Metal-CD-Review: SABATON – Fist For Fight (2001)

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Alben-Titel: Fist For Fight (Compilation)
Künstler / Band: Sabaton (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Pär Sundström – Bass
Joakim Brodén – Keyboards, Vocals
Rikard Sundén – Guitars
Oskar Montelius – Guitars
Daniel Mullback – Drums

Track-Liste:

1. Introduction (00:53)
2. Hellrider (03:45)
3. Endless Nights (04:48)
4. Metalizer (04:42)
5. Burn Your Crosses (05:27)
6. The Hammer Has Fallen (05:46)
7. Hail to the King (04:09)
8. Shadows (03:32)
9. Thunderstorm (03:07)
10. Masters of the World (03:57)
11. Guten Nacht (01:11)

Und es ward das erste Mal zum Kampf geblasen.

Irgendwann fängt jeder beziehungsweise alles einmal an. Auch die Erfolgsgeschichte der heutzutage allseits bekannten schwedischen Power Metaller von SABATON, die schon früh respektive ab 1999 mit einigen markanten Alleinstellungsmerkmalen glänzten – und Genre-Fans mit ihrer ganz eigenen Interpretation des sogenannten War Metal versorgten. Das besondere dabei ist vermutlich, dass es für SABATON noch nie halbe Sachen gab. So sollte es nicht nur in musikalischer Hinsicht heiß hergehen – schließlich schmückte die Band ihren klassisch orientierten, schnörkellosen und druckvollen Heavy Metal immer wieder (oder sollte man eher sagen, so gut wie ausschließlich) mit kriegsbezogenen Texten und Inhalten. Eine dazu passende Selbstinszenierung inklusive einer optisch auffälligen Erscheinung, sowie insbesondere das Gebaren von Frontmann Joakim Broden mit seinem außergewöhnlichen Akzent und der vergleichsweise rauen Stimme sicherten der Band schnell einen besonderen Status innerhalb der Metal-Szene.

Das erste diesbezügliche, auch heute noch verfügbare Anschauungsmaterial befindet sich auf der FIST FOR FIGHT-Compilation aus dem Jahre 2001 – die eigentlich aus zwei vorangegangenen Demo-CD’s der Band besteht und 2007 noch einmal als Bonus-Disc zum neu aufgenommen METALIZER veröffentlicht wurde. Zweifelsohne handelt es sich dabei um eine Ansammlung von gleichermaßen zeitlosen wie angenehm stampfenden Genre-Hymnen – die rückblickend gerade deshalb zu gut funktionieren, da sich SABATON hier gefühlt noch in mehrere Richtungen ausprobierten, einen verdammt rauen und ungeschliffenen Sound an den Tag legten – und in ihrer Musik sowohl einige angenehme Aspekte vergangener Epochen des Heavy- und Power Metal, als auch einige neue Elemente verarbeiteten. Das Ergebnis war und ist ein Stück Genre-Geschichte, dass sich dank seiner Zeitlosigkeit auch heute noch wunderbar hören lässt.

Sicher, auf das kurze und irgendwie nicht so recht zum Rest des Albums passen wollende Intro INTRODUCTION hätte man wohl noch am ehesten verzichten können – doch schon der Opener HELLRIDER präsentiert sich als wunderbar kratzig-raue Hymne irgendwo zwischen MANOWAR, GRAVE DIGGER, JUDAS PRIEST und eventuell HAMMERFALL. Und auch wenn sich diese Parallelen hie und da einfach anbieten, läuft das was SABATON hier präsentieren niemals Gefahr verwechselt zu werden – nicht zuletzt dank der prägnanten Performance von Joakim Broden. Gut ist auch, dass sich so gut wie jede Nummer leicht von den anderen unterscheiden lässt – und demnach reichlich Abwechslung geboten wird. ENDLESS NIGHTS beispielsweise präsentiert sich als dezent düstererer und Riff-orientierter Brecher, METALIZER als relativ typische aber Laune-machende Genre-Hymne; und eine Nummer wie BURN YOUR CROSSES als mächtig-melodiöses Konstrukt mit den jungen Schweden in ihrer erstmaligen Höchstform.

Was folgt, rangiert zumeist ebenfalls im oberen Durchschnitt – oder leicht darunter. HAIL TO THE KING und SHADOWS beispielsweise mögen zwar kein Kult-Potential aufweisen, sind dafür aber allemal zwei angenehme Stampfer. Etwas enttäuschender ist da schon das eher monotone THUNDERSTORM, und auch das balladeske THE HAMMER HAS FALLEN fällt mit seiner stark gewöhnungsbedürftigen Performance von Joakim Broden leicht aus der Reihe. Vielleicht nicht am besten, aber doch am interessantesten dürfte dann aber der Rausschmeißer MASTERS OF THE WORLD ausfallen – der SABATON erstmals mit einigen später für sie typischen Soundmerkmalen vornehmlich seitens des Keyboards zeigt. Und damit auch Merkmalen, über die man sicher streiten kann. Allzu poppig oder weichgespült fallen diese hier aber nicht aus – sie wirken eher auflockernd und erweitern die Compilation um eine weitere Facette.

Schlussendlich: das hier dargebotene Material ist vermutlich noch etwas von der Schlagkraft der eigentlichen Blütezeit der Band entfernt – und doch macht es Spaß, eine Compilation wie diese zu entdecken. Auch, oder gerade weil sie vergleichsweise ungeschliffenen und mit einigen Ecken und Kanten daherkommt. Der klassische, kräftige Sound der 11 (oder eher 9 vollwertigen) Titel vermag es jedenfalls, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Absolute Anspieltipps: HELLRIDER, ENDLESS NIGHTS, BURN YOUR CROSSES, SHADOWS, MASTERS OF THE WORLD


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„Wer verzichtet schon gerne auf ein Stück Geschichte.“

3 Gedanken zu “Metal-CD-Review: SABATON – Fist For Fight (2001)

  1. Nach viel zu langer Zeit lass ich mich hier auf dem Blog auch mal wieder blicken, für ein Sabaton Review muss man sich die Zeit halt nehmen 😀

    Ich habe mir das Album ursprünglich nur der Vollständigkeit halber gekauft, da mir die anderen Alben sehr gut gefallen haben, die meisten Lieder habe ich dann zum ersten mal zuhause auf der Anlage gehört. Die Originalversion ist bis heute das von mir am wenigsten gehörte Album, da es ursprünglich für mich nur ein „Mitbringsel“ auf der Metalizer Rearmed CD war, das ich (hauptsächlich wegen der schlechteren Aufnahmequalität) nicht weiter beachtet habe. Bis auf einige wenige Ausnahmen habe ich auch die neu aufgenommenen Lieder lange Zeit nur sehr sporadisch gehört.
    Das änderte sich als ich irgendwann beim Zocken einfach meine gesamte Sabaton-Playlist durchlaufen lies, bis mir dann irgendwann auffiel „Hey, das Lied kenn‘ ich gar nicht, das ist echt gut!“
    Also hab ich mich dann irgendwann hingesetzt und das ganze Album zwei- oder dreimal am Stück durchgehört. So viel zu meiner persönlichen Geschichte mit dem Album, jetzt die eigentliche Review:

    Introduction: Was gibts dazu viel zu sagen, ist halt ein Intro. Ein gutes, aber immer noch nur ein Intro.

    Hellrider: Einer meiner absoluten Favoriten des Albums, energiegeladen und ein muss auf jeder Rennspielplaylist.

    Endless Nights: Mein Verhältnis zu diesem Lied lässt sich am besten als „ambivalent“ beschreiben. Je nach Stimmung entweder ein genervtes Drücken auf „Überspringen“, oder noch lauter drehen bzw sich ärgern, dass es nicht mehr lauter geht. Objektiv betrachtet ein gutes Lied, vielleicht zwischenzeitlich etwas eintönig, aber trotzdem gut.

    Metalizer: Um ehrlich zu sein, verstehe ich den Hype vieler Leute um dieses Lied nicht. Ja, es ist ganz catchy und hat die Tradition des einen „Metal > everything“-Liedes pro Album, der zweifelsohne einige sehr gute Titel beinhaltet begründet, aber in meinen Augen ist das Lied an sich nur durchschnittlich gut.

    Burn your Crosses: Was von mir lange Zeit als generischer, weil es halt dazugehört antireligiöser Schwachsinn abgetan wurde, ist seit einiger Zeit einer meiner Favoriten des Albums: Schnell, catchy und sinnvoller Text, was will man mehr.

    The Hammer has Fallen: In meiner lange Zeit vorherrschenden Ignoranz hatte ich nie die Geduld, mir das zugegebenermaßen recht langsam startende Lied anzuhören. Ich wusste nicht, was für ein Meisterwerk an Ballade mir damit entgangen ist. Vor allem in der Remastered-Version hat dieses Lied eine Kraft und Ausdrucksstärke, die an der von Glory to the Brave kratzt (Was etwas heißen will!)

    Hail to the King: Trotz der Gedanken, die sich beim Schreiben des Lieds offensichtlich gemacht wurden, ist es meiner Meinung nach einer der schwächeren Titel des Albums. Als Teil einer größeren Playlist beim Zocken, als Motivationsmusik fürs Training und zum gelegentlichen Mitgrölen auf langen Fahrten sehr gut geeignet, in allen anderen Situationen wird es ab der 2:30-Marke etwas langweilig.

    Shadows: Gutes bis sehr gutes Lied, wie so viele auf Fist for Fight am besten geeignet zum nebenher hören, im Gegensatz zu einigen anderen jedoch „Stammgast“ in Best-Of-Playlists.

    Thunderstorm: Schnell und catchy, hohes Ohrwurmpotential. Mehr lässt sich nicht darüber sagen. Alles in allem ein gutes, wenn auch auf Dauer etwas repetetives Lied.

    Masters of the World: Im Prinzip das gleiche, was ich bereits bei „Metalizer“ geschrieben habe.

    Guten Nacht: Wie „Introduction“, nur eben als Outro.

    Gesamt: 6.5

    Bezieht man aber der Rerelease in Form von Metalizer mit ein, erhöht sich die Wertung auf 7.5:

    Zuerst einmal die erheblich bessere Aufnahmequalität, die alle Lieder sehr viel angenehmer zu hören macht, zusammen mit den durch Jockes Erfahrung besseren Vocals.

    Das ist aber noch keine Aufwertung um einen ganzen Punkt. Den holen die Bonustracks raus (Cover und Liveaufnahmen nicht mit eingeschlossen):

    Thundergods: Meines Erachtens der schwächste der Bonustracks, ab der Hälfte leider repetetiv.

    7734: Eins der zuvor erwähnten „Metal > everything“-Lieder, und es ist ein gutes. Sehr catchy und optimal zum Mitsingen.

    Speeder: Eines der Lieder, das um den Titel des zweitbesten Lieds des Albums kämpft. Hart an der Grenze zum Speed Metal, es gibt kaum besseres zum Motivieren oder für Rennspiele.

    Dream Destroyer: Genauso wie das spätere, sehr ähnliche „Shotgun“ oft vergessen, obwohl es an sich ein zwar etwas „rohes“, aber dennoch solides Lied ist.

    Panzer Battalion Demo: Zweifelsohne eins der besten Lieder von Sabaton, mehr muss man dazu nicht sagen.

    Birds of War: Dieses Lied alleine ist es Wert, Metalizer ReArmed zu kaufen. Angefangen mit der Orgel, über den ohrwurmigen, von den Lyrics an Bedrohlichkeit kaum zu übertreffenden Refrain bis hin zur letzten Sekunde gibt es nichts, was ich an diesem Lied nicht liebe. Mit Abstand das beste Lied des Albums, keine Frage.

    So, das waren jetzt meine paar Worte dazu. Respekt an jeden, der sich das alles durchgelesen hat.

    Gefällt 1 Person

    1. Also ich habe es mir selbstverständlich komplett durchgelesen und danke herzlichst für diesen ausführlichen Kommentar und Deine Meinung ! 🙂
      Wertungstechnisch liegen wir ja nun auch nicht so weit auseinander. Wie sich das Ganze in Bezug auf METALIZER verhalten wird (bei dem ich nur die neu eingespielten Versionen bewerten werde, und nicht das Zusatzalbum – was diese Rezension hier ja quasi schon erledigt hat), weiß ich noch nicht – aber natürlich werden weitere Reviews zu SABATON folgen. Hoffentlich habe ich bis dahin schon wieder vergessen, was Du über die einzelnen Titel geschrieben hast – ich möchte ja möglichst unabhängig berichten, zumal es so auch wesentlich spannender für Dich werden sollte. Stay tuned 😉

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