Guitars
Oskar Montelius – Guitars
Daniel Mullback – Drums

Track-Liste:

1. Primo Victoria (04:10)
2. Reign of Terror (03:51)
3. Panzer Battalion (05:09)
4. Wolfpack (05:55)
5. Counterstrike (03:48)
6. Stalingrad (05:18)
7. Into the Fire (03:25)
8. Purple Heart (05:07)
9. Metal Machine (04:22)

Der Sieg scheint zum Greifen nah.

Es war einmal im Jahre 1999 – als sich einige talentierte schwedische Musiker zusammengefunden, eine Band gegründet und bald darauf erstmals offiziell gezeigt haben was in ihnen steckt. Die Rede ist natürlich von SABATON und ihrer ganz eigenen Interpretation des War Metal, wie er schon auf den frühen Demos respektive auch der Compilation FIST FOR FIGHT (siehe Review) zu hören war. Wenngleich jenes FIST FOR FIGHT auch gerne als Debütalbum der Band angesehen wird, nimmt selbigen Posten eigentlich das 2005 erschienene PRIMO VICTORIA ein – ein 9 Titel starkes, kompaktes und für die Band sicher wegweisendes Brachialwerk. Tatsächlich hört man dem Album auch definitiv an, dass sich im Laufe der Jahre einiges getan hatte im Hause SABATON – ein Umstand, der beileibe nicht nur auf die wesentlich ausdrucksstärkere und druckvollere Produktion zurückzuführen ist. So bietet PRIMO VICTORIA schlicht noch etwas griffigere, besser inszenierte SABATON-Nummern mit einem hörbar stärkeren und variableren Joakim Broden – und natürlich massig Hymnen-Potential.

Eines steht beim ersten Durchhören von PRIMO VICTORIA jedenfalls relativ schnell fest: wenn man SABATON’s Spielart und Genre-Ausrichtung inklusive des Fokus auf allerlei kriegsbezogene Inhalte grundsätzlich mag, hat man hier ein gefundenes Fressen vor sich. Denn: viel mehr hätten die Schweden vermutlich nicht aus diesem ersten, zweifelsohne selbstbewussten Anlauf machen können. Sei es der direkt ins Ohr gehende, wenn man so will majestätische Titeltrack PRIMO VICTORIA mit seinem starken Refrain, das gleichermaßen aggressive wie melodische REIGN OF TERROR oder das stampfende PANZER BATTALION – SABATON zeigen sich hier von ihrer besten und vermutlich auch unterhaltsamsten Seite. Zumal es nicht nur in Bezug auf den Leadgesang von Joakim Broden inklusive seines herrlichen Akzents sehr gut aussieht – auch die rein instrumentale Schlagkraft der Band ist hier enorm. Vornehmlich mit einer eher klassischen Ausrichtung versehen, darf es hie und da auch mal ein besonders Keyboardelement oder ein eher ruhiges Zwischenspiel (wie etwa zum Auftakt von WOLFPACK) sein – was für Abwechslung, aber auch reichlich Atmosphäre sorgt.

Sicher muss sich auch ein Album wie PRIMO VICTORIA etwaige Vergleiche gefallen lassen, die sich vornehmlich auf das frühere Schaffen anderer beziehen – gerade auf das von etwaigen Pionier-Bands der 80er Jahre, wie etwa JUDAS PRIEST, GRAVE DIGGER oder gar BLACK SABBATH. Doch das macht nichts, denn SABATON haben spätestens mit dem vorliegenden RIMO VICTORIA eine ganz eigene Genre-Nische für sich gefunden; in der sie weitestgehend konkurrenzlos agieren – trotz der hie und da auftretenden, nur natürlichen Parallelen. Umso schöner ist, dass das Album auch in der zweiten Hälfte nicht schlappmacht – und mit einem schmackigen INTO THE FIRE wohl so gut wie alle von den Sitzen holt, während man das stampfende PURPLE HEART als gut funktionierenden Balladen-Ersatz betrachten könnte. Der Rausschmeißer METAL MACHINE macht ebenfalls Laune, wohingegen STALINGRAD vergleichsweise düster und dank der engagierten Performance von Joakim Broden auch überraschend emotional klingt.

Wie man es auch dreht und wendet – PRIMO VICTORIA bietet dem geneigten Genre-Hörer die pure Essenz dessen, was SABATON seit jeher verkörpern. Während man sich über die besungenen Inhalte streiten könnte, respektive sie sicher nicht immer jedermanns Geschmack treffen können; sieht es vor allem an der handwerklichen Front erstaunlich gut aus. Joakim Broden röhrt hier so kräftig und prägnant wie nie zuvor, das Instrumentenspiel ist antreibend und angenehm variabel, die nicht unnötig verkomplizierten Song-Strukturen klingen eingängig – und das ohne sich allzu schnell abzunutzen. Den Schweden ist demnach fürwahr ein großer Streich gelungen – wobei anzunehmen ist, dass der erste Sieg am längsten nachhallt.

Absolute Anspieltipps: PRIMO VICTORIA, REIGN OF TERROR, COUNTERSTRIKE, INTO THE FIRE, PURPLE HEART


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„Im wahrsten Sinne des Wortes ein erster großer Sieg.“

Ein Gedanke zu “Metal-CD-Review: SABATON – Primo Victoria (2005)

  1. Dieser Review gibt es in meinen Augen wenig hinzuzufügen. Mit Ausnahme von dem meines Erachtens minimal schwächeren Reign of Terror sind die ersten sieben Lieder unter den besten, die Sabaton jemals veröffentlicht hat und ein absolutes muss auf jeder Playlist.

    Purple Heart: Nicht ganz mein Geschmack (die alternative Version „Nightchild“ gefällt mir besser), trotzdem ein grundsolides Lied.

    Metal Machine: Sehr gutes „Partylied“, aber für mich eines der schwächeren „Metal > everything“-Lieder. Startet stark, nach dem mittigen Solo wird es allerdings repetetiv.

    Bonustracks:

    The March to War: Eins der besten Intros aller Zeiten, mit nur 1:20 leider zu kurz, um zu etwas anderem als Buildup geeignet zu sein.

    Shotgun: Wie schon Dream Destroyer auf Fist for Fight ein rohes, aber gutes, und zu Unrecht von vielen übersehenes Lied. Nichts besonders ausgefallenes, aber macht Leune beim Hören.

    Dead Soldier’s Waltz: Wie The March to War, nur eben als Outro.

    Covers& Live auf ReArmed:

    Into the Fire Live: Ich habe wenige bessere Liveaufnahmen von irgendeinem Lied von irgendeiner Band gehört. Das einzige, was sich in Sachen Soundqualität und „Live-feeling“ vergleichen lässt ist die unglaublich atmosphärische Liveversion von Stone Cold auf Hammerfalls Steel meets Steel – ten years of Glory.

    Rise of Evil Live: Ebenfalls eine extrem gute Aufnahme eines sehr schönen Lieds, jedoch (durch die Ballade nur logisch) weniger Energiegeladen als Into the Fire, was es in meinen Augen etwas weniger ansprechend macht, die Liveversion zu hören.

    The Beast: Gelungenes Cover eines (in meinen Augen) etwas gewöhnungsbedürftigen Liedes. Definitiv die bessere Version.

    Meine Wertung: Ebenfalls 9.5, wären Coat of Arms und The Art of War nicht noch ein Stück besser wären es glatte 10.

    Diesmal etwas kürzer, was will man machen wenn man zu 100% mit der Review zur Hälfte der Lieder übereinstimmt 😀

    Gefällt 1 Person

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